Die Konsole brennt
CDs auf der Kommandozeile schnell geschrieben
Audio-CDs
Für Audio-CDs wird mkisofs nicht benötigt, da diese kein Dateisystem enthalten. Vielmehr werden hier einfach die Tracks hintereinander auf die CD geschrieben. Für den Brennvorgang wird aber wie bei Daten-CDs cdrecord verwendet, nur mit leicht geänderten Optionen. Aus dem Beispielaufruf vom Beginn des Artikels wird nun
cdrecord -v -audio -pad dev=0,4,0 speed=4 /tmp/track*.wav
Die dev- und speed-Optionen haben ihre Bedeutung nicht geändert, dafür sind zwei neue hinzugekommen:
-audioteilt der Brenn-Software offensichtlich mit, dass eine Audio-CD gebrannt werden soll.-padist weniger offensichtlich. Audio-CDs enthalten Tracks gemäß dem CD-DA-Standard (Compact-Disc Digital-Audio), und Tracks nach dieser Spezifikation müssen einige besondere Eigenschaften haben. Zunächst müssen Sie eine Samplingrate von 44100 Samples pro Sekunde besitzen, und außerdem muss ihre Dateigröße ein Vielfaches von 2352 Bytes sein. Da die zum Brennen zur Verfügung stehendenwav- oderau-Dateien in der Regel nicht diese Dateigrößeneigenschaft erfüllen, ist die Option-padnotwendig, die einfach am Dateiende eine ausreichende Zahl an Nullen anfügt. Es ist auch möglich, Audio-CDs in mehreren Schritten zu erstellen. Dazu wird dann die zusätzliche Option-nofixverwendet. Zum Beispiel würden die folgenden drei Befehle jeweils zwei Tracks auf die CD brennen und den Rohling erst beim dritten Schreibvorgang "fixieren", also endgültig abschließen:
cdrecord -v -audio -pad -nofix dev=0,4,0 speed=4 t1.wav t2.wav cdrecord -v -audio -pad -nofix dev=0,4,0 speed=4 t3.wav t4.wav cdrecord -v -audio -pad dev=0,4,0 speed=4 t5.wav t6.wav
Haben Sie eine noch nicht fixierte CD (die sich in der Regel nur in CD-Brennern, nicht aber in einfachen CD-ROM-Laufwerken oder Audio-CD-Playern abspielen lässt), so können Sie diese jederzeit mit Hilfe der Option -fix abschließen:
cdrecord -v -fix dev=0,4,0
Je nach Aufbau Ihrer wav-Dateien kann es vorkommen, dass die erstellte CD zwar die erwartete Anzahl an Audio-Tracks enthält, diese aber bei der Wiedergabe nur Rauschen produzieren. Dann ist die Byte-Reihenfolge der Audio-Kodierung falsch; hier gibt es Little Endian und Big Endian. Um dieses sehr seltene Phänomen loszuwerden (und die Byte-Reihenfolge zu korrigieren), gibt es die Option -swab ("SWAp Bytes").
Audio-Tracks auslesen
Nicht eigentlich direkt zum Thema Brennen gehört das Auslesen einer Audio-CD; da beim Kopieren solcher CDs aber vor dem Brennen das Auslesen steht, wollen wir das passende Kommandozeilen-Tool hier auch kurz vorstellen.
Anders als Daten-CDs enthalten Audio-CDs nicht einfach ein normales Dateisystem, welches mit dd ausgelesen werden könnte. Hier muss stattdessen ein spezieller CDDA-Grabber eingesetzt werden, das Standard-Tool für diese Aufgabe ist cdda2wav
Im Artikel cd2mp3 ab Seite 30 erfahren Sie übrigens noch etwas über die Konvertierung von mp3- in wav-Dateien und umgekehrt: MP3-Dateien lassen sich zwar auch direkt auf CD brennen (so passen in der Regel mehr als zehn Alben auf einen Rohling), dies sind dann aber normale Daten-CDs, die vom CD-Player nicht abgespielt werden können. Für die Wiedergabe auf einem normalen CD-Player ist eine Umwandlung in normale wav-Dateien notwendig.



