Windows 95 und Windows 98: Samba ol'e!

Windows 95, 98 und ME unterstützen nicht das Drucken über IPP, wie es etwa Windows 2000 oder Windows XP tun. Das bedeutet aber nicht, dass Sie mit diesen Windows-Versionen nicht über einen Linux-Rechner drucken könnten; es bedarf lediglich eines kleinen Umwegs über Samba.

Es wird vorrausgesetzt, dass Sie bereits einen funktionierenden Samba haben, dass dieser Samba-Server in Ihr Netzwerk integriert ist und dass auch die Samba-Benutzerverwaltung mit Zugriffsrechten bereits funktioniert. Diese Einstellungen kann man mit dem Distributionstools für Samba ohne Probleme erledigen, zudem wird die Samba-Konfiguration in LinuxUser ## ab Seite ## ausführlich beschrieben.

Um Samba für den Einsatz mit CUPS fit zu machen, öffnen Sie als root in einem Terminal die Samba-Konfigurationsdatei (bei fast allen Distributionen /etc/samba/smb.conf). Suchen Sie zunächst den Eintrag [global]. Tragen Sie in diesen Abschnitt die folgenden Zeilen ein:

printing = cups
printcap name = cups
load printers = yes

Sollten einige der Einträge bereits vorhanden sein, ändern Sie diese so, wie im Beispiel beschrieben. Suchen Sie dann den Eintrag [printers] und fügen Sie die neuen Zeilen hinzu oder ändern die eventuell bereits vorhandenen Einträge so, dass der Eintrag am Ende so aussieht:

comment = All Printers
path = /var/spool/samba
browseable = no
public = yes
guest ok = yes
writable = no
printable = yes
printer admin = root

Suchen Sie in der smb.conf dann nach der Zeile, die mit invalid users = anfängt. Normalerweise steht hinter dem "=" root. Um Samba erstmals mit CUPS zu verbinden, muss root das Kommando cupsaddsmb -a ausführen. Dazu muss sich der Superuser aber erst einmal mit Samba verbinden können – entfernen Sie also das root hinter dem Gleichheitszeichen.

Fügen Sie schließlich am Ende der Datei den folgenden Eintrag hinzu:

[print$]
comment = Printer Drivers
path = /etc/samba/drivers
browseable = yes
guest ok = yes
read only = yes
write list = root

Haben Sie diese Dinge in der smb.conf geändert, gespeichert und die Datei wieder geschlossen, sollten Sie Samba neu starten. Dann kommt der schon erwähnte Befehl: Führen Sie als root auf der Konsole den Befehl cupsaddsmb -a aus, um die CUPS-Drucker mit Samba zu verbinden. Danach erscheint der Drucker in Samba.

CUPS ist in der Standardkonfiguration darauf trainiert, von Druckern nur so genannte Raw data – also "Rohdaten" – anzunehmen. Das Formatieren vor dem Druck erledigt CUPS dann selbst. Da Sie unter Windows 98 sowie Windows ME aber einen passenden Treiber für den Drucker installieren müssen, kommen die Daten bei CUPS nicht mehr im Raw-Format an, sondern sind schon vorformatiert. Damit CUPS die Daten zum Drucken trotzdem ohne Murren akzeptiert, hilft ein Trick. Öffnen Sie als root die MIME-Einstellungsdateien von cupsd (diese sind bei nahezu allen Distributionen /etc/cups/mime.convs sowie /etc/cups/mime.types). In mime.convs steht eine Zeile, die so aussieht – oder zumindest sehr ähnlich:

#application/octet-stream       application/vnd.cups-raw        0       -

Zusätzlich ist in mime.types die folgende Zeile zu beachten:

#application/octet-stream

Entfernen Sie in den zwei Dateien jeweils die # am Anfang dieser beiden Zeilen. Danach starten Sie CUPS-System neu; falls Sie nicht auf Anhieb wissen, wie das funktioniert, hilft im Notfall auch ein Reboot des Rechners.

Dichten Sie nun noch Ihre Samba-Installation wieder ab: Öffnen Sie wie eben die smb.conf und fügen in der Zeile invalid users nach dem "=" den Eintrag root wieder ein.

Die Gegenseite: der Drucker unter Windows

Das Einrichten des Druckers unter Windows 95, 98 oder ME erfolgt nach dem von Windows bekannten Schema. Öffnen Sie den Arbeitsplatz, dort klicken Sie auf Drucker. Klicken Sie auf Drucker hinzufügen und folgen den Schritten des Einrichtungs-Assistenten. Wählen Sie Netzwerkdrucker und klicken auf Durchsuchen. Suchen Sie dort den Rechner, an dem der Drucker angeschlossen ist und wählen diesen aus. Ignorieren Sie eventuelle Hinweise darüber, dass Druckertreiber vom Samba-Server auf Ihren Rechner installiert werden – weil Sie den Windows-Treiber für den Drucker verwenden, ist diese Funktion für Sie uninteressant. Halten Sie eine Treiber-CD für den Drucker bereit, denn im nächsten Schritt wird Windows einen Treiber für den Drucker verlangen. Selbstverständlich können Sie auch einen bereits vorhandenen Treiber benutzen, falls dieser in der Treiberliste auftaucht. Drucken Sie am Ende des Prozesses die Testseite.

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