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Neu zugeschnitten

Platten partitionieren mit QtParted

Partitionstabelle neu mischen

Vorab eine Warnung: Eingriffe in die Partitionstabelle sind immer risikobehaftet – egal, ob Sie QtParted oder ein anderes Partitionierungs-Tool verwenden. Sichern Sie also in jedem Fall zunächst Ihre privaten Daten und eventuell Konfigurationsdateien, die Sie von Hand verändert haben.

Vor dem eigentlichen Eingriff sollten Sie Windows booten und die NTFS-Partition defragmentieren – fragmentierte Datenträger können nicht im vollen Umfang oder eventuell gar nicht verkleinert werden: Letzteres ist dann der Fall, wenn ganz am Ende der Windows-Partition Daten gespeichert sind.

Haben Sie QtParted erfolgreich eingerichtet oder beispielsweise von einer Knoppix-CD gebootet, kann es los gehen. Werden Sie zu root und starten Sie das Programm (qtparted). Wählen Sie dann die Festplatte aus, an der Sie Veränderungen vornehmen wollen. QtParted liest die bisherige Partitionstabelle ein und untersucht die Partitionen; das kann einige Sekunden dauern. Danach erscheint die Partitionsübersicht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Nach Start und Auswahl einer Festplatte wird die Partitionstabelle angezeigt

QtParted verwendet für die Anzeige ein eigenes Nummerierungsschema (durchlaufend ab 1), das die Reihenfolge der Partitionen auf der Platte wiedergibt. Zusätzlich wird aber auch der Linux-Gerätename in der bekannten Form /dev/hda1 etc. angezeigt. Es ist möglich, dass die Reihenfolge in der hdaX-Nummerierung von der physikalischen Anordnung abweicht; spätestens wenn Sie eine Partition verkleinert und im freien Raum eine neue angelegt haben, ist das sogar das wahrscheinliche Ergebnis.

Wählen Sie nun die NTFS-Partition aus, die Sie verkleinern wollen. Per Rechtsklick auf die Partition rufen Sie ein Kontextmenü auf, aus dem Sie den Eintrag Größe ändern (Resize) wählen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Kontextmenü der NTFS-Partition finden Sie die Option "Größe verändern" oder "Resize"

Es erscheint dann der in Abbildung 3 dargestellte Dialog, in dem Sie die neue Größe festlegen. Sie können dazu wahlweise die neue Größe in MB eingeben oder mit dem Schieberegler an der rechten Seite die Größe ändern – NTFS-Partitionen lassen sich nur "von hinten" verkleinern, nicht "von vorne". Bestätigen Sie die neue Größe per Klick auf OK. Unter QtParted 0.4 müssen Sie jetzt noch Datei/Durchführen (File/Commit) wählen; bei Version 0.3.x erscheint stattdessen ein Warnhinweis, der mit OK zu bestätigen ist.

Abbildung 3: Die neue Größe der NTFS-Partition können Sie auf verschiedene Arten angeben

Nach dem erfolgreichen Verkleinern gibt es unpartitionierten Plattenplatz. QtParted zeigt diesen an seiner Position auf der Platte an und vergibt einen Pseude-Gerätenamen /dev/hda-1 mit einem Minuszeichen; weitere freie Blöcke würde das Programm entsprechend /dev/hda-2, /dev/hda-3 etc. nennen. Einen solchen Freiraum können Sie wieder mit der rechten Maustaste anklicken und aus dem Kontextmenü Erstellen (Create) wählen (Abbildung 4).

Abbildung 4: In freien Bereichen legen Sie neue Partitionen an

Es öffnet sich dann ein neues Dialogfenster: Hier wählen Sie das Dateisystem aus – angeboten werden zahlreiche Formate, darunter Ext3 und ReiserFS; die passenden mkfs-Tools müssen aber vorhanden sein. Wer will, kann hier sogar eine neue NTFS-Partition erzeugen. Als Vorgabe wird der gesamte freie Bereich mit der neuen Partition gefüllt, Sie können aber auch einen kleineren Wert angeben und dann wählen, ob das neue Dateisystem am Anfang oder Ende des freien Bereichs angelegt wird (Abbildung 5).

Abbildung 5: Vorgaben für die neue Partition

Wie beim Verkleinern gilt auch beim Anlegen: QtParted 0.4 übernimmt die Vorgabe zunächst in die Partitionsansicht und erwartet ein Datei/Durchführen (File/Commit), um die Änderungen zu schreiben; Version 0.3.x fragt kurz nach und erzeugt dann direkt die neue Partition.

Vorteil des Commit-Systems von QtParted 0.4 ist, dass Sie zunächst eine komplexe Folge von Veränderungen definieren können und dann am Schluss – wenn alles richtig ist – all die nötigen Aktionen in einem Rutsch ausführen lassen.

Abbildung 6 zeigt das Ergebnis: Die Windows-Partition ist geschrumpft, und den freien Platz füllt nun eine Ext3-Partition für Linux. Im Test gab es keine Probleme, doch zum Abschluss nochmals die warnenden Worte vom Anfang: Sichern Sie Ihre Daten vor dem Einsatz von QtParted und vergleichbaren Tools. Viel Erfolg beim Zuschneiden.

Abbildung 6: Das Endergebnis: Die neue Partition liegt in der Mitte, hat aber die höchste Partitionsnummer (10)

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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