Hardware-Adresse und Netzwerk-Protokoll

Allerdings müssen Sie nicht extra einen DHCP-Server aufsetzen, um die Adapter in Betrieb zu nehmen, ein Ping genügt völlig. Auf den ersten Blick ergibt sich hier ein Henne-Ei-Problem: Der Netzwerk-Adapter bezieht über den Ping seine IP-Adresse, kann aber ohne IP nicht angesprochen werden. Mit einem Trick geht es dennoch.

Zum Verständnis bedarf es einer Betrachtung der Netzwerk-Datenübertragung: Alle Netzwerkgeräte haben eine eindeutige Hardware-Adresse, die wie ein Fingerabdruck einmalig auf der Welt ist. ifconfig zeigt Ihnen zum Beispiel die Hardware-Adresse der eingebauten Netzwerkkarte an. Sie besteht aus 6 Bytes, die in Hexadezimal-Schreibweise durch Doppelpunkte getrennt dargestellt wird. In ihr sind unter anderem eine Hersteller-Kennung und eine Art Seriennummer kodiert.

Auf der Netzwerk-Ebene werden Datenpakete ausschließlich anhand der Hardware-Adresse weitergeleitet - wenn Sie ein Ping an 192.168.1.250 schicken, so wird in der ARP-Tabellezunächst nach der zugehörigen Hardware-Adresse gesucht. In unserem Beispiel sei dies die Adresse 00:C0:EB:05:01:C6. Das Datenpaket wird nun an die Hardware-Adresse gesendet und alles weitere dem Empfänger überlassen.

Die Hardware-Adresse der Adapter finden Sie meist auf dem Typenschild oder auf der Status-Seite, die Sie sich durch Drücken eines Knopfes am Adapter ausdrucken lassen können. Bei der Erstbenutzung ist die Hardware-Adresse des Netzwerk-Adapters noch nicht in der ARP-Tabelle gespeichert. Da der Netzwerk-Adapter seine IP auch nicht kennt, kann er auf eine entsprechende ARP-Anfrage nicht reagieren. Deshalb müssen Sie die Hardware-Adresse von Hand zuordnen:

arp -s 192.168.1.250 00:C0:EB:05:01:C6

Jetzt ist der Adapter von Ihrem Rechner aus (und nur von dort) über die IP-Adresse 192.168.1.250 erreichbar. Mittels Ping können Sie dem Netzwerk-Adapter jetzt ein Datenpaket schicken - worauf hin er die Empfänger-IP-Adresse als seine eigene einträgt und dann den Ping regulär beantwortet. Die Befehle sind übrigens absolut identisch mit denen, die Sie auch unter Windows NT oder Windows 95/98 eingeben müssen, um den Adapter zu konfigurieren.

ping -c 1 192.168.1.250

Netzwerkdrucker einrichten

Nun ist der Drucker von allen Rechnern im Netzwerk unter der Adresse 192.168.1.250 erreichbar. Wer mag, kann der IP-Adresse in der Datei /etc/hosts einen Namen zuordnen:

echo "192.168.1.250 drucker" >> /etc/hosts

Die abschließende Einrichtung als Netzwerkdrucker ist von der verwendeten Distribution abhängig, wo vorhanden sollten Sie die entsprechenden Installations-Programme benutzen. In Listing 1 finden Sie einen universellen Beispiel-Eintrag, den Sie alternativ entsprechend angepasst am Ende der /etc/printcap einfügen können.

Listing 1

netzdrucker:\
   :lp=:\
   :rm=192.168.1.250:\
   :rp=lp1:\
   :sd=/var/spool/lpd/netzdrucker:\
   :mx#0:\
   :sh:

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