Verschlungene Pfade
Der lange Weg der Druckdaten
Plug&Play
Als Linux-Heimanwender kann man mit CUPS auf einem alleinstehenden Rechner bereits wunschlos gücklich werden. Aber nicht nur der PPD-Trick bezüglich der Printer-Optionen macht CUPS so attraktiv. Der absolute Clou ist die komplette Netzwerktransparenz aller Grundfunktionen [1--3]. Das bedeutet, dass Filter, Treiber und Backends bei Konfiguration eines CUPS-Servers nicht mehr auf allen Arbeitsplatzrechnern einzeln eingerichtet und gepflegt werden müssen. Jeder Client, der frisch ans Netz gebracht wird, "findet" innerhalb von 30 Sekunden die verfügbaren Drucker, weil sie ihm vom Server per Broadcast in regelmäßigen Abständen mitgeteilt werden.
Der Client kann somit jeden Drucker sofort samt allen gerätespezifischen Optionen verwenden, ohne auch nur einen einzigen Filter oder Treiber lokal einzusetzen. Einfach Job-Optionen festlegen und das lokale PostScript (oder auch Text- und Grafikformate) per IPP an den Server schicken. CUPS-Rechner verwenden für den Datenaustausch untereinander automatisch dieses Protokoll. Der Server sorgt anschließend für die weitere Verarbeitung, nämlich Dateikonvertierungen, Spoolen und Weitergabe an den Zieldrucker über das entsprechende (eventuell noch "altmodische") Drucker-Protokoll (LPR/LPD, HP JetDirect, …).
Glossar
PCL
PDL von HP für Desk- und LaserJet-Baureihen, von vielen anderen Herstellern emuliert oder lizenziert.
ESC/P
PDL für die StylusColor- und StylusPhoto-Tintenstrahler-Baureihen.
GDI
MS-Windows-interne Darstellungssprache für Grafik auf dem Bildschirm; aus dieser wird dann von entsprechenden Treibern PCL bzw. PostScript erzeugt, bei GDI-Druckern wird sie direkt an das Gerät geschickt.
Ghostscript
Ein umfangreiches Paket zur Erzeugung vieler Druckerformate aus PDF und PostScript samt zugehöriger Utilities. Ursprünglich von der Firma Aladdin Enterprises entwickelt, wird die zurückliegende Ghostscript-Version immer dann, wenn eine neuere erscheint, unter die freie GPL-Lizenz gestellt.
Einzelfilter
Beim Drucken bezeichnet man Programme, die Dateiformate entgegennehmen, konvertieren und weitergeben als Filter.
Spool
"Simultaneous Peripheral Operations Online – hier die Methode, Druckjobs auf dem Server von mehreren Clients gleichzeitig anzunehmen und sie dann in eine Warteschlange zu stellen, die sequentiell abgearbeitet wird (da der Drucker nur jeweils einen Job bearbeiten kann).
logischen Drucker
Für ein Druckergerät lassen sich mehrere Namen definieren, unter denen es verschiedene Aufgaben wahrnimmt: Beispielsweise druckt ein logischer Drucker doppelseitig auf dem Gerät, während ein anderer das Papier nur auf einer Seite beschreibt.
Foomatic
Ein Satz von Perl-Skripten, der aus der Datenbank von Linuxprinting.org für verschiedene Unix-Druck- und Spool-Systeme automatisch und online Konfigurationsdateien für beliebige Geräte/Filter-Paare erzeugt und weitere Goodies bereithält.
CUPS-O-Matic
Der Teil von Foomatic, der PPDs für CUPS erzeugt. Diese sorgen dafür, dass beliebige Ghostscript-Filter bei CUPS eingebunden werden können.
Infos
[1] Kurt Pfeifle: "Ein starkes Doppel", Linux-Magazin 02/2000, http://www.linux-magazin.de/ausgabe/2000/02/CUPS/cups1.html
[2] Kurt Pfeifle: "Doppeltreffer", Linux-Magazin 04/2000, http://www.linux-magazin.de/ausgabe/2000/04/CUPS/cups2.html
[3] Kurt Pfeifle: "Drucken wie Browsen", Linux-Magazin 06/2000, http://www.linux-magazin.de/ausgabe/2000/06/CUPS/cups.html
[4] Michael R. Sweet: "Common UNIX Printing System and IPP", SAMS Publishing Verlag, ISBN 0-672-32196-3
[5] The GIMP Print Project: http://gimp-print.sourceforge.net/
[6] Foomatic und CUPS-O-Matic: http://www.linuxprinting.org/
[7] Patricia Jung: "Brücken schreiben", "Answer Girl" im LinuxUser 06/2000, http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/06/044-answergirl200006/answergirl200006.html
[8] Patricia Jung: "Gut gedruckt", "Answer Girl" im LinuxUser 08/2000, http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/08/AnswerGirl/answergirl.html



