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Die Erstbesteigung des Mount Linux

Zu Befehl

Images von CDs und Disketten mounten

Ein Image (engl. Bild, Abbild) ist eine Eins-zu-Eins-Kopie eines Datenträgers – solche Images werden zum Beispiel beim Kopieren verwendet: Um eine Diskette zu kopieren, würden Sie etwa zunächst mit

dd if=/dev/fd0 of=/tmp/disk.img

eine Diskette einlesen (und in der Datei /tmp/disk.img zwischen speichern), um dann die Disketten zu wechseln und die Kopie mit dem umgekehrten Befehl

dd if=/tmp/disk.img of=/dev/fd0

zu erstellen. Das Kommando dd steht übrigens für "convert & copy" – der Name cc war aber auf gängigen Unix-Systemen schon vom C-Compiler belegt, daher dd

Wie unterscheiden sich nun eigentlich das Disketten-Image und die Diskette selbst? Die Inhalte sind identisch, schließlich ist das Image ja durch (blockweises) Auslesen der Diskette entstanden. So könnte man auf den Gedanken kommen, anstelle der Diskette einmal das Image zu mounten. Ein mount /tmp/disk.img /mnt/disk wird aber fehlschlagen:

asteroid:~ # mount /tmp/disk.img /mnt/disk
 mount: /tmp/disk.img is not a block device (maybe try `-o loop'?)
 asteroid:~ #

mount schlägt hier schon von selbst vor, es mit der Option "-o loop" zu versuchen – tatsächlich reicht das in der Regel schon aus, um ein Disketten-Image erfolgreich zu mounten. Eventuell wird zusätzlich noch die Angabe benötigt, welches Dateisystem der Datenträger (in diesem Fall das Image) besitzt. Wurde eine DOS-Diskette eingelesen, so wäre der volle Aufruf

mount -o loop -t vfat /tmp/disk.img /mnt/disk

Zeit und Geld sparen beim Brennen

Genau das Gleiche können Sie auch mit CD-ISO-Images machen: Und wie kommen Sie an solche ISO-Images? Ein Weg ist identisch mit dem bei Disketten beschriebenen: dd if=/dev/cdrom of=/tmp/cd.img liest eine eingelegte CD-ROM aus (funktioniert nicht mit Audio-CDs!). Eine andere Möglichkeit ist der Download von CD-Images, aber am wahrscheinlichsten ist die Erstellung mit mkisofs, wie im Schwerpunkt-Beitrag ab S. 15 beschrieben. Und hier ergibt sich auch eine häufig sinnvolle Anwendungsmöglichkeit, die man unter Windows vermisst: Wenn Sie CDs manuell brennen, also kein Frontend verwenden, sondern zunächst mit mkisofs ein CD-Image erstellen und dieses dann mit cdrecord auf den CD-Rohling brennen, dann haben Sie unter Linux die Chance, vor dem eigentlichen Brennvorgang das erstellte Dateisystem zu mounten und auf Fehler zu untersuchen. Haben Sie ein Verzeichnis ausgelassen oder sind unerwünschte Dateien mit hineingerutscht? Dann löschen Sie einfach das Image und starten von vorne – kein Grund, 15 Minuten auf das Brennergebnis zu warten und dann einen Rohling wegzuwerfen.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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