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Mehrere Distributionen nebeneinander installieren

01.03.2003 Eine neue Linux-Distribution einfach einmal auszuprobieren, ist nicht immer leicht: Windows und das bisherige Linux-System dürfen nicht beschädigt werden, auf der anderen Seite möchte man aber auf die Bookmarks und Mails nicht verzichten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie alles unter einen Hut bekommen.

Nach Erscheinen einer neuen Distribution ist die Versuchung oft groß: Soll man das alte System wirklich umstellen, läuft das neue Linux auch sicher stabil, und wird die eigene Hardware komplett unterstützt? Da wäre es eine große Hilfe, wenn man die neue Distribution einfach installieren könnte, ohne die vorhandenen Systeme zu beeinträchtigen.

Das ist möglich, erfordert aber erst einmal einen Komplettabriss, denn nachträglich lässt sich eine solche Struktur nur sehr aufwendig einbauen. Die Belohnung ist eine System, bei dem man zukünftige Distributionen ohne großen Aufwand installieren, ausprobieren und bei Nichtgefallen wieder löschen kann. Außerdem sollen die Home-Verzeichnisse der Distributionen bis auf distributionsabhängige Komponenten gleich sein, so dass man die eigenen E-Mails, Mozilla-Einstellungen und Texte unter jedem Linux-System identisch vorfindet.

Um mehrere Distributionen nebeneinander zu betreiben, sind einige Vorüberlegungen nötig, am besten noch vor der Installation des ersten Linux-Systems. Als Ausgangspunkt nehmen wir daher einen Computer, auf dem die gesamte Festplatte mit Windows XP belegt ist – das ist auf den meisten neu gekauften Rechnern der Fall. Zunächst müsste einmal Platz für Linux geschaffen werden: zum Beispiel durch Löschen der XP-Partition, Anlegen einer kleineren und Neuinstallation von Windows. Die Neuinstallation kann schon erste Schwierigkeiten bereiten, denn statt einer Windows-XP-CD gibt es meist nur eine Recovery-CD, die den Auslieferungszustand des Computers wiederherstellt – und zwar oft inklusive Partitionierung.

Abhilfe schafft zum Beispiel das Programm Partition Magic, das es im Bundle mit einer SuSE Linux 8.1 Professional für 99 Euro beim Nürnberger Distributor gibt. Partition Magic ist auf einer eigenen, boot-fähigen CD unter gebracht, eine Installation des Programms ist also nicht nötig. Legen Sie einfach die CD ins Laufwerk und starten Sie den Rechner neu, nach etwa einer Minute startet die grafische Oberfläche von Partition Magic. Dort können Sie die vorhandene Windows-Partition verkleinern.

Partitionierung planen

Die Gretchenfrage ist: Wie viel Platz braucht Linux? Den meisten Benutzern reichen 2 bis 3 GB für ein Linux-System, nur in der Vollinstallation sind 5 oder 6 GB nötig. Wir gehen davon aus, dass neben dem normalen Arbeits-Linux eine zweite Distribution installiert wird und Platz für ein drittes Linux-System – etwa eine Heft-CD aus dem LinuxUser – bleiben soll. Dazu kommt eine Auslagerungspartition (Swap), die doppelt so groß wie der Hauptspeicher sein sollte, alles in allem also runde 10 GB.

Als Boot-Loader wird Grub verwendet. Einerseits ist er bei fast allen aktuellen Distributionen der Standard-Boot-Loader, zum anderen können Sie damit eine zentrale Boot-Konfiguration für alle Linux-Systeme einführen. Dazu benötigen Sie zusätzlich eine Boot-Partition mit einer Größe von 20 bis 50 MB. Auf ihr werden später alle Distributions-Kernel abgelegt.

Die Heim-Verzeichnisse der Benutzer, also /home, können entweder bei jeder Distribution neu angelegt werden, oder man verwendet wie hier im Beispiel eine gemeinsame Partition für alle Linux-Systeme. Die Home-Partition sollte ausreichend groß dimensioniert sein, die 500 MB in den folgenden Beispielen sind dabei eher als Untergrenze zu verstehen. Eine gemeinsame Home-Partition hat den Vorteil, dass man etwa Bookmarks, Browser- und E-Mail-Einstellungen gemeinsam unter allen Systemen benutzen kann und nicht auf mehreren Linux-Systemen nach dem richtigen Bookmark zu suchen braucht.

Nach Verkleinern der Windows-Partition wird das Arbeitssystem aufgespielt, in diesem Fall SuSE Linux 8.1. Nach Booten von der ersten CD oder DVD und der Sprachauswahl muss unter Partitionieren der Punkt Partitionierung nach eigenen Vorstellungen ausgewählt werden, und im nachfolgenden Dialog zudem noch Erweiterte Einstellungen, manuelle Aufteilung (Partitionierung). Nur so lassen sich die Vorschläge des Installationsprogramm vollständig ignorieren.

Festplatte aufteilen

Die nun folgende Partitionierung erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, hat sich aber in der Praxis bewährt. Wie in Abbildung 1 zu sehen, belegt Windows XP die erste Partition, /dev/hda1. Je nach Ersteinrichtung kann die Numerierung auch abweichen – wichtig ist nur, dass Windows den Anfang der Festplatte einnimmt. Als nächste primäre Partition (/dev/hda2) wird /boot angelegt und als Ext2 formatiert, die Größe sollte zwischen 20 und 50 MB liegen.

Die restlichen Partitionen kommen in den erweiterten Bereich, in Abbildung 1 als /dev/hda3 zu sehen. Er umfasst den noch verfügbaren Festplattenplatz. Die erste so genannte logische Partition (/dev/hda5) wird zum Auslagerungsbereich (Swap), er wird später von allen Linux-Systemen gemeinsam genutzt. Danach folgt die Home-Partition /dev/hda6 (auch als Ext2, hier nur gut 500 MB groß), die später ebenfalls von allen benutzt werden soll.

An Stelle des Ext2-Dateisystems können Sie natürlich auch Ext3 oder Reiser-FS für die Home-Partition verwenden – es müssen allerdings alle Distributionen damit klar kommen. Ext2 ist der kleinste gemeinsame Nenner, damit funktionieren auch ältere Distributionen problemlos. Bei der Boot-Partition ist Ext2 dringend zu empfehlen, weil der Boot-Loader damit klar kommen muss – wer sich später etwa für Lilo an Stelle von Grub oder für einen ganz anderen Boot-Loader entscheidet, ist mit Ext2 zumindest auf der sicheren Seite.

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