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xine, eine freie Playerbibliothek

xine fernbedienen

Um xine bequem vom Sofa zu steuern, brauchen Sie eine Fernbedienung. Prinzipiell eignet sich fast jede Infrarot-Fernbedienung. Beim Lirc-Project (Linux Infrared Remote Control) [20] gibt es Bauanleitungen für Empfänger und die entsprechenden Treiber zum Download. Die meisten Distributionen liefern diese Treiber sogar gleich mit.

Ist Lirc auf dem System eingerichtet, können Sie alle oben genannten Frontends mit der Fernbedienung steuern. Zur weiteren Konfiguration (Tastenbelegungen etc.) finden Sie Hinweise in der Dokumentation der einzelnen Frontends.

Ausblick

Die Entwicklung bleibt natürlich nicht stehen. Neben der stetigen Verbesserung vorhandener Features kommen ständig neue hinzu. Erst seit kurzem ist es möglich, die Frames – die Einzelbilder eines Streams – separat darzustellen.

So lassen sich spezielle Frontends entwickeln, die diese Einzelbilder verarbeiten und daraus neue Video-Streams generieren. Da es egal ist, in welchem Format das Ausgangsmaterial vorliegt, ist es beispielsweise möglich, von einer Fernsehkarte oder Streams aus dem Internet aufzuzeichnen. Ein erster Ansatz für solch ein Frontend ist enix [21]. Dieses Frontend befindet sich aber noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und ist derzeit nur erfahrenen Benutzern zu empfehlen.

Einer der Autoren dieses Artikels entwickelt gerade ein spezielles Frontend, das xine wohnzimmertauglich macht. Das Projekt trägt den Arbeitstitel "oxine" [22] und ist darauf ausgelegt, ständig im Vollbildmodus zu laufen. Die Benutzerführung läuft über die On Screen Displays (OSD) von xine, welche bereits bei DVD-Menüs und Untertiteln Verwendung finden.

Glossar

Bibliothek

Auch Library genannt. Sammlung von Programm-Code, die bestimmte Funktionen bereitstellt. Applikationen, die gegen die Bibliothek gelinkt sind, können diese Funktionen nutzen. Auf Linux-Systemen (wie auf vielen anderen Unix-artigen Systemen), tragen Bibliotheken die Endung .so, oft gefolgt von einer Versionsnummer. Das Suffix so steht dabei für "shared object" und betont, dass viele Anwendungen den enthaltenen Code gemeinsam nutzen dürfen.

Codecs

Abkürzung für Codierer/Decodierer. In Zusammenhang mit Audio-/Videokompression ein Programmstück, das Audio-/Videodaten komprimiert ("encoden") und wieder auspackt ("decoden").

Plugin

Ähnlich einer Bibliothek, allerdings werden Plugins zur Laufzeit eines Programms dynamisch nachgeladen und können vom Benutzer zur Erweiterung der Programmfunktion nachinstalliert werden. Audio- und Video-Player, die auf Plugins basieren, lassen sich so besonders einfach um die Unterstützung neuer Audio-/Videoformate erweitern.

Mediamark

Sehr ähnlich wie ein Bookmark im Browser. Der Mediamark zeigt allerdings auf einen Multimedia-Stream. Wird beispielsweise im gxine als Funktion angeboten, um Internet-Live-Streams oder auch Stellen auf DVDs zu merken.

Der Autor

Günter Bartsch und Stefan Holst arbeiten in ihrer Freizeit an freier Software oder Hardware-Basteleien. Einen Teil dieser Zeit widmen sie dabei xine und den verschiedenen Frontends.

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LinuxUser 06/2012

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