Musikvideos und Horrorfilme machen es vor: In der Verwandlung verändert sich des Menschen Antlitz. Dabei werden die Bilder nicht nur einfach übergeblendet, sondern gleichzeitig auch verformt. So entsteht der Eindruck einer Veränderung der Gestalt (griechisch morphe). An den Programmen PanoTools, xmorph und xmrm zeigt dieser Artikel, wie einfach Sie Morph-Sequenzen erzeugen und – dank der Videoschnittprogramme Cinelerra und MainActor – in eigene Filme einbauen.
Vorbereitungen
Das Ausgangsmaterial bilden stets zwei Fotos. Ideal sind Portraits, aber auch andere Kombinationen sind möglich. Die genannten Programme setzen Ihrer Phantasie keine Grenzen – der Verwandlung eines Hundes in einen Schuhkarton steht nichts mehr im Weg.
Als Beispiel dienen die Aufnahmen zweier Gesichter: Für ein optimales Ergebnis sollten die Personen auf beiden Fotos in die gleiche Richtung schauen und die Bilder sowohl in ihrer Helligkeit als auch in ihren Abmessungen übereinstimmen. Um die Fotos anzupassen, empfiehlt sich die Bildbearbeitung Gimp [4]. Dort ändern Sie die Größe nachträglich über Bild/Skalieren....
PanoTools
Die PanoTools von Helmut Dersch wurden schon im letzten Heft vorgestellt. Eigentlich dienen sie der Erstellung von Panoramafotografien – aber etwas versteckt finden Sie dort eine leistungsfähige Funktion zum Morphen.
Die PanoTools liegen unter [1] zum Download (hinter dem Link Linux Version Version 2.6b1 (no plugin)). Entpacken Sie das Archiv in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Aus dem dabei erstellten Unterverzeichnis PTLinux kopieren Sie (als Root) die Datei libpano12.so in das Verzeichnis /usr/lib. Überprüfen Sie, ob die Programme im Unterverzeichnis Helpers ausführbar sind.
Erstellen Sie ein neues Projektverzeichnis, in dem Sie beide Ausgangsfotos ablegen. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster und wechseln Sie in das Verzeichnis PTLinux – eventuell müssen Sie den Pfadnamen noch an Ihre Bedingungen anpassen. Starten Sie die Hilfsanwendung PTPicker durch Eingabe von
java -jar ptpicker.jar
Wenn nichts passiert, fehlt Ihrem System eine installierte Java-Laufzeitumgebung (JRE, Java Runtime Environment). Die brauchen alle in Java geschriebenen Programme; sie liegt den meisten Linux-Distributionen bei.
Unter PTPicker wählen Sie File/New. Die meisten der nun abgefragten Werte können Sie ignorieren. Stellen Sie unter Focal Length die Brennweite der Kamera und unter Image Count den Wert 2 ein. Klicken Sie auf OK und speichern Sie das neue Projekt in Ihrem Projektverzeichnis. Vergeben Sie dabei explizit die Dateiendung .txt.
Um die Bilder zu laden, wählen Sie unter Left Image/Image0 das erste Bild und unter Right Image/Image1 das zweite Bild aus. Die dabei erscheinende Warnmeldung können Sie ignorieren.
Im nächsten Schritt machen Sie dem Morpher klar, welche Punkte des Ausgangsbildes welchen Punkten des Zielbildes entsprechen. Dazu setzen Sie Kontrollpunkte: Suchen Sie markante Stellen des Gesichtes im linken Bild, z. B. die Nase. Fahren Sie mit dem Mauszeiger an diese Position – die eingebaute Lupenfunktion hilft Ihnen dabei. Sobald Sie mit der Maustaste klicken, erscheint auch im rechten Bild ein Kontrollpunkt. Schieben Sie ihn dort ebenfalls auf die Nasenspitze. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit weiteren markanten Stellen, wie Ohren, Augen- und Mundwinkeln oder Grübchen. Je mehr Punkte sie setzen, desto hochwertiger wird das Ergebnis. PTPicker hat keine Rückgängig-Funktion: Sichern Sie daher regelmäßig Ihre Arbeit.
Vergrößern in PTPicker
In PTPicker können Sie die Ansicht der Bilder vergrößern (View/Zoom In) und verkleinern (View/Zoom Out). Leider zeichnet PTPicker die Laufleisten dabei nicht immer korrekt neu. Das behebt ein Maximieren des Fensters über das Systemmenü.



