Installieren mit Rückwärtsgang
checkinstall
Rote Hüte backen
Als praktisches Beispiel darf die Installation des in einer früheren "out of the box"-Ausgabe [1] vorgestellten Fraktalgenerators XaoS [2] herhalten. Ist dessen Quelltext einmal mit tar -xzvf xaos-3.0.tar.gz entpackt, fallen folgende Schritte an:
cd XaoS-3.0 ./configure make su (root-Passwort eingeben) checkinstall
Nach den üblichen Schritten ./configure und make ruft man anstatt make install das Kommando checkinstall auf. Auf die Frage nach dem Pakettyp wählen Benutzer RPM-basierter Distributionen r aus, ändern mit 6 die Gruppe auf Applications/Graphics und fügen mit 1 eine Kurzbeschreibung, beispielsweise realtime fractal zooming for X and console, hinzu.
Nach abgeschlossener Installation informiert Sie checkinstall wie schon im ersten Beispiel, welches Kommando für die Deinstallation zuständig ist, in diesem Fall also rpm -e XaoS-3.0-1 (Abbildung 2). Ferner legt das Programm das erzeugte rpm-Paket für spätere Installationen im Verzeichnis /usr/src/rpm/RPMS/i386 ab. So ist es nach dem Entfernen jederzeit möglich, das Paket mit rpm -i XaoS-3.0-1.i386.rpm neu einzuspielen. Ähnliches gilt auch für Debian-Pakete, nur werden sie nicht in der /usr/src-Hierarchie, sondern im aktuellen Quellverzeichnis abgelegt.
Abbildung 3 zeigt die zur Kontrolle abgefragte RPM-Datenbank. Mit rpm -qi XaoS (die Versionsnummer darf bei installierten Paketen fehlen) zeigt der Paketmanager die von uns festgelegten bzw. automatisch generierten Informationen zum XaoS-Paket an.
Standards und Spezielles
Normalerweise hantiert man in einem Linux-System nur mit einem Paketformat. Da wird das permanente Erfragen des Pakettyps durch checkinstall schnell lästig. Doch zum Glück benutzt das Programm eine Datei mit Standardeinstellungen, die Sie nach Belieben anpassen dürfen. Dieses Konfigurationsfile finden Sie unter /usr/local/lib/checkinstall/checkinstallrc. Es ist gut kommentiert und erlaubt neben der Auswahl des Pakettyps (INSTYPE) auch, ein Verzeichnis zum Speichern der erzeugten Pakete (PAK_DIR) oder zusätzliche Optionen für die verschiedenen Paketmanager (RPM_FLAGS, DPKG_FLAGS) festzulegen.
Checkinstall versteht zudem eine Reihe von Kommandozeilenoptionen beim Aufruf. Als sehr nützlich erweist sich -si. Diese Option erlaubt es, auch interaktive Mechanismen, die während der Installation noch Benutzereingaben erfordern, zu überwachen. Die komplette Dokumentation zu checkinstall finden Sie übrigens unter /usr/doc/checkinstall-1.5.1/README.
Bei vielen Distributionen gehört es zum guten Ton, dass Dokumentation zu einem Paket in /usr/doc/Paketname installiert wird. Checkinstall versucht sich daran zu halten und sucht beim Aufruf im Quellverzeichnis das Verzeichnis doc-pak. Existiert es, wird sein Inhalt beim checkinstall-Lauf nach /usr/doc/Paketname kopiert – und selbstverständlich bei der Deinstallation mit entfernt.



