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Software

Mailstats

E-Mail ist nach Ansicht diverser Experten das wichtigste Kommunikationsmittel neben dem Telefon. Besonders Verwalter von Mailing-Listen interessiert es häufig, welcher Benutzer am aktivsten ist oder welches Mail-Programm von den Benutzern überwiegend verwendet wird. Diese und andere statistische Daten lassen sich mit MailStats (http://marki.host.sk/MLS/) aus Mail-Archiven im .cache- oder mbox-Format, das z. B. Netscape verwendet, extrahieren. Dabei ist die Konfiguration sehr intuitiv: Neben der gewünschten Sprachunterstützung und einem geeigneten Ausgabeformat – zur Wahl stehen dabei Text und HTML – müssen lediglich eine Eingabe- sowie eine Ausgabedatei festgelegt werden. Alternativ können Ein- und Ausgabe auch über die Standardkanäle von Linux erfolgen. Dies ist sinnvoll, falls man z. B. die Ausgabe in ein anderes Programm umleiten möchte. Ein Anwendungsbeispiel dazu befindet sich im Verzeichnis example des Quell-Archivs. Der Benutzer findet dort einige Beispieldateien, mit denen er MailStat mit Hilfe der .forward-Datei in den Arbeitszyklus von procmail integrieren kann. Auf diese Weise lässt sich die Auswertung automatisieren. Ein ebenfalls im Quellarchiv enthaltenes PHP-Skript ermöglich außerdem eine interaktive Darstellung der Auswertung im Netz.

Somit eignet sich MailStat hervorragend, um Statistiken des Mail-Verkehrs in Mailing-Listen oder lokalen Netzwerken zu erfassen. Dabei hängt die Geschwindigkeit der Auswertung maßgeblich vom verwendeten Prozessor ab: Prozessoren jenseits der Pentium-II-Klasse reichen meist aus. Übrigens ist dabei die Linux-Version erheblich schneller als ihr Windows-Pendant.

Abbildung 3

Abbildung 3: MailStat kann entweder eine HTML-Datei erzeugen …

Abbildung 4

Abbildung 4: … oder die Auswertung in eine Textdatei schreiben

Twin, der Window Manager für die Konsole

Unter Linux laufen die meisten Dienste und Programme auch ohne grafische Oberfläche. Deshalb kommt es häufig vor, dass auf Servern oder älteren Rechnern, die in einer Ecke stehend Netzwerkdienste übernehmen, gar kein X-System installiert ist. Neben der Ressourcenersparnis spielt gerade bei Servern auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Allerdings muss heute niemand mehr auf den Komfort eines Window Managers verzichten, selbst wenn kein X-System installiert ist: Die Lösung heißt twin (http://linuz.sns.it/~max/twin/) und ist eine grafische Oberfläche im CUA-Stil für die Konsole. Wie das X-System besteht es aus einer Client- und einer Server-Komponente, was auch eine Umlenkung der Ausgabe auf einem entfernten Rechner im X-Stil ermöglicht. Allerdings ist der eingebaute Window Manager sehr einfach und allenfalls auf dem Niveau eines TWM. Wer von Sawfish oder Enlightenment verwöhnt wurde, wird einiges vermissen.

Dafür entschädigt Twin mit einigen Funktionen, die man nicht vermuten würde: Neben einem vollwertigen Terminal-Emulator verfügt es unter anderem über einen System-Monitor und eine Systemuhr. Selbst ein Gegenstück zu Login-Managern wie KDM, GDM und XDM hat der Programmierer mit TWDM geschaffen. Ein beiliegendes Tutorial beschreibt, wie der Benutzer TWDM in die Initialisierungsroutinen des Systems integrieren kann. Ein anderer interessanter Punkt dieses Tutorials ist die Verwendung der so genannten transparenten Komprimierung. Mit Hilfe der zLib, die jedes System enthält, lassen sich die Daten zwischen Twin-Server und -Client komprimiert übertragen. Dies ist besonders bei geringer Bandbreite sehr hilfreich. Dank der Leistungsfähigkeit heutiger Prozessoren fällt die kompressionsbedingte Zeitverzögerung dabei nicht ins Gewicht. Wer twin jetzt ausprobieren möchte, findet die Quellen auf der Heft-CD. Vergessen sie aber nicht, nach der Installation einmal ldconfig aufzurufen, da twin anderenfalls seine Bibliotheken nicht findet.

Abbildung 5

Abbildung 5: Twin ist ein Window Manager für die Konsole

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Infos zur Publikation

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LinuxUser 05/2014

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