Mein rechter, rechter Platz ist frei – df, du
Zu Befehl
Who<C>du<C>nnit?
Machen Sie sich auf die Suche nach den Files, die den Speicherplatz belegen – in welchem Verzeichnis des Dateisystems sitzen die Übeltäter? Das Programm du liefert Informationen über den Speicherbedarf von Dateien und Verzeichnissen. Wenn Sie in Ihrem Home-Verzeichnis einfach nur du an der Kommandozeile aufrufen, fliegen die Daten nur so über den Bildschirm – es darf also ruhig etwas gezielter sein. Ein du *.html untersucht nur die Dateien, die auf .html enden. Gezielt auf ein Verzeichnis losgelassen, werden auch alle untergeordneten Directories mit einbezogen:
huhn@asteroid:~/linux-magazin$ du zubefehl/ 48 zubefehl/zweitefolge 60 zubefehl/erstefolge 52 zubefehl/drittefolge 20 zubefehl/viertefolge 4 zubefehl/fuenftefolge/test … 2360 zubefehl
Am Schluss steht die Zusammenfassung – alle Angaben sind standardmäßig in kByte. Wie auch bei df gibt es den Parameter -h (für --human-readable). Wollen Sie nur das Endergebnis, verwenden Sie du -s verzeichnis ("-s" für --summarize: zusammenfassen). Das funktioniert allerdings nicht, wenn Dateien eines bestimmten Typs ausgewählt werden. Ein du fun/bilder/*.jpg listet zwar für alle JPGs den verbrauchten Platz auf, eine Zusammenfassung gibt es hier allerdings nur, wenn die Option -c (oder die Langform --total) verwendet wird. Die Tiefe der zu durchforstenden Verzeichnisse können Sie übrigens auch mit dem Parameter --max-depth=DEPTH (wobei DEPTH durch eine Ziffer ersetzt wird) angeben.
Natürlich ist es manchmal praktisch, ein grafisches Tool von KDE oder Gnome zum Aufstöbern von "Plattenplatzfressern" zu verwenden, der Vorteil der Kommandozeile liegt allerdings in der geschickten Kombination von Befehlen. Schauen Sie sich z. B. einmal sort an. Der Name ist Programm: Hier wird nach von Ihnen vorgegeben Kriterien sortiert. Der Parameter -n bewirkt, dass Zahlen numerisch sortiert werden. Während normalerweise 3 hinter 24 und 24 hinter 115 eingeordnet würde, da die ersten Zeichen (3, 2, 1) relevant sind, wertet sort -n die Zahlen korrekt aus. Die Option -r sortiert in umgekehrter Reihenfolge ("reverse"). Sollte Ihnen also auffallen, dass die /home-Partition fast voll ist, finden Sie den Übeltäter sehr schnell mit dem Aufruf:
asteroid:~# du -s /home/* | sort -rn 6356156 /home/user1 47304 /home/user2 18864 /home/user3 …
Sie wollen nur die zwei schlimmsten Verbraucher? Dann schalten Sie eben noch ein "| head -n 2" dahinter:
asteroid:~# du -s /home/* | sort -rn | head -n 2 6356156 /home/user1 47304 /home/user2 asteroid:~#
Versuchen Sie doch mal, ein grafisches Frontend zu finden, das genau diese Funktionalität bietet…
Glossar
Blöcke
Man sieht hier, dass Dateisysteme in Abschnitte bestimmter Größe gegliedert sind. Hier werden die Blöcke 1 kB groß dargestellt, d. h. 1024 Bytes. Wenn Sie beispielsweise wissen möchten, wieviele Bytes tatsächlich in der Partition /dev/hda2 vorhanden sind, multiplizieren Sie einfach 46664 mit 1024: 47783936 Bytes.
gemountet
Mounten bezeichnet das "Einhängen" eines Dateisystems in einen Gesamtdateibaum. Anders als unter DOS und Windows gibt es unter Unix keine Laufwerksbuchtaben, vielmehr wird jede Partition irgendwo unterhalb des sogenannten Root-Verzeichnisses (Wurzelverzeichnis) angelegt.
Hardlink
Von mehreren Stellen in Verzeichnissen wird auf denselben i-node einer Datei verwiesen. Daher haben alle Hardlinks einer Datei dieselben Besitzer, Gruppen, Zugriffsrechte usw.



