Home / LinuxUser / 2001 / 05 / Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 2

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Nachbearbeitet

Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 2

Es grünt so grün…

Wenden wir uns einem anderen Thema zu, dem Verändern von Farben. Auf der Heft-CD finden Sie das Bild http://wald.jpg, das eine Dschungelszene darstellt. Wie sie sicher erkennen, ist das Bild deutlich überbelichtet. Solche Fehler lassen sich mit den Befehlen aus dem <Bild>/Bild/Farben/... Menü korrigieren. Wählen Sie hier zuerst den Punkt Werte aus, es erscheint der Dialog aus Bild 9.

Abbildung 9

Abbildung 9: Mit dem Werte-Werkzeug kann man die Farben verändern. Hier wurde der Bereich unten rechts intensiviert

Hier können Sie nun die Grundhelligkeit des Bildes korrigieren. Im oberen Knopf des Dialoges können Sie einstellen, ob sie alle oder nur einzelne Farbkanäle (Rot, Grün oder Blau) bearbeiten wollen. Im Bereich darunter sehen Sie ein Histogramm, das angibt, wie die Farben im Bild verteilt sind. Über die Dreiecke unter den beiden grauen Farbverläufen können Sie genau kontrollieren, wie die Farben angepasst werden sollen. Das schwarze und das weiße Dreieck bei den Quellwerten werden auf das entsprechende Dreieck bei den Zielwerten abgebildet; mit dem grauen Dreieck kann man den Mittelwert noch etwas verschieben.

In unserem Fall reicht es, das graue Dreieck etwas nach rechts zu ziehen, um die etwas zu hellen mittleren Farbtöne ein wenig abzudunkeln. Wollen Sie hingegen eine etwas nebligere Atmosphäre erzeugen, können Sie die beiden Dreiecke bei den Zielwerten etwas zur Mitte ziehen. Dadurch wird der Kontrast deutlich verringert, man kommt sich wie im Siegerland vor.

Während das Werte-Werkzeug die Farben im Wesentlichen erhält, ist das Kurven-Werkzeug wesentlich flexibler. Starten Sie es über <Bild>/Bild/Farben/Kurven. In diesem Dialog können Sie fast beliebige Kurven definieren und so sehr leicht sogenannte Solarisationseffekte erzeugen (Abbildung 10). Die Ergebnisse erinnern unter Umständen an Falschfarbenbilder, wie man sie von Satellitenfotos her kennt. Auch hier können Sie die Einzelkanäle separat bearbeiten. Da die Regenwaldszene immer noch nicht so richtig saftig grün wirkt, könnten Sie zum Beispiel den Blauanteil etwas reduzieren.

Abbildung 10

Abbildung 10: Das Kurven-Werkzeug ermöglicht bunte Farbeffekte

Wählen Sie über den oberen Knopf den blauen Farbkanal aus und klicken Sie in dem Kurvenbereich etwas unterhalb der Mitte. Es wird in die Kurve ein zusätzlicher Stützpunkt eingefügt, die Kurve ist etwas "eingedellt". Im mittleren Helligkeitsbereich wird nun der Blauanteil etwas abgedunkelt, was sattere Grüns bewirkt. Spielen Sie mit den Kurven herum, bis sie die Idee dahinter begriffen haben. Es ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um Farben zu korrigieren.

Perspektiven

Das letzte Werkzeug, dem wir uns heute zuwenden wollen, ist das Transformationswerkzeug, mit dem Sie Bilder verzerren können. Gimp stellt über die Werkzeugeinstellungen vier verschiedene Verzerrungstypen zur Verfügung: Rotation, Skalierung, Scherung, Perspektivisch. Besonders nützlich sind die Rotation und die perspektivische Verzerrung.

Die Arbeit mit den verschiedenen Typen ähnelt sich sehr. Beispielhaft möchte ich die perspektivische Verzerrung herausgreifen. Um aus unserem Urwald eine "schräg fotografierte Wandtapete" zu machen, wählen Sie Perspektivisch aus den Werkzeugeinstellungen und klicken in das Bild. Es erscheinen ein Gitter über dem Bild und ein zusätzlicher Dialog. Nun können Sie das Gitter im Bildfenster verzerren, indem Sie nahe in der Nähe der Eckpunkte klicken und sie an die Zielposition ziehen. Nach einem Klick auf Transformation wird das Bild entsprechend verzerrt.

Abbildung 11

Abbildung 11: Perspektivische Verzerrungen bestimmt man über ein (hier schlecht sichtbares) Gitter

Was besonders interessant ist: Alle diese Transformationen können auch korrigierend arbeiten: Wenn Sie zum Beispiel ein Bild schief eingescannt haben, wählen Sie die korrigierende Rotation (in den Werkzeugeinstellungen) und passen das Gitter an die Kanten an, die eigentlich gerade sein sollten. Nach einem Klick auf Rotieren wird das Bild geradegerückt. Man kann es nun mit dem Zuschneiden-Werkzeug auf das passende Format bringen und abspeichern.

Mit den grauen Vierecken, die möglicherweise beim Verzerren aufgetaucht sind, beschäftigen wir uns im nächsten Teil. Es stehen geheimnisvolle Dinge wie Transzen- äh, Transparenz und Ebenen auf dem Programm.

Glossar

Antialiasing

Methode, um Linien und Kanten glatter wirken zu lassen. Würde man eine schräge Kante nur mit den Farben Schwarz und Weiß malen, wären "Treppenstufen" unvermeidlich, ein Aliasing würde sichtbar. Verwendet man hingegen mehrere Grauwerte, um die Stufen auszugleichen, wirkt die Linie glatter. In Gimp arbeitet das Stiftwerkzeug ohne, das Pinselwerkzeug mit Antialiasing.

Rote-Augen-Effekt

entsteht häufig, wenn bei düsteren Lichtverhältnissen Portraits mit Blitz gemacht werden. Da dann die Pupillen weit geöffnet sind, wird das plötzlich auftretende Licht des Blitzes von der Netzhaut reflektiert, ähnlich wie bei Katzenaugen. Um das zu vermeiden, bieten die meisten Kameras einen Vorblitz, der die Pupillen veranlasst, sich zu schließen. So kann der Effekt reduziert werden.

Der Autor

simon_s.png

Simon Budig hat für diesen Artikel mal wieder heftigst unter Murphy gelitten. Warum muss eigentlich eine Festplatte einen Tag vor Redaktionsschluss abrauchen? Den größten Teil des Artikels hat ihm Michael Engel aus dem Dump der Festplatte gerettet. An dieser Stelle sei ihm herzlich gedankt.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 106 Punkte (16 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...