Ximian GNOME 1.4

Lange mussten sich die meisten GNOME-Benutzer gedulden, und so manch einer drohte sogar an, wegen der Verzögerung zu KDE zu wechseln. Ende April war es aber endlich so weit und Ximian [4] konnte seine Version von GNOME 1.4 präsentieren. Aus dem enormen Ansturm auf die FTP-Server ließ sich schließen, dass die meisten Benutzer GNOME doch treu geblieben waren; und bereits als nur das Announcement und ein paar Screenshots zu sehen waren, häufte sich das Lob.

Mit dem grafischen Ximian-Installer, der sich wie gewohnt durch den Befehl "lynx -source http://go-gnome.com/ | sh" starten lässt, werden alle nötigen Pakete für die jeweilige Distribution heruntergeladen und installiert. Ximian hat tatsächlich einige sehr nützliche Veränderungen an GNOME 1.4 vorgenommen, die hauptsächlich auf Einsteiger abzielen. Beim ersten Start von Ximian GNOME begrüßt ein Konfigurations-Assistent namens Doorman (Abb. 3) den Benutzer und hilft ihm, seine persönlichen Daten an Ximian weiterzuleiten und die wichtigsten Einstellungen rund um das Look & Feel zu verändern. Dabei hat der Benutzer jeweils die Wahl zwischen mehreren Vorschlägen für Einstellungen wie den Hintergrund oder das Panel. Um die Bedienung einfacher zu machen, bringt Ximian außerdem ein eigenes Menü mit, das vor allem durch professionelle Icons besticht. Ein Manko bei den Menüs, genauso wie bei allen anderen Veränderungen von Ximian, sind allerdings die Übersetzungen, die – soweit vorhanden – nicht gerade den GNOME-Standard halten. Das rührt daher, dass Ximian alle Neuheiten geheimhielt und die regulären Übersetzer keinen Zugriff hatten.

Eine weitere Erleichterung für Anfänger ist der Datei-Dialog, der um mehrere Buttons erweitert wurde, die direkt in bestimmte Verzeichnisse führen. Dazu legt Ximian GNOME auch ein Verzeichnis namens ~/Documents/ an, das in etwa \Eigene Dateien unter Windows entspricht. Ebenfalls erweitert wurde das Hilfs-Menü. Über Help/Chat wird eine extrem vereinfachte X-Chat-Version names Monkeytalk (Abb. 4) gestartet, die in einen der Ximian-Hilfs-Channels führt. Mit etwas Glück findet sich dort sogar ein Ximian-Angestellter, der einem bei eventuellen Problemen weiterhelfen kann.

Auch im Menü-Panel, das intern als Foobar bekannt ist, findet sich Monkeytalk neben einer Ximian-FAQ, dem Bugbuddy und dem GNOME-Handbuch im Hilfe-Menü. Gleich daneben im System-Menü hat Ximian ein kleines Suchprogramm und den Paket-Manager Red Carpet untergebracht. Wer mit Red Carpet nichts anfangen kann, hat zumindest unter Debian auch die Möglichkeit, die Zeile "deb http://red-carpet.ximian.com/debian stable main" (bzw. woody) zu "/etc/apt/sources.list" hinzuzufügen und wie gewohnt apt-get zu benutzen. Zu guter Letzt hat Ximian noch die oberen Ecken des Menüpanels abgerundet und ein neues Osterei versteckt, das sich nach Aktivierung des Menü-Panels in einer Log-Datei im Home-Verzeichnis finden sollte.

Insgesamt lohnt sich das Update auf Ximian GNOME 1.4 auf jeden Fall. Wer allerdings bereits die Debian (Woody oder Sid) Version von GNOME 1.4 installiert hat, kann sich beim Update auf einige Probleme gefasst machen.

Abbildung 2: Ximian GNOME präsentiert sich mit abgerundeten Ecken und holprigen Übersetzungen
Abbildung 3: Doorman führt den Benutzer durch die grundlegende Konfiguration
Abbildung 4: Wenn die Dokumentation nicht mehr weiterhilft findet sich Rat im Monkeytalk Chat

Sawfish-Befehle im Panel

Wem es nicht genügt, Sawfish-Funktionen über Tastenkombinationen zu starten, der hat dank des Programms sawfish-client auch die Möglichkeit, diese mit einem Starter auf dem Panel zu verknüpfen. Ein neuer Starter lässt sich via Rechtsklick auf das Panel unter dem Menüpunkt Panel/Zum Panel hinzufügen/Starter finden. Als Kommando muss nun "sawfish-client -c Lisp-Kommando" angegeben werden, wobei sich die grundlegenden Sawfish-Funktionen mit info sawfish bzw. unter [6] finden lassen. Wie wir schon im letzten Gnomogram beschrieben haben, lässt sich Sawfish aber durch Module erweitern, die wiederum ihre eigenen Funktionen mitbringen. Diese Module liegen unter /usr/share/sawfish/VERSION/lisp.

Der Autor

Björn Ganslandt ist Schüler und leidenschaftlicher Bandbreitenverschwender. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, neue Programme auszuprobieren, liest er Bücher oder spielt Saxophon.

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