Home / LinuxUser / 2004 / 08 / Software-Installation aus Usability-Sicht

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Auf eigene Gefahr?

Software-Installation aus Usability-Sicht

Installationsmanager

Neben diesen Anfängen des dateizentrischen Ansatzes steht bei allen Distributionen der unter Linux gängige, programmzentrische Weg zur Auswahl: Dieser führt vom Aufruf des Installations- oder Softwaremanagers über die Wahl des gewünschten Programms zur Installation. Fedora und Xandros sehen ihn als den einzigen "normalen" Weg an, bei Suse/YaST bietet er zahlreiche Einstellungs- und Kontrollmöglichkeiten, bei Mandrake fällt er sehr eingeschränkt aus.

So implementiert Suse die Software-Verwaltung als einen Teil von YaST. Leider bietet das unter SoftwareSoftware installieren oder löschen zu findende Installationsmodul keine Möglichkeit, eine auf der lokalen Festplatte liegende RPM-Datei auszuwählen. Zwar gibt es den Menüpunkt DateiImportieren..., doch verlangt dieser nach Paketlisten im (nicht näher beschriebenen) *.sel-Format.

Die kaum intuitiv zu nennende Lösung besteht darin, unter SoftwareInstallationsquelle wechseln über HinzufügenLokales Verzeichnis... eine neue Installationsquelle einzurichten. Damit YaST deren Inhalt findet, muss man das Installationsmodul anschließend erneut aufrufen. Dessen Handhabung gestaltet sich sehr umständlich und alles andere als intuitiv. So sieht man z. B. verschiedene Versionen eines Programms nicht auf Anhieb, und Software-Updates gelingen nur durch Ausprobieren.

Mandrake trennt ebenfalls zwischen der Installation über eine Datei (RPM) und einen Software-Installer. Letzterer bietet gegenüber YaST weniger Informations- und Kontrollmöglichkeiten. Verlief die Suche nach einem Programm ergebnislos, steht der Benutzer vor dem Rätsel: "Gab es kein Ergebnis oder habe ich einfach nur vergessen, die Suche zu starten?" Weiterhin konfrontiert Mandrake ihn mit unverständlichen technischen Gerätebezeichnungen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Welches Laufwerk ist gemeint, wenn man auf einem Mandrake-System zwei CD-ROMs hat?

Die Installer von Fedora und Xandros bieten eine Liste aller verfügbaren Programme an. Deren Auswahl fällt bei beiden leicht, jedoch fehlt die Angabe, um welche Version der Software es sich handelt (Abbildung 3). Eine Möglichkeit, ein lokales Verzeichnis als Paketquelle anzugeben, existiert bei beiden nicht.

Abbildung 3: Handelt es sich um Gimp 1.2 oder Gimp 2? Versionsangaben fehlen bei Fedoras Installer.

Konfliktfälle

Bedingt durch die Paketabhängigkeiten (siehe Kasten 1) treten unter Linux Schwierigkeiten auf, die Windows-Nutzer so nicht kennen. Dann kommt es darauf an, wie die Software Konflikte kommuniziert und löst, und welche Hilfestellungen der Nutzer erhält.

Was zum Beispiel passiert im häufig auftretenden Fall, dass Bibliotheken auf der Festplatte fehlen und aus dem Internet oder von CD/DVD nachinstalliert werden müssen? Wie reagiert der Installer, wenn benötigte Bibliotheken mit bereits installierten, eventuell notwendigen Paketen in Konflikt stehen?

Suses YaST installiert fehlende Bibliotheken (teilweise auf Nachfrage) nach, zunächst jedoch nur von der CD/DVD. Will man auch aus dem Internet Pakete nachladen, muss man passende Installationsquellen einrichten. Auch wer die Systeminstallation per DVD durchführt und für die Nachinstallation eine CD einlegt, muss Suse dies manuell beibringen.

Mit einem ausführlichen "Konfliktdialog", der dem Nutzer verschiedene Optionen anbietet, reagiert YaST auf den zweiten Problemfall. Allerdings macht das Programm weder klar, worin die Schwierigkeit besteht, noch wodurch sie zustande kommt (Abbildung 4). Nicht immer muss es sich dabei tatsächlich um einen Konflikt handeln. Manchmal findet YaST lediglich Pakete nicht, suggeriert aber ein Szenario, das zur Systeminkonsistenz führen kann.

Eine positive automatische Lösung – etwa das Herunterladen und die Nachinstallation aller notwendigen Pakete aus geeigneten Quellen – bietet YaST nicht an. An dieser Stelle bleibt "normalen" Nutzern nur die Möglichkeit abzubrechen, denn Hilfe oder zusätzliche Informationen finden sie nicht.

Abbildung 4: Der Konfliktdialog von YaST verwirrt durch ein schwaches Design und missverständliche Texte.

Mandrakes RPMDrake liefert im Konfliktfall generell wenig verständliche Anhaltspunkte, installiert Pakete nicht nach und lässt den Nutzer weitestgehend alleine (Abbildung 5).

Abbildung 5: Ungelöste Paketkonflikte bei Mandrake bleiben ungelöst.

Fedora umgeht diese Probleme, indem es über den Installationsmanager nur jene Software anbietet, die mitgeliefert wurde oder per Online-Update bereitsteht und damit konfliktfrei sein sollte. Für den Nutzer geht alles einfach und glatt, allerdings zum Preis eines geschlossenen und eingeschränkten Systems.

Xandros kennt ebenfalls keine Konflikte, solange man sich auf das Angebot des Xandros Network beschränkt. Dennoch gibt es auch hier zuweilen unverständliche Warnhinweise (Abbildung 6). Spielt man dagegen ein RPM (in unserem Beispiel KDevelop von der lokalen Festplatte) ein, so kann es passieren, dass die Installation "erfolgreich" verläuft. Tatsächlich lässt sich das Programm aber nicht starten, weil die benötigten Bibliotheken nicht mitinstalliert wurden.

Fairerweise sei angemerkt, dass Xandros nativ auf das Debian-Paketformat setzt und daher mit dem Debian-Tool apt-get einen smarten Installationsmechanismus nutzt. Anders als für die anderen Distributionen gibt es keine für Xandros gebauten RPM-Pakete. Stattdessen greift der Distributor auf den Konverter alien zurück. Stimmen die im RPM-Paket vermerkten Abhängigkeiten nicht mit den Namen der entsprechenden Debian- bzw. Xandros-Pakete überein, hat dieser keine Möglichkeit, sie herauszufinden.

Abbildung 6: Auch bei Xandros kann es zu Problemen kommen. Leider ist deren Beschreibung nicht sehr aufschlussreich.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...