Achtung, Aufnahme!

Liegt das zu bearbeitende Stück einmal nicht als Datei vor, sondern beispielsweise auf einer alten Schallplatte, so sorgt der Aufnahmedialog dafür, dass das Lied in den PC kommt. Dazu schließen Sie die analoge Quelle an den Eingang (Line-In) der Sound-Karte an und erstellen ein leeres Dokument, das etwas größer ist als das aufzunehmende Lied.

Anschließend öffnen Sie den Dialog mit dem roten Button links unten und noch ein Mixer-Programm – das kann zum Beispiel Kmix sein. Mit diesem passen Sie die Aufnahmelautstärke an.

Im Aufnahmedialog (Abbildung 5) finden Sie ähnliche Abspiel- und Navigationselemente wie in der Button-Leiste des Hauptfensters, nur das diese den Aufnahme-Cursor steuern. Aufnahmen sind nur innerhalb einer Markierung möglich. Daher markieren wir erst einmal das gesamte Dokument. Um eine Testaufnahme zu starten, suchen Sie sich eine möglichst laute Stelle des Liedes zwecks Pegelanpassung heraus und klicken auf den Knopf mit der Aufschrift Record into Selection.

Wenn der Sound bei Sweep ankommt, sehen Sie jetzt einen roten Cursor, der sich durch die Datei bewegt und eine neue Kurve hinter sich her zieht. Diese passen Sie mit dem Eingangsregler von Kmix so an, dass die Kurve der lautesten Stelle des Liedes gerade bis an den Rand des Graphen reicht.

Dabei ist es meist günstiger etwas leiser aufzunehmen als einen Teil der Kurve zu verlieren. Nach dem Testlauf spulen Sie den Aufnahme-Cursor mittels Button-Leiste wieder zurück und nehmen diesmal das Lied richtig auf.

Die ist nun Aufnahme beendet. Spulen Sie an die beiden Enden des Liedes und schneiden das Lied passend. Wurde zuvor etwas mit der Lautstärke gespart, so maximieren Sie diese mit dem Normalise-Plugin. Dieser Filter ist in Sweep enthalten und befindet sich mit den anderen Plugins im Menü Verarbeiten.

Abbildung 6: Der Multiband-Equalizer ist eines der vielen Plugins für Sweep

Die Auswahl an Plugins reicht von einfachen Effekten wie Chorus und Hall über Lautstärkemanipulation wie Fade-In bis hin zu Frequenzfiltern und Oszillatoren. Hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt (Abbildung 6). Möchten Sie mehr über das Einsatzgebiet des ein oder anderen Plugins wissen, so finden Sie unter [2] und [3] weitere Literatur. Eine komplette Einführung in die Audiotechnik finden Sie dagegen unter [4].

Kasten 1: Abhängigkeiten

gtk+ 1.2: Gimp Toolkit
libsndfile: Bibliothek zum Lesen und Schreiben von Audiodaten
libsamplerate: Library zur Änderung der Dateieigenschaften
tdb: Eine einfache Datenbank-API
pkg-config: Utility für den Compiler-Lauf
libogg: Containerformat für den Vorbis-Codec
libvorbis: Freie Alternative zum MP3-Codec
libmad: Decoder für MP3-Dateien
speex: Freies Musikformat spezialisiert auf Sprache

Glossar

Effekte/Filter

Operationen, die den Klang verändern und verfremden oder ihm besondere Eigenschaften wie Hall oder Echo hinzufügen, heißen Effekte. Wird bei der Manipulation dagegen etwas entfernt oder bestimmte Klangeigenschaften abgeschwächt, so spricht der Fachmann von einen Filter.

Scratchen

Das rhythmische Vor- und Zurückziehen der Schallplatte im laufenden Betrieb nennt man Scratchen. Einst, in den Achtzigern, als besondere Einlage während einer Party benutzt, findet es heutzutage Einzug als Instrument in viele Musikstile.

Der Autor

Andreas Paland studiert in Aachen Informatik und ist seit vielen Jahren Linux-Fan. Wenn er nicht gerade an seinem Video-PC bastelt, dann legt er seine Platten auf und scratcht bis die Nadel springt.

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