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MPlayer

in medias res

Die Quelltexte der aktuellen MPlayer-Version finden Sie unter [6] zum Download. Weil sich bei der Entwicklung von MPlayer in sehr kurzer Zeit sehr viel ändert, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die jeweils aktuellste Version herunterladen – bei Redaktionsschluss war dies die 0.90.

Entpacken Sie die Quelltexte mit tar xvfj MPlayer-X.XX.tar.bz2. Wechseln Sie ins Verzeichnis der entpackten Sourcen und verschaffen Sie sich mit ./configure --help einen Überblick über die Optionen des Skripts. Beachten Sie besonders die prozessorspezifischen Eigenschaften unter dem Eintrag Advanced Options. Welche Mechanismen Ihr Prozessor unterstützt, finden Sie im Zweifelsfall mit cat /proc/cpuinfo heraus. Die Features stehen dort im Feld flags.

Die automatische Erkennung des configure-Skripts für die verschiedenen Codecs funktioniert in der Regel sehr gut. Wird dennoch einmal ein Codec, den Sie sicher installiert haben, nicht richtig erkannt, geben Sie dem Skript diesen explizit mit auf den Weg. Liegen beispielsweise die Win32-.dll-Dateien für den RealPlayer 9 in /usr/lib/rp9win32dlls und werden trotzdem nicht erkannt, hilft die Option --with-reallibdir=/usr/lib/rp9win32dlls weiter.

Unabhängig von den Parametern für die Prozessor-Optimierung und die Codecs sollten Sie dem configure-Skript noch folgende Argumente mitgeben:

--prefix=/usr --enable-dvdread --disable-mpdvdkit --confdir=/etc/mplayer --enable-gui --enable-menu --disable-libfame --enable-css

Die sorgen dafür, dass MPlayer später nach /usr/bin installiert wird und die Konfigurationsdateien in /etc/mplayer landen. Außerdem aktivieren Sie so die Benutzung von libdvdread, die Installation des GTK+-Frontends für den Player und die Unterstützung von DVD-Menüs. Mit der vorletzten Option wird die fame-Bibliothek deaktiviert, die momentan noch einige Probleme bereitet, und die letzte Option schaltet die Verwendung der libdvdcss ein.

Ob die Erkennung der Codecs und der Bibliotheken funktioniert hat, sehen Sie entweder an den Meldungen des Skripts oder an der Zusammenfassung, die am Ende des configure-Laufs erscheint. Wenn alle Pakete aus Tabelle 1 installiert sind, sollte die Zusammenfassung ungefähr so aussehen, wie in Abbildung 1.

Abbildung 1: Alle Codecs und Libraries gefunden?

Die Kommandos make und make install sorgen dafür, dass MPlayer nun kompiliert und installiert wird.

Hübsch verkleidet

Als letzten Schritt verpassen Sie der grafischen Oberfläche noch eine Verkleidung (engl. "skin") und entsprechende Schriften. Wechseln Sie dazu in das Verzeichnis /usr/share/mplayer/ und überprüfen Sie, ob dort ein Ordner font existiert. Erstellen Sie diesen notfalls und wechseln Sie hinein. Laden Sie anschließend alle Dateien von [7] in dieses Verzeichnis herunter. Beim Entpacken der Archive hilft eine kleine for-Schleife weiter:

for a in *; do tar xvfj "$a"; done

Die Installation der Skins für MPlayers GUI verläuft prinzipiell genauso. Falls das Verzeichnis /usr/share/mplayer/Skin noch nicht existiert legen Sie es an. Auf der Download-Seite von MPlayer [6] finden Sie in der Sektion Skins verschiedene Oberflächen. Haben Sie sich für ein Design entschieden, laden Sie die Datei herunter und entpacken sie ins Skin-Verzeichnis. Natürlich dürfen hier auch weitere Verkleidungen liegen. Wichtig ist nur, dass Sie einen symbolischen Link namens default anlegen, der auf Ihre Lieblingsoberfläche zeigt, z. B.: ln -s Blue default.

Damit jeder Benutzer Zugriff auf die MPlayer-Dateien hat und das Programm verwenden darf, führen Sie das Kommando chmod -R a+r * im Verzeichnis /usr/share/mplayer aus. Im eigenen Home-Verzeichnis der Benutzer hilft ein weiterer Symlink dem Player beim Finden der richtigen Schriftart: Im versteckten Verzeichnis ~/.mplayer/ muss ein Link namens subfont.ttf angelegt werden und auf /usr/share/mplayer/font/iso-8859-7/arial/arial.ttf zeigen:

ln -s /usr/share/mplayer/font/iso-8859-7/arial/arial.ttf ~/.mplayer/subfont.ttf

Gestartet wird der Player auf der Kommandozeile mit dem Befehl mplayer & oder gmplayer & (für das GUI). Beide Programme verstehen die gleichen Optionen, von denen Tabelle 2 die wichtigsten zeigt.

Abbildung 2: MPlayer in Aktion

Tabelle 2: Wichtige Parameter für MPlayer

-dvd 1 startet die Wiedergabe der DVD in /dev/dvd
-dvd 1 -dvd-device /dev/hdc startet die Wiedergabe der DVD in /dev/hdc
-vcd 1 startet die Wiedergabe der (S)VCD in /dev/cdrom
-vcd 1 -cdrom-device /dev/hdc startet die Wiedergabe der (S)VCD in /dev/hdc
-gui Name (gmplayer) benutzt die Oberfläche Name anstatt der Default-Verkleidung

Der Autor

Martin Loschwitz kommt aus Niederkrüchten und ist eigentlich nur ein Fehler in der Matrix. Zu erreichen ist er unter madkiss@madkiss.org

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