ALSA Modular Synthesizer

Auch das Programm AlsaModularSynth von Matthias Nagorni ist ein Software-Synthesizer. Es arbeitet anders als FluidSynth nicht mit dem Wavetable-Verfahren, stattdessen setzen Sie damit ein Instrument aus vorgefertigten Modulen zusammen.

Wer SuSE 8.2 Professional benutzt, installiert das Paket alsamodular mit YaST von den mitgelieferten CDs. Benutzer von SuSE Personal finden das RPM-Paket auf der Heft-CD. Für andere Distributionen befinden sich eine Installationsanleitung (Installation.html) sowie die Quellen auf der Heft-CD.

Das Kommando ams startet AlsaModularSynth. Das Paket enthält zudem einige Beispielinstrumente; diese Dateien mit der Endung .ams installiert SuSE unter /usr/share/doc/packages/alsamodular/. Mit File / Load laden Sie beispielsweise example_full_midi.ams und gelangen in die grafische Instrumentenbeschreibung (Abbildung 4). Beachten Sie, dass einige Beispielinstrumente keine MIDI-Daten entgegennehmen; sie ignorieren die musikalischen Anweisungen von NoteEdit und spielen vorgegebene oder zufällige Tonfolgen ab.

Abbildung 4: Viele Module ergeben ein Instrument

Falls Sie NoteEdit vor AlsaModularSynth gestartet haben, schließen Sie den Noteneditor und starten ihn neu, damit er unter Einstellungen / Noteneditor einrichten... / Klang das Gerät ams anzeigt. Wählen Sie dieses Gerät, und testen Sie es mit der Datei zeile1.not von der Heft-CD. Sie enthält die erste Zeile von example1.not ohne Akkorde, weil AlsaModularSynth nur einstimmig spielt. Zwar startet der Parameter -pN den Synthesizer auch mehrstimmig (N steht für die Anzahl der Stimmen), doch das zwingt selbst neueste Prozessoren oft in die Knie.

Mit einem Rechtsklick auf den Kasten VCF erscheint ein Kontextmenü; der Regler Frequency ändert die Klangfarbe.

Eigenbau

Die Grundlagen für ein eigenes Instrument bilden die Module , und -Out wie in Abbildung 5. Ein neues Modul erstellt der Menüpunkt Module / New, mit festgehaltener Maustaste verschieben Sie es auf der Oberfläche. Ein Rechtsklick darauf öffnet ein Kontextmenü, mit dem Sie Parameter ändern oder das Modul löschen.

Abbildung 5: Die ersten drei Module des Instruments

Nun verbinden Linksklicks auf den Rectangle-Ausgang des VCO-Moduls und den "In 0"-Eingang des PCM-Out-Moduls diese beiden Ports. Verknüpfen Sie den "In 1"-Eingang von PCM-Out genauso (Abbildung 6). Die geometrischen Bezeichnungen der VCO-Ausgänge geben die Form der ausgehenden Schwingungen an, im Falle von Rectangle sind sie rechteckig. Der Tune-Regler im Kontextmenü des VCO-Moduls ändert die angelegte Spannung manuell, für das spätere Zusammenspiel mit FluidSynth sollten Sie diesen Wert auf 0 lassen. Die Verbindung zwischen VCO und PCM-Out sorgt für die Wiedergabe der Schwingungen auf den Lautsprechern.

Synthesis / Stop unterbricht die Synthese jederzeit, Synthesis / Start nimmt sie wieder auf. Versehentlich hergestellte Verbindungen löst ein Rechtsklick auf einen verbundenen Eingang wieder auf.

Abbildung 6: PCM-Out steht für den Ausgang der Soundkarte

Das MCV-Modul sorgt dafür, dass die Spannung dem von NoteEdit per MIDI geforderten Ton entspricht. Verbinden Sie deshalb dessen Freq-Ausgang mit dem Freq-Eingang des VCO-Moduls wie in Abbildung 7.

Abbildung 7: Erst durch Verbindungen entsteht das Instrument

Spielt NoteEdit jetzt mit dem Gerät ams die Datei zeile1.not, kommt Ihr neues Instrument zum Einsatz. Wenn die Töne zu hoch klingen, erhöhen Sie den Wert Note Offset des MCV-Moduls von 24 auf 36. Das setzt die Töne um 12 Halbtöne – eine Oktave – tiefer.

Da jeder Ton gleich laut bleibt, bis der nächste Ton beginnt, erinnert die Ausgabe allerdings noch nicht an ein reales Musikinstrument. Ein echter Klavierton ist kurz nach dem Anschlag am lautesten und wird in der Folge nach dem Schema in Abbildung 8 leiser.

Abbildung 8: Die Lautstärke eines natürlichen Tones verringert sich

Um diese Intensitätsphasen mit AlsaModularSynth nachzubilden, fügen Sie Ihrem Instrument ein ENV- und ein "Lin. "-Modul hinzu. Verbinden Sie den Gate-Eingang von ENV mit dem gleichnamigen Ausgang des MCV-Moduls und den Ausgang out mit dem Eingang Gain 0 vom VCA wie in Abbildung 9. Den VCA-Ausgang wiederum verbinden Sie mit den beiden PCM-Out-Eingängen. Den Rectangle-Ausgang von VCO verknüpfen Sie statt mit PCM-Out nun mit In 0 am VCA-Modul.

Abbildung 9: Das Instrument wächst

Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf das ENV-Modul, erscheint eine Hüllkurve (Envelope) mit den fünf Tonphasen Attack, Hold, Decay, Sustain und Release (Abbildung 8). Mit den Reglern passen Sie diese Kurve Ihren Wünschen an. Durch die Gate-Verbindung informiert MCV das ENV-Modul über eingehende Töne, letzteres erzeugt daraufhin eine Spannungsfolge entsprechend der Hüllkurve.

Das VCA-Modul dient als Verstärker und gibt das Signal nach PCM-Out weiter. Entspricht die eingestellte Hüllkurve dem Schema aus Abbildung 8, ähneln die bei der Wiedergabe durch NoteEdit erzeugten Töne einem natürlichen Instrument wenigstens entfernt.

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