Strategien

Um dem Ausbruch einer Paranoia vorzubeugen, hat der Autor ein Kapitel mit dem Titel "Strategien" hinzugefügt, in dem er beschreibt, was heute mittels Technik machbar ist. Das beruhigt dann wieder etwas.

Eine interessante Bemerkung macht Bruce Schneier im Zusammenhang mit Kopierschutz. Abgesehen davon, dass es keinen wirklichen Schutz gibt, - wie könnte es anders sein - kalkulieren Konzerne damit, dass er durchbrochen wird. Microsoft soll fieberhaft an der Lokalisierung für China gearbeitet haben, obwohl der Software-Riese genau wusste, dass die Programme kopiert werden würden. Steve Ballmer soll gesagt haben: "Wenn schon Raubkopien, dann wenigstens die eigene Produkte." Und Schneier folgert daraus, dass China Microsoft-kompatibel ist, wenn es in die freie Welt eintritt.

Nun, mit Red Flag Linux hat dieses Szenario einen neuen Aspekt bekommen, den Schneier nicht voraussehen konnte.

Nervenkitzel

Das Buch liest sich wie ein Ideengeber für zahllose Agenten- und Spionage-Thriller. Die Szenarien sind immer nur kurz angerissen. Hier geht es eher um das Prinzipielle. Dieser Mangel an Tiefe ist für den Unerfahrenen sicher ein Vorteil, erweckt aber streckenweise den Eindruck, als wolle der Autor unter Beweis stellen, wieviel er über Sicherheit und Unsicherheit weiß.

Und manchmal ist es eben der Blick des Experten auf den Alltag, wenn er über menschliche Schwächen philosophiert und versucht, die Erkenntnisse als Neuigkeite zu verkaufen.

Trotzdem bleibt für den Leser genügend Neues und vor allem Spannendes. Schneier versteht es in einer typisch amerikanischen Weise, die Dinge vereinfacht auf den Punkt zu bringen und mit genügend Fakten anzureichern, um interessant zu bleiben.

Noch eines: Wie die Nuklearsprengköpfe genau gesichert werden, steht in diesem Buch natürlich nicht. Aber das Thema anzuschneiden hat vielleicht auch diese Rezension spannender gemacht.

Infos

Bruce Schneier: Secrets & Lies - IT-Sicherheit in einer vernetzten Welt

1. Auflage 2001, dpunkt Verlag

408 Seiten, 69 Mark (36 Euro)

ISBN 3-89864-113-9http://www.dpunkt.de

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Brother Drucker DCP-J4120
Achim Zerrer, 09.12.2016 18:08, 0 Antworten
Hallo, ich wollte unter Leap 42.1 den Brother Drucker installieren und dazu das PPD- Datei vom do...
Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...