Drucker mit ihren Clients bekannt machen

Damit die Clients den neuen Netzwerkdrucker finden, tragen Sie diesen auf jedem Arbeits-PC ein. Dazu benutzen Sie die Webschnittstelle wie vorher beschrieben. Wählen Sie dort aber als Schnittstelle (Device) das Internet Printing Protocol (IPP). Geben Sie dann die URI zum entfernten Drucker an, zum Beispiel: ipp://meinserver/printers/meindrucker. Dabei tauschen Sie meinserver gegen den Namen oder die IP-Adresse des Druckerservers aus und meindrucker gegen den Namen der Druckerwarteschlange.

Die Konfigurationsprogramme der Distributionen enthalten ähnliche Optionen (die Abbildungen 5a und 5b zeigen Yast auf Suse Linux). Diese Prozedur wiederholen Sie für jede externe Druckerwarteschlange. Gerade bei vielen Druckern ist das aber ziemlich umständlich.

Abbildung 5a: Entfernten Drucker auf Suse-Linux 8.2 einrichten: Zunächst teilen Sie Yast mit, dass es sich um einen entfernten Drucker handelt, der per IPP angesprochen wird …
Abbildung 5b: … und dann tragen Sie den Rechnernamen sowie den Rest des Uniform Resource Identifiers (URI) ein. Ein Klick auf "Weiter" macht den Drucker erreichbar.

Sie konfigurieren Cups deshalb so, dass alle Aufträge immer einen entfernten Druckerserver verwenden. Dies ist die einzige Konfiguration, bei der kein Cups-Daemon auf den Clients laufen muss.

Um diese Weiterleitung einzurichten, öffnen Sie die Konfigurationsdatei /etc/cups/client.conf mit einem Texteditor. Dort gibt es eine Zeile, die mit ServerName beginnt. Eventuell müssen Sie die vorangestellte Raute entfernen. Nach dem Schlüsselwort ServerName tragen Sie, durch ein Leerzeichen getrennt, den Namen oder besser die IP-Adresse des Servers ein, der sämtliche Druckaufträge entgegen nehmen soll (Abbildung 6).

Abbildung 6: Durch die aktivierte Weiterleitung verwendet der lokale Rechner nur noch das Drucksystem des Computers mit der IP-Adresse 192.168.0.20 - er reicht alle Druckaufträge einfach an diesen Druckserver durch.

Bequem zum Ziel per Broadcast

Die dritte Methode ist die wohl bequemste. Jeder Cups-Daemon sendet in einem bestimmten Intervall seine Konfiguration quer durchs Netzwerk (Broadcast). Die Clients empfangen das Signal und können die angebotenen Warteschlangen ab sofort nutzen. Der Vorteil dieser Variante liegt in der extrem einfachen Konfiguration: Einen neuen Drucker konfigurieren Sie lediglich an dem Rechner, an dem er angeschlossen ist. Schon können ihn alle Computer im Netzwerk verwenden.

Allerdings ist die Broadcast-Technik nicht die sicherste. Alle Rechner, die das Signal empfangen können, haben Zugriff auf die Drucker. Im Extremfall erlaubt man so dem gesamten Internet Ausdrucke zu erstellen. Daher ist dieses Browsing im Cups-Paket zwar eingeschaltet, neuere Cups-Versionen senden die Informationen jedoch standardmäßig nicht aus.

Abbildung 7: Auf Suse Linux lässt sich das Broadcasting mit dem Adminwerkzeug Yast aktivieren. Hier versorgt der Cups-Server per Broadcast-Signal das Subnetz 192.168.0 mit allen Informationen zu den angeschlossenen Druckern.

Den Broadcast richten Sie mit Hilfe von Konfigurationsprogrammen ein: Auf Suse Linux nehmen Sie alle relevanten Einstellungen in Yast vor. Die dazu nötigen Optionen finden Sie im Menü ÄndernErweitertCUPS Servereinstellungen (Abbildung 7). Um den Broadcast eines Servers manuell einzurichten, bearbeiten Sie die Konfigurationsdatei /etc/cups/cupsd.conf.

Alle Zeilen, die mit einer Raute beginnen, stellen Kommentare dar, die Cups nicht ausgewertet. Jede Einstellung steht in einer eigenen Zeile und setzt sich aus einem Schlüsselwort und einem Wert zusammen. Die Bedeutung aller Werte ist in [2] aufgelistet, aber auch cupsd.conf enthält kurze Erläuterungen und Beispiele.

Für das Broadcasting sind alle Einträge interessant, die mit Browse beginnen. Der Wert hinter BrowseIntervall legt fest, in welchen Sekundenabständen der Server seine Konfiguration senden soll. Dem Schlüsselwort BrowseAdress folgt die Broadcast-Adresse, an die der Rundruf geht. So bewirkt beispielsweise der Eintrag BrowseAdress 192.168.0.255, dass Cupsd die Einstellungen an alle Rechner sendet, deren IP-Adresse mit 192.168.0 beginnt.

Alternativ zum Browsing verwenden Sie das Polling. Dabei holt der Client die Konfigurationsdaten selbständig vom Server ab. Setzen Sie in der Datei cupsd.conf des Clients das Schlüsselwort BrowsePoll auf den Namen oder die IP-Adresse des Servers. Es können mehrere BrowsePoll-Einträge vorhanden sein, sodass der Client bei mehreren Servern nach einer Konfiguration fragt. Ist BrowseRelay aktiviert, sendet der Rechner die per Polling erfragten Informationen an alle Computer in einem Subnetz weiter.

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