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3D-Grafik unter X: Die Konfiguration

01.12.2001 Nachdem der vorhergehende Artikel "Die dritte Dimension" einen Blick hinter die Kulissen geliefert hat, wollen wir nun zeigen, wie Sie selbst die 3D-Unterstützung Ihrer Grafikkarte unter Linux aktivieren können.

Um mit dem Aufbau der grafischen Oberfläche und dem Weg der 3D-Grafik vom Programm zum Bildschirm etwas vertrauter zu werden, raten wir Ihnen vor den praktischen Taten den Artikel "Die dritte Dimension", S. 35, zu lesen. Hier noch einmal kurz zusammengefasst: Möchte ein 3D-Programm z. B. einen Quader auf dem Bildschirm anzeigen, so ruft es dazu die passende Funktion in der OpenGL-Bibliothek auf. Diese sendet die entsprechenden Anweisungen per Direct Rendering Interface ohne Umweg an die Grafikkarte.

Damit die 3D-Bilder innerhalb des Anwendungsfensters und nicht an einer beliebigen Stelle auf dem Computer-Monitor erscheinen, wird das GLX-Zusatzmodul des X-Servers angeworfen. Für eine flotte zweidimensionale Darstellung wird zum Abschluss noch ein passender Treiber für den X-Server benötigt.

Vorbereitungen

Alle genannten Komponenten finden Sie standardmäßig in jeder aktuellen Distribution mit Kernel 2.4.x und der XFree86 Version 4.0.2 oder höher wieder. Die entsprechenden Angaben sollten in Ihrem Handbuch aufgeführt sein. Als Faustregel gilt: Je neuer eine Distribution, desto besser ist sie für eine 3D-Beschleunigung gerüstet.

Wir weisen Sie an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass Sie alle Änderungen auf eigene Gefahr vornehmen. Eine falsche Konfiguration kann dazu führen, dass Ihr System nicht mehr gestartet wird. Aus diesem Grund raten wir ausschließlich erfahrenen Anwendern zu einem solchen Eingriff.

Installation

In der Regel aktiviert Ihre Distribution die 3D-Unterstützung bereits bei der Installation und kopiert dabei auch gleich die korrekten Treiber und Bibliotheken.

Red Hat führt diesen Mechanismus automatisch im Hintergrund durch, während Mandrake bei erkannter 3D-Karte dem Benutzer die Wahl zwischen den beiden XFree86 Versionen 3.3.6 und 4.x nebst 3D-Beschleunigung (mit 3D Hardwarebeschleunigung) überlässt. Wenn möglich, sollten Sie hier stets die neue Version XFree86 4 mit 3D-Unterstützung installieren. Ausnahmen von dieser Regel sind Grafikkarten, die von XFree 4.x nicht mehr oder noch nicht unterstützt werden. Gleiches gilt für Besitzer von NVIDIA-Karten. Sie sollten hier unbedingt XFree 4.x ohne 3D-Unterstützung markieren.

Die Aktivierung der 3D-Beschleunigung unter SuSE-Linux steht auf einem etwas zweischneidigen Schwert. Sofern das Installationsprogramm eine 3D-Karte erkannt hat, müssen Sie die Unterstützung über den Schalter 3D-Beschleunigung aktivieren selbst einschalten. Sie finden ihn im Schritt 7 (Bildschirm-Einstellung) nach einem Klick auf den Schalter Ändern.

Leider ist die Erkennung der 3D-Fähigkeiten bei bekannten Grafikkarten nicht immer korrekt. Sie können Fehler daran ausmachen, dass das Setup-Programm die Werte für Auflösung, Farbtiefe und Bildwiederholfrequenz auf geringe oder vollkommen unsinnige Werte einstellt.

Klicken Sie in einem solchen Fall auf Zurück und verzichten Sie für den Moment auf eine 3D-Unterstützung. Sie können sie später per SaX2 nachkonfigurieren.

Besitzer einer NVidia-Karte sollten an dieser Stelle generell auf eine Aktivierung der 3D-Beschleunigung verzichten. Durch den Einsatz separater Treiber, weicht die Einrichtung ebenfalls ab.

Damit sollte die 3D-Unterstützung auf Ihrem System bereits vollständig eingeschaltet sein. Ist dies bei Ihnen wieder erwartend nicht der Fall, so lässt sie sich auch leicht nachträglich aktivieren.

Melden Sie sich für die folgenden Schritte zunächst als Benutzer root an und stellen Sie sicher, dass Sie keine Programme geöffnet haben.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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