Mit Musik füttern

Nachdem Sie den Webserver richtig konfiguriert haben, füllen Sie die Datenbank mit Musiktiteln, indem Sie Ottos Kommandozeilenprogramm starten:

/usr/local/otto/bin/otto load

Besitzen Sie viele MP3s, kann das durchaus eine Weile dauern.

Als Administrator starten Sie den Otto-Daemon, der die MP3-Dateien abspielt:

/usr/local/otto/bin/otto start

Jetzt geben Sie in einem Webbrowser die Adresse http://Rechnername/otto ein (in unserem Beispiel http://192.168.0.1/otto/), klicken auf request und können nun Musik auswählen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Alle gefundenen MP3s stehen zu Wahl.

Noch gibt sich Otto allerdings schweigend, denn bisher ist kein Programm definiert, das die MP3-Dateien abspielen könnte. Dafür editieren sie noch einmal otto.conf. Kommentieren Sie die drei Zeilen unterhalb der Zeile ## test channel aus, ergänzen Sie also am Zeilenanfang ein #-Zeichen. Aktivieren Sie dann den gesamten <Channel 1>-Abschnitt unterhalb von ## Mpg123 example channel, indem sie auf allen vier Zeilen das einleitende # entfernen. Dann restarten Sie Otto mit

cd /usr/local/otto/bin/
./otto stop
./otto start

Daraufhin sollte aus ihrer Jukebox Musik erklingen. Bleibt der Lautsprecher stumm, liegt es vielleicht daran, dass Otto die Soundkarte nicht benutzen darf. Der in otto.conf eingestellte Benutzer muss nämlich Schreibrechte für die zugehörige Gerätedatei besitzen, was Sie mit ls -l /dev/dsp überprüfen. Am Einfachsten vergeben Sie die Schreibrechte an alle mit chmod a+rw /dev/dsp. Hören Sie immer noch nichts, setzen Sie den Eintrag Debug in der Konfigurationsdatei auf 1. Otto schreibt dann im Unterverzeichnis var eine Protokolldatei, die bei der Fehlersuche hilft.

Schluss mit dem ständigen Lärm!

Otto spielt tatsächlich immer irgendetwas – wenn niemand etwas auswählt, nimmt sich das Programm die Freiheit, vollautomatisch zufällige Stücke durchzunudeln. Wer das nicht will, muss in den Quellcode eingreifen. Um Otto solange zum Schweigen zu bringen, bis jemand Musik auswählt, kommentieren Sie in der Datei /usr/local/otto/lib/Otto/Jockey.pm die Zeile 163

$self->selectSomeSongs(number => 20);

durch Voranstellen eines # aus. Diese Zeile sucht 20 zufällige Songs aus, falls die Playliste leer ist. Stattdessen fügen Sie sleep 5; ein, das einfach fünf Sekunden wartet. Außerdem ersetzen Sie die bisherige Zeile 155 if (!$file) durch while (!$file). Damit wartet Otto nun so lange, bis jemand etwas ausgewählt hat. Wer den Quellcode lieber nicht selbst ändern möchte, überschreibt die in /usr/local/otto/lib/Otto/ liegende Version mit Jockey.pm von der Heft-CD.

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