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3D-Grafik unter X: Die Konfiguration

Sonderfall 3dfx

Falls Sie eine Voodoo-Karte aus dem Hause 3dfx Ihr Eigen nennen und Ihre Distribution die Glide-Bibliothek für Ihr Modell nicht mitbringt, müssen Sie sich aus dem Internet unter http://dri.sourceforge.net im Abschnitt Resources die für Ihre Karte passende Bibliothek herunterladen.

Kopieren Sie sie anschließend in das, auf der gleichen Seite angegebene Verzeichnis. Bei den meisten, aktuellen Distributionen, wie RedHat, Mandrake und SuSE-Linux liegen die Glide-Bibliotheken bereits bei. RedHat und Mandrake unterstützen allerdings nur die Modelle Voodoo Banshee, sowie Voodoo 3, 4 und 5. Eine so umfangreiche Auswahl, wie z. B. SuSE (Serie x3d), beherbergen sie leider nicht.

Benutzer von Voodoo-Karten, die nicht unter der oben genannten DRI-Seite fündig werden, müssen auf Bibliotheken direkt von 3dfx ausweichen. Mittlereile ist es allerdings zu einem etwas schwierigen Unterfangen geworden, diese im Internet aufzuspüren. Zum einen werden nach dem Ende von 3dfx die Treiber nicht mehr weiterentwickelt und zum anderen stehen auf den Resten der Homepage http://www.3dfx.com ausschließlich Windows-Treiber zur Verfügung. Eine der letzten Anlaufstellen war zum Redaktionsschluss http://ftp.linux.dct.ufms.br/software/drivers/video/3dfx/.

Falls Sie eine Voodoo-Karte besitzen, sollten Sie als erstes die Glide-Bibliothek installieren. Bei allen aktuellen Distributionen sollten die benötigten Glide-Bibliotheken bereits bei der Installation des Systems eingespielt werden. Anderenfalls finden Sie diese im Internet bzw. unter SuSE in der Serie x3d (Vodoo3 oder Banshee-Karte im Paket glidedri, Voodoo4 und Voodoo5 im Paket gldri_v5).

Sofern Sie eine Voodoo (SuSE-Paket glide_vg, Voodoo Rush benötigt glide_vr) oder Voodoo2-Karte (SuSE-Paket glide_v2) besitzen, reicht die Installation der Glide-Bibliothek bereits aus. Im entsprechenden Anwendungsprogramm oder Spiel müssen Sie bei der Wahl zwischen OpenGL und Glide, die letztere Alternative auswählen.

Benötigen Sie zusätzlich eine OpenGL-Bibliothek, weil z. B. Ihr Programm Glide nicht unterstützt, so sollten Sie zusätzlich unter SuSE das Paket mesa3dfx installieren. Hierbei handelt es sich um eine OpenGL-Bibliothek für alle 3Dfx-Karten, die jedoch kein DRI unterstützt und auf den glide-Bibliotheken aufsetzt. Sie finden sie auch im Internet unter http://www.mesa3D.org. Dies gilt wohlgemerkt nur für Voodoo-Karten, die nicht vom DRI-Projekt unterstützt werden (vgl. Kasten "Diese Karten bieten unter Linux volle 3D-Beschleunigung").

Bei allen neueren Voodoo-Karten erfolgt die Einrichtung der Karte zunächst mit dem Konfigurationsprogramm Ihrer Distribution, wie z. B. SaX2. Gleiches gilt für die Aktivierung der 3D-Beschleunigung. In den Fällen, wo dies nicht möglich ist, müssen Sie die bereits bekannten Zeilen Load "dri" und Load "glx" in die Konfigurationsdatei XF86Config-4 (bzw. XF86Config) im Verzeichnis /etc/X11 eintragen.

Problemfälle Matrox und ATI

Während unserer Tests mit verschiedenen Grafikkarten, kristallisierten sich schnell zwei Hersteller heraus, deren Produkte sehr instabil und problematisch reagierten. Dies waren die Karten der Firmen Matrox und ATI.

Matrox

Die Matrox Millenium G450 bereitete keine Schwierigkeiten. Die neuere Millenium G550 konnte nur mit Hilfe der neuesten Treiber von der Matrox-Homepage aktivert werden. Insbesondere im Zusammenspiel mit Mandrake traten Probleme auf, die sogar die ansonsten funktionierende G450 betrafen.

Um die G550 doch noch ans Laufen zu bekommen, sollten Sie sich zunächst unter http://www.matrox.com/mga/support/drivers/latest/home.cfm den neuesten Treiber herunter laden.

Abbildung 6

Abbildung 6: Die Internetseite von Matrox. Hier finden Sie stets die aktuellsten Treiber zu den Matrox-Grafikkarten

Ein Tipp: Laden Sie sich das Programm PowerDesk herunter. Mit Hilfe dieser englischsprachigen Anwendung erhalten Sie Zugang zu weiteren interessanten Funktionen Ihrer Matrox-Grafikkarte.

Kopieren Sie die Treiberdatei auf eine Diskette. Richten Sie die Grafikkarte bei der Installation Ihrer Distribution nach den Vorgaben des Setup-Programms ein. Sollte es hierbei Probleme geben, überspringen Sie die grafische Einrichtung und wählen statt dessen den Textmodus bzw. Text bei der Installation als Installationstyp aus.

Melden Sie sich nach dem ersten Bootvorgang als Benutzer root am System an. Kopieren Sie die Datei von der Diskette in das Heimatverzeichnis (z. B. per mtools mit dem Befehl mcopy a:<Dateiname>). Entpacken Sie dort das Archiv mit einem Packprogramm Ihrer Wahl oder alternativ an der Kommandozeile per

 tar xvcz mga-<version>.tgz

Hierbei steht <version> für die Versionsnummer des Treibers. Sie sollten nun ein Unterverzeichnis namens mgadrivers vorliegen haben. Sofern Sie sich auf der grafischen Oberfläche befinden, öffnen Sie nun ein Terminal-Fenster. Wechseln Sie in jedem Fall per

 cd mgadrivers

in das Unterverzeichnis. Dort rufen Sie durch die Eingabe des Befehls

 sh install.sh

die Installationsroutine auf. Beantworten Sie beide Fragen mit y. Starten Sie anschließend das Konfigurationsprogramm Ihrer Distribution (unter Red Hat Xconfigurator, unter SuSE sax2) und dort als Grafikkarte die G450 oder, sofern dies direkt möglich ist, als Treiber mga aus. Nun sollte die G550 nach einem Neustart korrekt arbeiten. Auf eine 3D-Beschleunigung sollten Sie allerdings verzichten: Jeglicher Versuch, diese zu aktivieren endete bei uns in einem Komplettabsturz des Systems.

Mandrake-Besitzer müssen wesentlich mehr Basteleifer entwickeln: Schon bei der Installation des Systems richtet die aktuelle Mandrake-Version ohne Nachfrage das alte XFree86 3.3.6 ein. Da dieses für einen Betrieb der G550 gegen XFree86 4.0 ausgetauscht werden muss, sollten sich nur erfahrene Linuxianer an diese Arbeit wagen. Sofern Sie unter Mandrake mit der G450 arbeiten, achten Sie bei der Installation des Systems darauf, dass vom Setup-Programm die korrekte Grafikkarte ausgewählt wurde.

ATI

Auf verschiedenen Internet-Seiten wird bereits das propagiert, was uns prompt wiederfahren ist: Der Einsatz einer ATI-Grafikkarte kommt unter Linux einem Glücksspiel gleich. Obwohl unsere Test-Karten in der Liste als funktionsfähig eingestuft wurden, konnten wir keine zu einer stabilen Arbeit bewegen. Der Grund hierfür liegt in den verschiedenen Kartenversionen verborgen. So verbaute ATI eine Vielzahl unterschiedlicher Chips auf ein und demselben Grafikkartenmodell. Hinzu kommen Inkompatibilitäten mit einigen früheren VIA-Hauptplatinen-Chipsätzen.

Wenn Sie eine ATI-Grafikkarte Ihr eigen nennen, bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig, als auszuprobieren, ob diese Karte unter Ihrer Distribution läuft. Leider ist eine korrekt verlaufene Einrichtung noch kein Garant für ein stabiles System. In unseren Tests rissen die ATI Karten oft erst beim Start eines 3D-Programms das System mit in den Tod.

Eine Besserung der Situation zeichnet sich nur langsam ab: Mit jeder neuen Unterversion von XFree86 4.x werden mehr ATI-Karten unterstützt, bis diese aber ihren Weg in die Distributionen finden, dürfte einige Zeit vergehen.

Abschlussarbeiten

Damit die Änderungen an der Konfiguration wirksam werden, müssen Sie zum Abschluss ihrer Einrichtungsarbeiten den X-Server neustarten. Dies geht entweder über eine Option im Anmeldebildschirm oder per Neustart des Systems. Damit wäre die Aktivierung der 3D-Beschleunigung Ihrer Grafikkarte endgültig abgeschlossen.

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LinuxUser 05/2014

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