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tHTTPd

Optionen im Bündel

Wenn Sie tHTTPd häufig mit den gleichen Optionen aufrufen wollen, ersparen Sie sich Tipparbeit, indem Sie diese in eine Konfigurationsdatei verfrachten. Dann brauchen Sie als einzige Option -C konfigdatei, um dem Server seine Konfigurationsdatei zuzuweisen. Die Einträge darin sehen etwas anders aus als auf der Kommandozeile. In Listing 1 sind die bisher verwendeten und eine neue Option eingetragen.

Listing 1

Konfigurationsdatei myweb.conf

# Konfigurationsdatei fuer thttpd
port=4242
dir=/home/chris/public
logfile=/home/chris/thttpd.log
cgipat=/cgi-bin/*.cgi

Der Server wird mit thttpd -C myweb.conf gestartet. Die Zeile cgipat=/cgi-bin/*.cgi erlaubt tHTTPd das Ausführen von CGI-Skripten , wenn sie ausgehend vom Startverzeichnis in /cgi-bin stehen und die Endung .cgi besitzen.

Ein weiteres im Paket enthaltenes Programm namens htpasswd erlaubt den Schutz von Verzeichnissen durch Passwörter: Liegt eine damit erzeugte Datei .htpasswd in einem freigegebenen Verzeichnis, so muss jeder per Web-Browser darauf Zugreifende die mit htpasswd festgelegten Zugangsdaten kennen.

Dient tHTTPd als festinstallierter Web-Server, können sich lokale User mit makeweb einen eigenen Homepage-Bereich anlegen. Über diese eher fortgeschrittenen Anwendungen informieren Sie sich am einfachsten in den Manual-Seiten (man htpasswd, man makeweb) und der Online-Dokumentation auf der tHTTPd-Homepage.

Glossar

Web-Server

Ein Dienstprogramm (Server), das Web-Browsern über das "HyperText Transfer Protocol" (HTTP) Dateien zur Verfügung stellt. Der bekannteste Web-Server ist Apache.

rpmfind

Ein Suchdienst für Pakete im rpm-Format. Unter http://rpmfind.net/ finden Sie hauptsächlich Pakete für Red Hat und verwandte Distributionen.

Port

Eine Anlegestelle für Netzwerkverbindungen. Die Ports tragen Nummern, und viele sind über diese Zahl einem Dienst zugeordnet. Programme, die sich an Ports binden, können darüber Dienste zur Verfügung stellen, etwas Dateitransfer oder Remote-Logins.

unprivilegiert

Die Ports bis einschließlich 1023 dürfen nur mit root-Rechten an einen Dienst gebunden werden, während die Ports 1024 bis 65535 (so genannte unprivilegierte Ports) auch von User-Prozessen benutzt werden dürfen.

chroot

Mit diesem Systemruf ("change root") erklärt ein Prozess ein Verzeichnis zu seinem neuen Wurzelverzeichnis ("root directory"). Der Prozess kann dieses Verzeichnis nicht mehr verlassen und ist vom restlichen Dateisystem isoliert.

Symlink

Kurzform von "symbolischer Link". Ein Symlink ist eine spezielle Datei, deren Inhalt eine Pfadangabe (das Ziel des Verweises) ist. Versucht man, den Inhalt eines Symlinks zu lesen oder zu schreiben, greift das System in Wahrheit auf dessen Ziel zu. Symbolische Links werden mit dem Kommando ln -s erzeugt.

CGI

Abkürzung für "Common Gateway Interface". Dieser Mechanismus dient zum Erstellen dynamischer Web-Seiten-Inhalte durch den Web-Server. Mit einem CGI-Shell-Skript ließe sich zum Beispiel eine Information über die momentan auf dem Server-Rechner angemeldeten Benutzer anzeigen.

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LinuxUser 06/2012

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