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Kleine Dateien ganz groß

out of the box: grip

Konfiguration

Um eine CD auf die Festplatte zu kopieren, müssen in grip zuerst einige Parameter eingestellt werden. Durch Klicken auf den Reiter Config starten Sie die Konfiguration (Abbildung 2). Im Reiter CD muss normalerweise nichts geändert werden, nur das CD-ROM-Device kann bei mehreren vorhandenen CD-Laufwerken auch anders heißen, z. B. /dev/cdrom1, wenn es als zweites Laufwerk vom Linux-Kernel erkannt wurde.

Interessanter sind die Einstellungen unter Rip: Als Standard-Ausleseprogramm für CDs ist hier cdparanoia gewählt. Die Einstellungen können belassen werden, wie sie sind --nur den Speicherort für die Wav-Dateien, die cdparanoia erstellt, sollten Sie systemspezifisch anpassen. Außer Angaben, unter welchem Pfad grip das Programm finden und wo es Wav-Dateien abspeichern kann, sind unter Rip command-line und Rip file format auch einige Variablen aufgeführt: Diese bestehen alle aus einem "%" und einem Buchstaben. So bezeichnet etwa %A den Namen des Interpreten – dieser wird beim Auslesen der CD in der Kommandozeile an Stelle der Variable eingesetzt. Eine Liste der wichtigsten Variablen, auf die sich grip stützt, finden Sie in Tabelle 1.

Der Reiter Encode bietet die Möglichkeit, das Programm zu wählen, welches die Wav-Dateien in das MP3- oder Ogg-Vorbis-Format wandelt. Wenn Sie zum Beispiel eine Lizenz des Frauenhofer-MP3-Encoders besitzen und diesen verwenden möchten, können Sie ihn hier einstellen. Die Optionen, die grip dem Encoder übergibt, passt das Programm automatisch an. In der Zeile Encode File Format können Sie wählen, in welchen Zielordner grip die Dateien unter welchen Namen ablegen soll. Hier können die Variablendefinitionen verwendet werden: Der String ~/mp3/%A/%d/%t-%a-%n.mp3 legt die Dateien im Ordner mp3/Ordner des CD Interpreten/CD Name/ im Home-Verzeichnis ab und erstellt dort Dateien mit Track-Nummer, Interpret und Titel. Damit diese MP3-Dateien später ansehnlich im MP3-Player erscheinen, müssen noch die ID3-Tags gesetzt werden: Damit speichern Sie in einem speziellen Format in der MP3-Datei Informationen wie Titel und Interpret ab, so dass der MP3-Player unabhängig von Dateinamen ist. Um ID3-Tags erzeugen zu lassen, wählen Sie die Checkbox Add ID3 tags to encoded files im Reiter ID3 aus.

Abbildung 2: Konfigurationsmaske von grip

Gut gerippt ist halb gespielt

Wurden alle Konfigurationsoptionen richtig gewählt, kann das Auslesen beginnen. Dazu klicken Sie die Tracks mit der rechten Maustaste an, die Sie auslesen wollen. Sie können auch die Spaltenüberschrift "Rip" anklicken, um alle Tracks auf einmal zu markieren. Im Menüpunkt Rip finden Sie die Optionen Rip Only und Rip+Encode. grip beginnt nach Klick auf einen der beiden Buttons, die CD auszulesen – wenn die zweite Option gewählt wurde, werden die Tracks in MP3- oder Ogg-Vorbis-Dateien konvertiert. Wurden in der Tracklist keine Tracks gewählt, liest grip nach Bestätigung die gesamte CD ein. Nach dem Start bietet die Fortschrittsanzeige unten auf der Seite einen guten Überblick über die verbleibende Zeit. Ist sie bei 100 Prozent angekommen, können Sie die nun gut organisierte Musik im Speicher sparenden Format genießen.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Kasten 1: Variablen

%a Name des Interpreten des Tracks
%A Interpret der CD
%b Die verwendete Bitrate beim Encoden
%c Das benutzte CD-Gerät
%d Name der CD
%t Die Tracknummer (z.B. 01 oder 18)
%n Name des Tracks
%y Erscheinungsdatum der CD

Glossar

CDDB

CDDB bietet Anwendern die Möglichkeit, CD-Informationen über das Internet von einem Server abzurufen. Der Client sendet eine Disc-ID, die aus der eingelegten CD berechnet wird, an den Server, und dieser fragt mittels der ID als Identikation seine Datenbank ab. Neben dem inzwischen von der Firma Gracenote kommerziell betriebenen Original-CDDB hat sich die freie Version freedb.org entwickelt, die allen Anwendern und Entwicklern offensteht.

Kodieren

Bezeichnet den Vorgang des verlustbehafteten Komprimierens einer Datei in z. B. das MP3-Format. Der Encoder muss hier festlegen, welche Teile der Musik (z. B. unhörbare Frequenzbereiche) er komplett weglässt und welche er mit den ihm zur Verfügung stehenden Algorithmen zu komprimieren versucht.

freedb

CDDB bietet Anwendern die Möglichkeit, CD-Informationen über das Internet von einem Server abzurufen. Der Client sendet eine Disc-ID, die aus der eingelegten CD berechnet wird, an den Server, und dieser fragt mittels der ID als Identikation seine Datenbank ab. Neben dem inzwischen von der Firma Gracenote kommerziell betriebenen Original-CDDB hat sich die freie Version freedb.org entwickelt, die allen Anwendern und Entwicklern offensteht.

Der Autor

Frederik Bijlsma benutzt Linux seit 1994 und studiert Betriebswirtschaftslehre in Magdeburg.

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