Waschmittel Rösch Linux R15 im Test

Porentief rein

Mirko Dölle

An Computer, Scanner und CD-Brenner hat man sich bei den Lebensmittel-Discountern längst gewöhnt. Nun hält auch Linux Einzug in die Regale.

Die bisher völlig unbekannte Firma Rösch aus dem österreichischen Höchst stellt ein neues Linux vor, das seit Mitte April über den Lebensmittel-Discounter und Neu-Distributor Plus bezogen werden kann. Mit nur knapp elf Mark für das komplette Paket erhält der Käufer deutlich mehr Linux für sein Geld als bei den renommierten Distributoren.

SuSE-Plagiat?

Was auf den ersten Blick wie ein billiges Imitat einer SuSE-Distribution aussieht, bietet in Wirklichkeit eine deutlich bessere Ausstattung als die Professional Edition der Nürnberger. So ist das Rösch-Paket nicht nur deutlich größer als die SuSE-Box, es hat auch mit gut sieben Kilo deutlich mehr Content.

In einigen Punkten haben die Österreicher aber eindeutig vom größten deutschen Linux-Hersteller abgekupfert: Das Paket ist in einem ähnlichen Grün wie die SuSE Linux Professional Edition gehalten, und auch der Stern erinnert stark an die SuSE-typischen mathematischen Körper. Anders als die Nürnberger gibt Rösch aber nicht die zugrunde liegende Funktion an. Auch der 60-tägige Installationssupport, den SuSE für die Personal Edition bietet, findet sich beim Linux-Neuling in abgewandelter Form wieder – der Hersteller verspricht hier 60 Anwendungen.

Durchbruch im Heimbereich

Mit Rösch-Linux R15 dürfte endlich der große Durchbruch im Heimbereich gelingen, den IBM und andere eigentlich durch den Einbau teurer Embedded-Linux-Systeme in Haushaltsgeräten und durch Settop-Boxen erreichen wollten. Plus verkauft hier das erste waschmaschinen-taugliche Linux, mit dem wirklich jede Hausfrau etwas anfangen kann.

Rösch setzt offensichtlich auf eine Micro-Kernel-Architektur, wie sie zum Beispiel im Apple-Bereich bei MkLinux oder MacOS X zum einsatz kommt. Interessant sind die Umwandlungsfähigkeiten (Morphing), die sich Rösch wohl von Transmeta ausgeliehen hat: Unter bestimmten Umständen, insbesondere bei längerer Nicht-Nutzung und feuchtem Betriebsklima verbackt der sonst sehr handliche Micro-Kernel zu einem herkömmlichen großen Monolithen (Einkristall).

Wir testeten einen solchen Monolithen auf dem in Ausgabe 04/2001 vorgestellten Wortmann Optio X-800, die Langzeitstabilität konnte allerdings wie in Abbildung 1 zu sehen nicht überzeugen.

Abbildung 1: Auf unserem Testrechner ließ die Langzeitstabilität von Linux R15 sehr zu wünschen übrig

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2017: EFFIZIENTES BÜRO

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit der Maus
Thomas Roch, 21.02.2017 13:43, 1 Antworten
Nach 20 Jahren Windows habe ich mich zu Linux Ubuntu probeweise durchgerungen!!! Installation - k...
KWin stürzt ab seit Suse Leap 42.2
Wimpy *, 21.02.2017 09:47, 4 Antworten
OpenSuse 42.2 KDE 5.8.3 Framework 5.26.0 QT 5.6.1 Kernel 4.4.46-11-default 64-bit Open-GL 2....
Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 10 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 2 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...