Samba unterstützt Cups

Samba ab 2.2 exportiert die richtigen Druckertreiber automatisch, sobald ein Windows-Client druckt. Das im Folgenden zum Einsatz kommende cupsaddsmb kann dabei nur mit den Postscript-Treibern von Adobe [6] oder den von der eigenen Homepage umgehen.

Die Adobe-Treiber liegen als EXE-Datei vor, die Sie auf Windows mit einem Programm wie Winzip extrahieren müssen. Legen Sie alle Dateien des Treibers im Verzeichnis /usr/share/cups/drivers ab. Die Namen aller Dateien müssen durchgängig in Großbuchstaben geschrieben sein. Anschließend passen Sie die Samba-Konfiguration so an, dass der Fileserver die Druckertreiber exportiert. Genaue Informationen hierzu liefert die Samba-Dokumentation.

Ein cupsaddsmb -U root -a exportiert schließlich alle Drucker. Dies bedeutet, dass die Treiber auf dem Samba-Server hinterlegt werden. Beachten Sie, dass cupsaddsmb die Dateien dabei als Benutzer root mit dem Programm smbclient kopiert. Samba muss somit den Zugriff dieses Benutzers gestatten.

Das Samba-Paket bringt ein neues Cups-Backend smbspool mit. Dieses erlaubt auch von Linux auf einen Drucker an einem Windows-Rechner zuzugreifen. Normalerweise wird das Backend von der Distribution automatisch korrekt eingerichtet. Andernfalls führen Sie als Benutzer root in einem Terminalfenster das Kommando ln -s 'which smbspool' /usr/lib/cups/backend/smb aus.

Der Drucker lässt sich nun in Cups analog zu einem entfernten Drucker an einem Cups-Server einrichten. Statt der Adresse ipp://... verwenden Sie hier jedoch den Anschluss smb://arbeitsgruppe/server/sharename. Sofern der Drucker an einem Rechner der NT-Klasse hängt oder unter Windows-9x Passwörter aktiv sind, müssen Sie diese ebenfalls angeben: smb://benutzer:passwort@arbeitsgruppe/server/sharename.

Optionen für Profis

Dieser Artikel beschränkte sich auf die Konfiguration von Cups für Netzwerke. Ein nächster Schritt bestünde in einem Blick auf die Zugangs- und Sicherheitsfunktionen: So lassen sich Druckerkontingente (Quotas) vergeben und Passwörter verwenden. In einem Heimnetzwerk dürften diese nur bei einem teuren Farblaserdrucker interessant sein.

Interessant sind auch die Möglichkeiten, die so genannte Classes offerieren. Eine Klasse ist eine Menge von Druckern. Geht ein Druckauftrag an eine solche Klasse, druckt Cups die Daten auf dem ersten Drucker dieser Klasse, der sich im Leerlauf befindet. Letztere lassen sich bequem im Web-Interface anlegen (Menüpunkt Classes).

Bei Problemen hilft Ihnen ein Blick in das Benutzerhandbuch der Distribution oder in die ausführliche englische Online-Dokumentation [2]. Wertvolle Hinweise liefern zudem die Protokoll-Dateien unter /var/log/cups.

Glossar

IPP

Das Internet Printing Protocol basiert auf HTTP 1.1. Allerdings lauscht die Software an Port 631 statt an Port 80. Die Verwandschaft der beiden Protokelle geht soweit, dass sich IPP-Implementierungen wie Cups direkt per HTTP ansprechen lassen. Für einen Drucker lautet die Adresse dann statt IPP://servername/… einfach HTTP://servernamen:631/….

Infos

[1] CUPS-Projekt: http://www.cups.org 

[2] CUPS-Dokumentation: http://localhost:631 

[3] IPP: http://www.pwg.org/ipp/ 

[4] Runlevel-Skripts: Marc André Selig, "Wie Linux sich die Stiefel anzieht", LinuxUser 12/2002, http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/12/026-init/ 

[5] Netatalk: http://netatalk.sourceforge.net

[6] Adobe: http://www.adobe.com

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