Vernetzte Welt
Netzwerkgrundlagen am Beispiel eines lokalen Client-Server-Netzwerks
Der Windows-Client
Wer Windows-Clients einsetzt, hält sich eine Menge Probleme vom Hals, wenn auf dem Server ein DHCP-Daemon die Zuteilung der nötigen Netzwerkdaten und IP-Adressen übernimmt. Soll dies manuell geschehen, ist der Weg zum Erfolg bei jeder Windows-Version anders, geht aber meist über die Systemsteuerung und den Menüpunkt Netzwerk.
Um Zugriff auf per SMB zugängliche Netzwerkressourcen zu bekommen, muss der Name der Arbeitsgruppe mit der auf dem Server angegebenen übereinstimmen – in Listing 2 also KILLESBERG. Netzwerkumgebung / Killesberg / Server führt in unserem Beispiel zu den freigegebenen Verzeichnissen. Je nach Windows-Version können Sie auch mithilfe kompletter Pfadangaben im Dialog Start / Ausführen auf Einzeldateien direkt zugreifen. Die Eingabe von \\server\testbenutzer\test.txt an dieser Stelle liest die Datei test.txt aus dem Home-Verzeichnis des Users testbenutzer vom Server direkt in ein Textverarbeitungsprogramm.
Um von Windows aus in einem Kommandozeilenfenster auf dem Server zu arbeiten, installieren Sie das SSH- (und Telnet-) Programm PuTTy [6] (Abbildung 5). Der einzige Wermutstropfen: Grafische Programme lassen sich nicht nutzen.
Wenn alle Rechner erst einmal zusammenspielen, steigen die Ansprüche – hier zeigt sich dann, dass das Netz der Netze eine gute Informationsquelle abgibt: In [2] und [5] finden Sie beispielsweise zwei deutschsprachige Websites, die Appetit auf Mehr machen.
Glossar
10/100-Base-T
Abkürzung für ein Ethernet-Netzwerk mit Twisted-Pair-, also gedrillten Netzwerkkabeln. Ein 10-Base-T-Netzwerk erlaubt Geschwindigkeiten bis zu 10 Mbit pro Sekunde, in einem 100-Base-T-Netzwerk (Fast Ethernet genannt) müssen alle Komponenten für diesen Standard ausgelegt sein, damit die Daten mit 100 Mbit pro Sekunde übertragen werden können.
Hub
Ein Gerät, an dem sämtliche Netzwerkstränge sternförmig zusammenlaufen. Eingehende Daten werden an alle per Netzwerkkabel angeschlossenen Geräte weitergeleitet.
Switch
Eine Weiterentwicklung des Hubs mit grundsätzlich der gleichen Aufgabe. Wesentlich unterscheidet er sich dadurch, dass er "mitdenkt", das heißt, eingehende Datenpakete werden analysiert und nur an das Netzwerksegment weitergeleitet, in dem sich der Empfänger befindet. So können insgesamt mehr Datenpakete übertragen werden. Der Gesamtdurchsatz ist wesentlich höher als bei einem Hub.
TCP/IP
"Transmission Control Protocol" over "Internet Protocol". Das IP- Protokoll dient dazu, Daten zu adressieren und zu fragmentieren (also in übertragungsgerechte Pakete aufzuteilen) sowie sie alsdann (in Paketform) zu übermitteln. Das Absichern und Kontrollieren der Verbindung übernimmt das TCP-Protokoll. Es sortiert eingehende Daten und korrigiert Übertragungsfehler.
Protokoll
Regeln für die Unterhaltung von Rechnern untereinander. Für verschiedene Zwecke gibt es verschiedene Protokolle.
LAN
"Local Area Network", ein lokal angelegtes Netzwerk. Lokal heißt hier, dass beispielsweise ein Standort oder ein Haus vernetzt wird.
RFC
"Request for Comments", Schriftstücke, die viele der grundlegenden Netzwerkstandards beschreiben. Die "Internet Engineering Task Force" (IETF) veröffentlicht in ihnen aber auch Vorschläge und sonstige Informationen.
Router
Der Begriff "Route" bezeichnet den Weg eines Datenpakets durch mehrere Netze. In einem kleinen Netzwerk werden zumeist nur statische (strikt festgelegte) Routen benutzt. Im Gegensatz dazu sind im Internet oft dynamische Routing-Protokolle anzutreffen, die ihre Routing-Entscheidung von mehreren Faktoren abhängig machen (zum Beispiel Geschwindigkeit, Verbindungstyp, Kosten der Verbindung). Ein Router legt die Route eines Netzwerkpakets fest.
SMB
Das "Server Message Block"-Protokoll wird für Datei-, Druck- und sonstige Server-Dienste von Windows-Systemen verwendet.
Infos
[1] RFC 1918: http://www.ietf.org/rfc/rfc1918.txt
[2] Linux-Netzkurs: http://www.linux-praxis.de/linux2/
[3] Netzwerk-HOWTO: http://www.linuxdocs.org/HOWTOs/Net-HOWTO/index.html
[4] Samba: http://www.samba.org/samba/samba.html
[5] Deutsche Samba-Konfigurationsseite: http://www.sambahq.de/
[6] PuTTY: http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/



