Tag für Tag
HTML-Editoren
IBM WebSphere Homepage Builder
WebSphere ist das einzige käuflich zu erwerbende Programm in diesem Vergleich. Eine kostenlose 60-Tage-Testversion ist erhältlich; die Vollversion kostet 69 US-Dollar.
WebSphere besteht aus den Programmen WebAnimator, WebArt Designer und Web Page Editor. Web Animator ist ein Programm zur Herstellung animierter GIF-Grafiken, mit WebArt Designer erstellen Sie Logos, Buttons, Rahmen und Hintergründe für Ihre Homepage, und hinter Web Page Editor verbirgt sich der eigentliche HTML-Editor.
Die Installation der Software ist dank eines fertig geschnürten rpm-Pakets einfach, allerdings benötigen Sie eine speziell an WebSphere angepasste Version von Wine, die Sie auf CD finden oder unter http://www.torstenpihl.com/download/Linux/WebSphere_Homepage_Builder/4.0/hpbuilder-wine-4.0-1.i386.rpm herunterladen können. Als root installieren Sie zunächst das Paket hpbuilder-wine-4.0-1.i386.rpm, dann das Paket hpbuilder-4.0-1.i386.rpm:
rpm -Uvh hpbuilder-wine-4.0-1.i386.rpm rpm -Uvh hpbuilder-4.0-1.i386.rpm
Als einziges Programm im Test handelt es sich beim Homepage Builder um einen WYSIWYG-Editor, der viel umfangreichere Formatierungsmöglichkeiten bietet als Composer oder Amaya (Kasten 3). Sie können Ihre Homepage wie in einer Textverarbeitung formatieren und das Ergebnis sofort am Bildschirm begutachten (Abbildung 13).
Das Programm bietet auch die Möglichkeit, HTML-Tags direkt einzugeben, überprüft sie dabei sofort auf ihre Richtigkeit und korrigiert eventuell aufgetretene Fehler. Es gibt Assistenten für Tabellen und Frames und einen Skript-Editor, der beim Programmieren in JavaScript hilft (Abbildung 14).
Die Benutzung von Wine führt leider immer wieder zu Bilddarstellungsfehlern; zeitweise nimmt das Programm auch keine Tastatureingaben entgegen. Hinzu kommt, dass die Linux-Version der Windows-Version um zwei Stufen hinterher hinkt.
Homepage Builder ist ein Programm zur Herstellung und Verwaltung umfangreicher Internet-Auftritte. Die Projektverwaltung ist ausgereift, der erzeugte Quelltext von guter Qualität. Leider stören Darstellungsfehler und ausgesprochen langsame Programmausführung selbst auf schnellen Rechnern das Arbeiten. IBM hat vor kurzem bekannt gegeben, dass WebSphere für Linux in Zukunft unter eine Open Source Lizenz gestellt werden soll [3].
Quanta+
Mit einer eingebauten Vorschaufunktion kann der sich nahtlos in KDE integrierende und sehr stabil laufende HTML-Quelltexteditor Quanta+ aufwarten. Zur Installation entpacken Sie das Archiv quanta-2.0-pr2.tar.bz2, wechseln ins Verzeichnis quanta und geben nacheinander die Befehle
make -f makefile.cvs ./configure make
ein. Nach einem make install als root startet das Programm durch Eingabe von quanta & in einer Konsole oder durch Auswahl von Entwicklung / Quanta Plus im K-Menü.
Die übersichtliche Oberfläche bietet unterhalb der Menüzeile und der Hauptwerkzeugleiste eine Reihe über Karteireiter erreichbare Werkzeugleisten, mit deren Hilfe Sie die wichtigsten HTML-Tags einfügen. Rechts darunter befindet sich das Editor-, Hilfe- und Vorschau-Fenster, links wählen Sie über Karteireiter einen Datei-, Projekt- oder Hilfe-Browser aus.
Quanta verfügt über eine Reihe von Dialogen, die beim Erstellen von Tabellen und Frame-Sets, beim Einfügen von Links und Grafiken und bei der Farbauswahl helfen.
Die Tags werden im Editor-Fenster farblich hervorgehoben, eine Rechtschreibhilfe hilft beim Überprüfen des Geschriebenen. Leider beschreibt die wenig umfangreiche Programmdokumentation noch die Version 1; dafür gibt es die Möglichkeit, ausführliche Referenzen zu CSS, JavaScript, PHP und HTML zu installieren, die direkt im Hilfe-Browser angezeigt werden.
Quanta unterstützt neben HTML auch PHP, so dass auch skriptgesteuerte Seiten entwickelt werden können. Ein einführendes Tutorial finden Sie ab Seite 34.



