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Software

Xine - Heimkino unter Linux

Egal ob Sie Ihre Video-CD mit dem letzten Urlaubsfilm ansehen wollen oder sich mit der neuesten DVD aus der Videothek einen gemütlichen Kinoabend gönnen: Beim komfortablen Abspielen von Videodateien führt fast kein Weg an Xine (http://xine.sourceforge.net/) vorbei. Auf den ersten Blick erinnert die Xine-Oberfläche stark an den heimischen CD-Player. Die Integration der Grundbedienung in eine solche Oberfläche macht die Bedienung sehr intuitiv. Natürlich sind alle Funktionen mit Tastaturkürzeln hinterlegt, die über ein Konfigurationsmenü beliebig angepasst werden können. Darüber hinaus bietet das Menü eine ganze Reihe weiterer Konfigurationsmöglichkeiten. Vom Theme bis zur Prioritätsvergabe für verwendete Video Codecs lässt sich Xine an das eigene System anpassen. Änderungen an den Codec-Einstellungen sind in der Regel aber nicht notwendig. Allerdings können Sie bei langsamen Rechnern an dieser Stelle vielleicht noch das eine oder andere Quäntchen Geschwindigkeit herauskitzeln. Wer nicht mindestens einen Pentium II mit 400 MHz sein Eigen nennt, kann sich die Mühe sparen. Ein noch schnellerer Prozessor wird von den Entwicklern dringend empfohlen, wenn wirklich Filmspaß aufkommen soll.

Neben DVDs und VCDs unterstützt Xine noch weitere Video- und Audioformate: Quicktime, MPEG-1/2, AVI (inklusive DiVX) gehören ebenso zu den unterstützten Formaten wie MP3 und Ogg Vorbis. Verschlüsselte DVDs kann Xine in der Standardversion jedoch nicht abspielen. Grund hierfür ist die teilweise unklare Rechtslage in Ländern, die es nicht gestatten, geschützte DVDs mit nicht autorisierter Software abzuspielen. Wer trotzdem seine verschlüsselten DVDs unter Xine sehen möchte, kann sich mit dem Plugin DVDNAV behelfen. Ursprünglich zur Verbesserung der DVD-Menü- und Navigationsfunktionen in Xine gedacht, basiert es auf der Bibliothek libdvdread, die CSS-Entschlüsselung unterstützt. Folglich ist der CSS-Support ein positiver Nebeneffekt, für dessen reibungslose Funktion nicht garantiert wird. Hier geht Probieren über Studieren, ein Versuch lohnt sich in jedem Fall.

Abbildung 2: Xine spielt DVDs und zahlreiche andere Videoformate ab

Endeavour2

Datei-Manager gibt es unter Linux in Hülle und Fülle. Manche von ihnen mutierten mit der Zeit zu einem wahren Alleskönner, was aber besonders auf langsameren Rechnern der Produktivität eher abträglich ist. Endeavour2 ist ein dem Windows Explorer nachempfundener Datei-Manager, der im Gegensatz zu seinen großen Brüdern wie Nautilus durch Geschwindigkeit und intuitive Benutzerführung besticht.

Im Wesentlichen beschränkt sich Endeavour auf die Grundfunktionen eines Datei-Managers: Dateien umbenennen, kopieren, verschieben und löschen zählen ebenso zu seinem Repertoire wie das Ändern von Dateieigentümern und Zugriffsrechten, das Mounten von Datenträgern oder Setzen symbolischer Links. Gelöschte Dateien landen in einem separaten Papierkorb und können bei Bedarf bequem zurück geholt oder für immer eliminiert werden. Auch komprimierte Archive stellen für Endeavour kein Problem dar. Von Hause aus werden neun verschiedene Archivtypen (darunter rpm, tar und arj) unterstützt. Dank eines integrierten Archiv-Managers genügt ein Klick auf das gewünschte Archiv, um dessen Inhalt in einem eigenem Fenster anzuzeigen. Dort lassen sich zu extrahierende Dateien auswählen oder aber neue Dateien zum Archiv hinzufügen. Leider können nur ganze Verzeichnisse oder einzelne Dateien in einem Arbeitsschritt in das Archiv aufgenommen werden. Eine Auswahl mehrerer Dateien aus dem gleichen Verzeichnis muss damit Datei für Datei eingefügt werden. Mit diesem Defizit muss man im Augenblick leben.

Zur Verwaltung von Grafiken bietet Endeavour einen eigenen Bildbetrachter namens IBrowser. Dieser wurde aber eher halbherzig integriert, da das Anklicken einer Grafik ihn nicht aktiviert und sich der Benutzer nach manuellem Starten von IBrowser nicht zwingend im gewünschten Verzeichnis befindet. So gehen die Funktionen dann auch kaum über die reine Anzeige von Grafiken und die üblichen Dateioperationen hinaus. Stufenloser Zoom, Drehen von Bildern oder eine Kopie des Bildes in die Zwischenablage sind nicht möglich.

Alles in allem ist der unter http://wolfpack.twu.net/Endeavour2/ erhältliche Endeavour ein kompakter und übersichtlicher Datei-Manager, der alle wichtigen Ausgaben erfüllt. Besonders Windows-Umsteigern, die den Windows Explorer ins Herz geschlossen haben, wird damit der Umstieg in die Unix-Welt erleichtert.

Abbildung 3: Endeavour bietet kompaktes Datei-Management und empfiehlt sich Freunden des Windows Explorers

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LinuxUser 06/2012

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