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Druck machen

Drucker mit CUPS einrichten und im Netzwerk benutzen

01.09.2004 CUPS kann nicht nur dazu hergenommen werden, vom eigenen Rechner direkt auf den damit verbundenen Drucker zu drucken. Im heterogenen Netzwerk können Sie die Drucksuite auch verwenden, um Windows-Rechner mit einem Drucker an einem Linux-Rechner zu verbinden. Wir zeigen, wie das geht.

Drucken mit Linux war früher eine Katastrophe: Jede Distribution kochte ihr eigenes Süppchen und diejenigen, die Drucker unter SUSE Linux noch zum Funktionieren brachten, mussten bei Red Hat Linux oder Mandrake Linux das Handtuch werfen. Heute ist das glücklicherweise anders: Das Commmon Unix Printing System, kurz: CUPS, ist ein gänzlich neuer Ansatz und eine Universallösung zum Drucken mit Linux. CUPS hat die gängigen Linux-Distributionen geeint. Egal, ob SUSE, Fedora oder Mandrake und unabhängig davon, wie das grafische Tool zur Druckerkonfiguration aussieht – im Hintergrund werkelt immer CUPS.

Und noch ein Problem hat CUPS gelöst: Weil es sowohl mit Samba oder allein als Druckerserver läuft, kann man mit einem Windows-Client einen Drucker an einer Linux- Maschine verwenden. Ein Linux-Computer im heterogenen Heimnetz wird so mit CUPS spielend leicht zum Printserver, der zusätzlich zu den Standard-Funktionen mit einem speziellen Treiber sogar noch natives PostScript-Printing direkt aus Dateien heraus erlaubt.

Die Konfiguration der einzelnen Programme beim Gespann aus Windows-Client und Linux-Drucker-Server ist – abhängig von den Vorraussetzungen – unterschiedlich: Windows 95, Windows 98 und Windows ME brauchen zum Druck übers Netz eine Samba-Anbindung; Windows 2000 und Windows XP können direkt über das Internet Printing Protocol, kurz IPP, an CUPS angebunden werden.

Als besondere Alternative für alle Betriebssysteme gibt es dann noch einen von Adobe bereitgestellten PostScript-Treiber. Jener wird auf dem Windows-System als Pseudo-Drucker installiert und greift dann per Netz auf den CUPS-Drucker zurück.

Wir werden im Folgenden erklären, wie Sie einen Drucker fit für den Einsatz in CUPS machen und wie Sie anschließend auf den Drucker von einem Windows-Client zugreifen. Zudem stellen wir Adobes PostScript-Treiber vor.

Die halbe Miete: CUPS einrichten

Zunächst gilt es, CUPS einzurichten und den Drucker zu konfigurieren. Hier ist das Etappenziel der erfolgreiche Probeduck direkt an dem Rechner, an dem der Drucker angeschlossen ist. Netzwerktechnik kommt hier noch nicht zum Einsatz.

Die folgende Anleitung beschreibt die universelle Methode, um bei allen Linux-Distributionen einen Drucker über CUPS einzurichten. Weil Distributionen wie SUSE, Fedora und Mandrake CUPS als Standard schon integriert haben, finden sich hier die entsprechenden Tools, um den Drucker automatisch zu erkennen und zu konfigurieren. Ob Sie Drucker über den hier beschriebenen Weg oder über die bekannten Programme der Distribution konfigurieren, bleibt Ihnen überlassen. Der nun gezeigte Weg funktioniert jedenfalls bei ausnahmslos jeder Distribution, die CUPS verwendet.

Vergewissern Sie sich zunächst, dass auf Ihrem System alle für CUPS relevanten Pakete vorhanden sind. Dazu zählen meist die Pakete, die die Begriffe cupsys und libcups im Namen haben. Zudem sollten Sie einen Treiber-Grundstock anlegen, die Pakete dafür haben foomatic im Namen. Wenn Sie einen Drucker des Typs Hewlett-Packard DeskJet oder OfficeJet verwenden, sollten Sie zudem das Paket hpijs installieren. Sie können mit dem Package-Tool Ihrer Distribution (YaST2 bei SUSE, RPMdrake bei Mandrake) einfach prüfen, ob die wichtigsten Pakete installiert sind und die Installation nachholen, falls Pakete fehlen.

Nun müssen Sie sicherstellen, dass alle erforderlichen Module in den Kernel geladen sind, damit der angeschlossene Drucker richtig erkannt wird. Öffnen Sie eine Konsole und werden Sie mit

su

zu root. Wenn Sie einen Drucker am paralellen Anschluss benutzen, führen Sie den Befehl modprobe lp aus. Bei einem USB-Drucker wird der Befehl modprobe printer (Kernel 2.4) und modprobe usblp (Kernel 2.6) fällig.

Schließlich müssen Sie sich noch eine sogenannte PPD-Datei für Ihren Drucker besorgen. PPD steht für PostScript Printer Description ; diese Art Datei enthält Informationen darüber, wie ein Drucker am einfachsten angesteuert werden kann, welcher Druckertreiber dafür der geeignetste ist und welche Fähigkeiten der Drucker überhaupt beherrscht. Man könnte die PPD-Dateien durchaus Drucker im CUPS-System nennen. Damit Ihr Drucker mit CUPS funktioniert, brauchen Sie also unbedingt eine PPD Datei, die zu Ihrem Drucker passt. Besuchen Sie am besten die Website des LinuxPrinting-Projekts (http://www.linuxprinting.org). Dort können Sie links unter Printer Listings Ihr Drucker-Modell wählen und dann beim Eintrag Recommended auf download PPD klicken. Speichern Sie die PPD-Datei einfach in Ihrem Home-Verzeichnis und kopieren sie als root in das CUPS-PPD-Verzeichnis (meistens /usr/share/cups/model). Veranlassen Sie CUPS schließlich mit dem Befehl kiillall -HUP cupsd, seine Konfigurationsdateien erneut einzulesen.

Nachdem Sie alle Vorraussetzungen getroffen haben, können Sie CUPS zum ersten Mal testen: Öffnen Sie in einem Webbrowser einfach die Adresse http://localhost:631/. Funktioniert CUPS ordnungsgemäß, sehen Sie die CUPS-Seite wie in Abbildung 1. Je nach Browser-Einstellung kann die Seite auch in Englisch erscheinen. Das ändert aber nichts an den Links, die Sie im Folgenden verwenden müssen.

Abbildung 1: So sieht das Web-Interface von CUPS nach dem Login per HTTP aus.

Klicken Sie im Web-Konfigurationsmenü von CUPS auf den obersten Eintrag Einrichtungsaufgaben. Es erscheint eine Passwortfrage. Hier müssen Sie beim Benutzernamen root und beim Passwort das Passwort für den Superbenutzer root eingeben. Danach haben Sie vollen Zugriff auf die CUPS-Konfiguration. Sie kommen auf die Seite, die Admin heißt.

Jetzt gilt's: Den Drucker konfigurieren

Sie sehen auf der Administratorenseite drei Abschnitte. Hier ist besonders der untere Abschniss Drucker für Sie besonders wichtig. Klicken Sie auf Drucker hinzufügen. Sie sehen die erste Seite des Druckerdialogs. Geben Sie beim Feld Name den Namen ein, den der Drucker später im System haben soll. Sie dürfen in diesem Feld keine Leerzeichen verwenden, zur Trennung einzelner Abschnitte darf aber der Unterstrich ("_") verwendet werden, Als Name für einen HP DeskJet 880C können Sie zum Beispiel "HP_DESKJET_880C" schreiben. Standort sowie Beschreibung können nach Belieben ausgefüllt werden, hier sind auch Leerzeichen und andere Sonderzeichen erlaubt.

Im nächsten Dialog müssen Sie die Schnittstelle wählen, an die der Drucker angeschlossen ist. Klicken Sie auf das Dropdown-Menü und sehen nach, ob CUPS Ihren Drucker schon an einer Schnittstelle erkannt hat. Wählen Sie dann den entsprechenden Eintrag einfach aus und bestätigen mit Weiter.

Wählen Sie dann den Hersteller Ihres Druckers und bestätigen abermals mit Weiter. Im nächsten Dialog suchen Sie dann noch den Treiber aus, der zu Ihrem Drucker passt. Hier sollte auch der Treiber auftauchen, den Sie eigens per PPD-Datei in CUPS importiert haben. Sie wählen einfach diesen Eintrag. Die Erfolgsmeldung im nächsten Fenster beendet die Installation des Druckers. Wenn Sie nun oben rechts auf Drucker verwalten klicken, erscheint der kurz zuvor eingerichtete Drucker. Um sicherzugehen, dass er funktioniert, können Sie hier auch eine Testseite drucken.

Abbildung 2: Nachdem der Drucker in CUPS korrekt eingerichet wurde, kann man sich unter "Drucker verwalten" sämtliche Optionen zeigen lassen.

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LinuxUser 06/2012

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