Abgestempelt
out of the box: id3lib
Kennzeichen XY
Möchte man einen Fehler in einem schon vorhandenen Tag ausbügeln oder ein Tag neu setzen, hilft id3tag weiter, ein schnörkelloses Tool, das genau das tut, was man ihm sagt. So versieht der folgende Befehl die Datei 01.mp3 mit Daten zur Band (artist"), zum Titel (song), zum Erscheinungsjahr (year) und zum Album-Namen:
id3tag -a"Cannonballs" -s"My Song" -y"2003" -A"Promo EP" 01.mp3
Schreibrechte für 01.mp3 vorausgesetzt, setzt er sowohl die ID3v1- als auch die ID3v2-Tags. Durch explizite Angabe der Optionen -1 oder -2 beschränkt man sich beim "Stempeln" auf eine der beiden Versionen.
Fehlende Angaben, etwa den Albumtitel, lassen sich nachträglich hinzufügen oder ändern, ohne dabei andere Tags zu beeinflussen:
id3tag -A"RAL 9005" *mp3
setzt den Namen des Albums in allen Dateien mit der Endung mp3 im aktuellen Verzeichnis auf RAL 9005 und überschreibt dabei lediglich bereits bestehende Album-Tags.
Wer häufig Kompilationen eines Musik-Stils zusammenstellt (oder einfach für den Rest des Abends nur noch Blues hören mag), versieht seine MP3s mit einem Genre-Tag:
id3tag -g"17" 01.mp3
verpasst dem Beispiel-Stück die Genre-ID 17 (siehe Tabelle 1) und ordnet es damit als Rock ein.
Die vollständige ID3v1-Genre-Liste von [4] mag imposant aussehen, stellt aber wahre Musik- und Tanzfreunde lange nicht zufrieden. Deshalb gibt es bei ID3v2 die Möglichkeit, eigene Rubriken zu setzen, die id3info zum Beispiel so anzeigt:
=== TCON (Content type): Wiener Walzer
Doch was id3info anzuzeigen vermag, kann id3tag leider nicht setzen – obwohl die Bibliothek selbst entsprechende Funktionen zur Verfügung stellt. (Das gilt im übrigen auch für eingangs erwähnte Annotationen in Form von URLs und Bildern.) Als zweifelhafter Trost bleibt, dass Open-Source-Player wie xmms diese Tags – anders als das Windows-Pendant winamp – derzeit ohnehin nicht auswerten. Aber eine nächste Version kommt bestimt…
Tabelle 1: Wichtige Genre-IDs
| 0 | Blues |
| 2 | Country |
| 3 | Dance |
| 16 | Reggae |
| 17 | Rock |
| 35 | House |
| 78 | Rock&Roll |
Glossar
ID3v1
Die beiden Versionen des ID3-Standards unterscheiden sich in erster Linie darin, welche Informationen sie in MP3-Dateien speichern können. So erlaubt ID3v2 beliebige Informationen bis zu 16 MB Größe in einem Tag-Feld, während Version 1 nur eine Handvoll Spezialtags für Titel, Interpret, Album, Jahr etc. von je maximal 30 Zeichen Länge vorsieht. Bei ID3v2 können Liedern auch URLs oder Bilder zugeordnet werden. Neu ist zudem die Position des Tags am Anfang einer MP3-Datei, so dass auch zu einer inkompletten oder gestreamten MP3-Datei jederzeit die passenden Informationen vorliegen.
ID3v2
Die beiden Versionen des ID3-Standards unterscheiden sich in erster Linie darin, welche Informationen sie in MP3-Dateien speichern können. So erlaubt ID3v2 beliebige Informationen bis zu 16 MB Größe in einem Tag-Feld, während Version 1 nur eine Handvoll Spezialtags für Titel, Interpret, Album, Jahr etc. von je maximal 30 Zeichen Länge vorsieht. Bei ID3v2 können Liedern auch URLs oder Bilder zugeordnet werden. Neu ist zudem die Position des Tags am Anfang einer MP3-Datei, so dass auch zu einer inkompletten oder gestreamten MP3-Datei jederzeit die passenden Informationen vorliegen.
LGPL
Die "GNU Library General Public License" erlaubt es jeder Applikation, egal unter welcher Lizenz sie steht, die Bibliothek id3lib zu benutzen. Sie garantiert aber auch, dass die Bibliothek und alle Erweiterungen in Sourcecode-Form frei zugänglich gehalten werden müssen.
Bitrate
Gibt an, wieviel Bits eine Sekunde der Audio-Aufnahme durchschnittlich ausmachen. Bei MP3s trifft man meist auf Werte von 64 kbit/s, 96 kbit/s, 128 kbit/s und 160 kbit/s. Höhere Bitraten stehen in der Regel für bessere Qualität.
Infos
[1] Frederik Bijlsma: "Kleine Dateien ganz groß", Linux User 09/2003, S. 66 ff.
[2] Informationen zum ID3v2-Standard: http://www.id3.org/
[3] id3lib: http://id3lib.sourceforge.net/
[4] Genre-IDs: http://www.killesberg.org/linuxuser/genres.txt



