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Die kritische Masse

out of the box: Chain Reaction

01.02.2003 Blobs sind völlig harmlose Objekte. Sie sitzen auf quadratischen Feldern, glänzen schön bunt und explodieren ab und zu. Letzteres tun sie aber nur, wenn sie die kritische Masse erreichen.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Ein Programm namens "Kettenreaktion"? Was sich zunächst nach Experimenten mit einem virtuellen Atomkraftwerk anhört, ist tatsächlich ein Strategiespiel für zwei bis sechs Spieler. Bei Chain Reaction von Lee Haywood verteilt jeder Spieler Blobs seiner Farbe auf freie Felder oder erhöht die Masse der eigenen Kugelverschmelzungen. Erreicht eine solche Ansammlung die Masse, die auf ihren Nachbarfeldern zusammengerechnet herumliegt, explodiert sie und verteilt sich auf die umliegenden Felder. Liegen vor der Explosion bereits andersfarbige Blobs auf den Nachbarfeldern, so übernehmen diese die Farbe des Explosionsopfers.

Erreicht einer der umliegenden Blobs durch die Explosion seinerseits die kritische Masse, explodiert auch er. Daraus können sich sehr wirksame Kettenreaktionen ergeben. Das Spiel endet, wenn nur noch Blobs einer Farbe übrig bleiben. Es gilt also, durch geschicktes Plazieren der eigenen Blobs möglichst viele gegnerische Blobs umzufärben.

Marke Eigenbau

Da es Chain Reaction nicht als fertiges Binärpaket für eine Distribution gibt, müssen Sie selbst kompilieren. Dazu benötigen Sie diverse Bibliotheken – insbesondere SDL – sowie die zugehörigen Development-Pakete mit den Header-Dateien, als da wären

  • libsdl und libsdl-dev,
  • libsdl-image und libsdl-image-dev sowie
  • libsdl-mixer und libsdl-mixer-dev

Die Paketnamen können je nach verwendeter Distribution ein wenig variieren. Benutzen Sie am besten die Paketsuche im Installationstool Ihrer Distribution!

Das Chain-Reaction-Quellarchiv finden Sie auf http://www.deth.dsl.pipex.com/reaction.html oder auf der Heft-CD. Jene enthält zudem das Skript rcinst.sh, das die einzelnen Installationsschritte automatisiert. Kopieren Sie diese Datei zusammen mit reaction-1.28.src.tgz in ein Verzeichnis, und starten Sie die Installation mit dem Kommando

sh rcinst.sh

Wenn alles gut geht, finden Sie die neue Software nun auf die Verzeichnisse /usr/local/bin und /usr/local/lib/reaction gebrauchsfertig verteilt.

Zwei oder mehr

Wird das Spiel mit dem Kommando reaction & aus einer Terminal-Emulation heraus gestartet, meldet es sich mit der Grundeinstellung für zwei Spieler. Wollen weitere Kombattanten teilnehmen, müssen Sie nur auf den jeweiligen Eintrag in der Punktliste rechts neben dem Spielfeld klicken.

Das Match beginnt, indem der erste Spieler einen Blob auf dem Spielfeld positioniert. In Abbildung 1 ist eine Partie mit zwei Spielern schon in vollem Gange. Der blaue Spieler ist am Zug und steht vor der Entscheidung, den Bereich des roten Spielers (links oben) anzugreifen oder seinen eigenen Bereich (rechts unten) auszubauen. Da dort von Rot keine akute Bedrohung ausgeht, wird Blau wahrscheinlich die erste Möglichkeit wählen.

Abbildung 1: Chain Reaction in Action

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LinuxUser 03/2012

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