Dagegen!
out of the box
Mit Filter
Wer nach dem Durchprobieren der verschiedenen textbasierten Mail-Programme schließlich zum Optimum – also mutt – gefunden hat, wird antiword gern direkt aus diesem Programm heraus aufrufen wollen. Dazu tragen Sie in die (gegebenenfalls neu zu erstellende) Datei .mailcap in Ihrem Home-Verzeichnis folgende Zeile ein:
application/msword; antiword %s
Ab sofort stellt mutt Attachments mit dem MIME-Typ application/msword im internen Betrachter dar, ohne dass Sie Angst vor Makroviren haben müssen.
Der Datei-Manager Midnight Commander (mc) lässt sich auf ähnliche Weise erweitern. Wählen Sie aus seinem Menü Befehl / Suffixdaten bEarbeiten, oder öffnen Sie mit einem Editor die Datei ~/.mc/bindings. Tragen Sie dort folgende Zeilen ein, und speichern Sie die Änderung:
shell/.doc
Open=antiword -p a4 %f | gv -
View=%view{ascii} antiword %fDrücken Sie [F3] (Anzeige), wenn der Balken-Cursor des mc über einer Word-Datei steht, stellt der interne Betrachter die Textausgabe von antiword dar. Benutzen Sie stattdessen die [Return]-Taste, wird die Datei ins PostScript-Format gewandelt und gleich an gv weitergeleitet.
Spezialitäten
Ein paar nützliche antiword-Optionen sollen nicht verschwiegen werden. Mit -L erzeugt das Programm die PostScript-Ausgabe im Querformat ("Landscape"). Das kann breite Tabellen besser lesbar machen.
Die Option -w col ist für die Textausgabe relevant und begrenzt die Zeilenlänge auf col Zeichen. Falls Sie den Inhalt des Dokuments in einer Mail zitieren wollen, ist etwa -w 75 anzuraten, da so noch genügend Platz für die Quoting-Zeichen bleibt.
Text, der mit der Word-Funktion Text verbergen "unsichtbar" gemacht wurde, stellt das Programm trotzdem dar, wenn Sie die Option -s benutzen. Was in antiword noch alles verborgen ist, verrät Ihnen die Manpage.
Glossar
Textkonsole
Zusätzlich zur grafischen Oberfläche X laufen auf einem Linux-System üblicherweise auch mehrere Konsolen im Textmodus. Von laufendem X aus erreichen Sie diese mit [Strg]-[Alt]-[F1] bis [F6]. Zurück zu X kommen Sie mit [Alt]-[F7].
Quelltext
Die für Menschen lesbare Form einer Software. Durch das Übersetzen ("Kompilieren") mit einem Compiler wird daraus ein ausführbares Programm.
Shell-Skript
Eine Textdatei mit Shell-Kommandos, die automatisch nacheinander abgearbeitet werden.
Home-Verzeichnis
Das persönliche Heimatverzeichnis eines Benutzers. In diesem Verzeichnis landet er nach erfolgreicher Anmeldung oder mit dem Kommando cd ohne weitere Parameter.
Attachments
Der optionale Dateianhang einer E-Mail. Dieser kann nicht in Binärform übertragen werden, weil nichtdruckbare Zeichen dabei verlorengehen. Als Übertragungsformat von Binär-Attachments hat sich base64 durchgesetzt.
MIME
"Multipurpose Internet Mail Extensions", eine Methode, um standardisiert Dateitypen anzugeben. Beispiele für MIME-Typen sind text/plain (reine Textdatei ohne Formatierungen) oder video/mpeg (MPEG-komprimierter Video-Stream). Zum Einsatz kommt MIME hauptsächlich in Mail-Programmen und Web-Browsern.
Quoting-Zeichen
Antwortet man mit der Reply-Funktion auf eine E-Mail, so wird der zitierte Mail-Text vom Mail-Programm durch Quoting-Zeichen am Zeilenanfang von dem Text, den Sie schreiben, unterscheidbar gemacht. Die meisten Mail-Programme halten sich an den Common Sense im Netz, der die Zeichenfolge "> " (Größer-als- und Leerzeichen) vorschreibt. Allerdings stellen viele grafische Mail-Programme diese Zeichen nicht mit dar und machen das Zitat durch Andersfarbigkeit oder eine andere Schrift deutlich.
Manpage
Linux besitzt wie alle Unix-Systeme eine Art Online-Referenzhandbuch für die installierten Programme. Diese Hilfe wird mit man programmname aufgerufen, z. B. man antiword.



