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Von der Muse geküsst

out of the box: MuSE

Senden und senden lassen

Zum Senden der so gemixten "Radio-Programme" übers Internet kommt im Normalfall ein externer Icecast-Server zum Einsatz, der über genug Bandbreite für alle Clients verfügt. Mit dem Button Let's stream konfigurieren Sie den Zugang zum Server; das Dialogfenster dazu zeigt Abbildung 3.

Abbildung 3: Server konfigurieren

Schneller lassen sich die Server-Einstellungen über Kommandozeilenoptionen festlegen. So verbindet sich MuSE auf den Befehl

muse -e mp3 -b 56 -r 22050 -s 1.2.4.8:8000 -p letmein &

hin mit Port 8000 des Servers mit der IP-Adresse 1.2.4.8. Als Stream-Format kommt MP3 mit einer Bitrate von 56 kBit/s und 22.05 kHz Sample-Rate zum Einsatz. MuSE meldet sich mit dem Zugangspasswort letmein beim Server an: Nachdem die Verbindung zu diesem steht, können Sie sich um die Kanäle und Playlisten kümmern und schließlich die Wiedergabe über den Server starten.

Natürlich darf der Streaming-Server auch auf dem Rechner laufen, der die Streaming-Quelle liefert. Deshalb finden Sie auf der Heft-CD der Vollständigkeit halber auch ein Icecast-Paket, mit dem die Sendeausrüstung komplett ist. Dessen Installation erledigen die Befehle aus Listing 1.

Listing 1

Installation des Icecast-Servers

tar xzf icecast-1.3.12.tar.gz
cd icecast-1.3.12
./configure && make
su   (root-Passwort eingeben)

make install
strip /usr/local/icecast/bin/icecast
ln -s /usr/local/icecast/bin/icecast /usr/local/bin/icecast
exit

Den lokalen Icecast-Server mit seiner Bedienkonsole starten Sie nun mit der Kommandozeile

icecast -P 8282

und ändern die Server-Einstellungen in MuSE auf die IP-Adresse 127.0.0.1 und den Port 8282. Die Hörer Ihres Online-Radios können sich jetzt direkt zu Ihrem Rechner verbinden und – wenn es die Bandbreite zulässt – Ihre Musikauswahl genießen. Über seine Konsole, die auch Statusinformationen anzeigt, lässt sich icecast mit dem Kommando shutdown beenden.

Hinterbandkontrolle

Zur Kontrolle des eigenen gesendeten Signals bietet sich ein lokaler MP3-Player wie xmms an. Damit dieser die Soundkarte für sich allein hat, starten Sie MuSE mit der Option -o, die jeglichen Zugriff auf die Soundkarte durch das Streaming-Tool verhindert.

Im xmms wählen Sie nun aus dem Hauptmenü den Punkt Play location oder drücken [Strg-l]. Daraufhin erscheint ein Eingabefeld, in das Sie http://127.0.0.1:8282 eintragen. Nach kurzer Verzögerung (der Stream wird gepuffert) sollte die "Hinterbandkontrolle" funktionieren (Abbildung 4).

Abbildung 4: XMMS hört ab

Glossar

MP3

"MPEG 1 Audio Layer 3" bezeichnet ein Verfahren, das Audiodaten in CD-Qualität ohne hörbare Verluste auf ca. ein Elftel der Ausgangsgröße reduziert.

Ogg Vorbis

Die patentfreie Alternative zu MP3.

Shoutcast/Icecast

Verfahren zum Übertragen von live ausgestrahlten Audio-Streams an einen oder mehrere Empfänger. Als Quelle wird ein MP3- oder Ogg-Signal eingespeist. Beim Streaming kann eine Player-Software die Daten bereits während des Empfangs abspielen; sie muss also nicht warten, bis eine Datei vollständig übertragen wurde.

Kompilieren

Das Übersetzen des Quelltextes einer Software in ein ausführbares Programm ("Executable"). Dies geschieht mit Hilfe eines Compilers.

Header-Dateien

Die Header- oder Include-Dateien listen alle verfügbaren Funktionen einer Bibliothek nebst Parametern auf. Diese Information braucht der C(++)-Compiler beim Übersetzen eines Programms. Bei den gängigen Distributionen trägt ein Header-Paket zu einer Bibliothek üblicherweise den Zusatz "dev" oder "devel" im Namen. Solange dies nicht installiert ist, schlagen Kompilierversuche fehl.

Port

Eine Anlegestelle für Netzwerkverbindungen. Die Ports tragen Nummern, und viele sind über diese Zahl einem Dienst zugeordnet. Programme, die sich an Ports "binden", können darüber Dienste zur Verfügung stellen, etwa Dateitransfer oder Remote-Logins.

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LinuxUser 06/2012

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