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Die Konsole brennt

CDs auf der Kommandozeile schnell geschrieben

ATAPI-Brenner

Bisher wurde nur die Verwendung von SCSI-Brennern erklärt – Besitzer der in der Regel preisgünstigeren ATAPI-Brenner sind jedoch nicht vom Brennvergnügen ausgeschlossen: Linux besitzt für ATAPI-Geräte eine SCSI-Emulation, die es erlaubt, einen ATAPI-Brenner als SCSI-Gerät zu erkennen und mit den unter SCSI üblichen Kontrollbefehlen anzusteuern.

Diese SCSI-ATAPI-Emulation ist in der Regel nicht in den Kernel eingebunden, da sie außer für den Einsatz von ATAPI-Brennern selten benötigt wird. Um das entsprechende Kernel-Modul nachzuladen, geben Sie als Administrator root den Befehl

modprobe -v ide-scsi

ein. Das Modul sollte nun geladen sein, und über den Befehl

cat /proc/scsi/scsi

erhalten Sie einen Überblick über die "neu hinzugekommenen" SCSI-Geräte in Ihrem Rechner. Ist auch ein richtiger SCSI-Controller vorhanden, so wird die SCSI-ATAPI-Emulation als zweiter SCSI-Bus (Nr. 1) in das System eingefügt; die für den cdrecord-Aufruf benötigte dev-Option ist dann dev=1,X,0. Mehr Informationen zu ATAPI-Brennern finden Sie im Kasten auf Seite 26.

Problemlösungen

  • Zugriffsrechte: Um den Bus zu scannen bzw. um den eigentlichen Brennvorgang durchzuführen, müssen die Gerätedateien /dev/sg* mit Leserechten (und mindestens die zum Brenner gehörende Datei auch mit Schreibrechten) für Sie versehen sein. Alternativ zur Freigabe der Leserechte für alle Benutzer mit chmod a+r /dev/sg* können Sie den Bus-Scan als Administrator root durchführen und dann nur die benötigte Gerätedatei auf "a+rw" setzen.
  • Generic Devices: cdrecord verwendet zum Brennen einen direkten Zugriff auf den CD-Brenner – dazu müssen die "Generic Devices", die über die Gerätedateien /dev/sg* (SCSI generic) ansprechbar sind, erkannt werden. In der Regel leistet dies ein Modul sg, das beim Zugriff auf eine dieser Dateien automatisch geladen wird. Geschieht dies nicht, laden Sie es manuell mit modprobe -v sg nach.

Glossar

CD-Image

Ein CD-Image ist ein identisches Abbild des "rohen" Inhalts einer Daten-CD – ein solches Image lässt sich unter Linux beispielsweise aus einer Daten-CD erzeugen, indem der Befehl dd if=/dev/cdrom of=/tmp/cd.iso verwendet wird. dd liest dabei einfach Byte für Byte die CD aus und schreibt den Inhalt in die Ausgabedatei cd.iso; eine solches CD-Image lässt sich dann mit cdrecord wieder auf einen CD-Rohling schreiben oder (wie im "Zu Befehl" dieser Ausgabe beschrieben) sogar mit mount wie eine richtige CD ins Dateisystem einhängen.

Little Endian und Big Endian

Little und Big Endian sind Begriffe, die etwas über die Prozessorarchitektur aussagen. Es geht darum, wie Werte, die nicht vollständig in einer Speicherzelle gespeichert werden können, über mehrere solche Zellen verteilt werden: So wird etwa der Wert 43981 (hexadezimal ABCD) in AB und CD aufgeteilt. Bei Big Endian wird nun in der ersten Speicherzelle AB und in den zweiten CD abgelegt; bei Little Endian ist es genau verdreht.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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