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Gut gepackt

K-tools

Häppchenweise

So schön das mit all der Komprimiererei ist: Auch damit wird der Plattenplatz irgendwann knapp. Wäre es da nicht phantastisch, wenn man auch größere Dateien so zurechtzustutzen könnte, dass sie auf ganz normale Disketten passen? So könnten wir sie danach getrost von der Platte putzen. Der Kommandozeilenbefehl split tut genau das.

Damit Sie sich nicht erst in dessen Befehlssyntax einlesen müssen, hält karchiver für Sie den Menüpunkt Diskette parat. Möchten Sie eine Datei in mund- oder besser gesagt diskettengerechte Häppchen unterteilen, wählen Sie Diskette/Aufteilen aus.

Nun geben Sie in der erscheinenden Auswahlbox nur noch die zu teilende Datei an, und karchiver zerstückelt sie automatisch in Happen von 1.4 MByte Größe und den jeweiligen Rest.

Diese mit den Suffixen .01, .02 usw. versehenen Stückchen schaufeln Sie danach bequem auf jeweils eine Diskette. Möchten Sie die Daten wieder zusammenfügen, wählen Sie stattdessen Diskette/Zusammenfassen.

Pure Zauberei

Ein völlig neues Feature der aktuellen karchiver-Ausgabe sind die verschiedenen "Wizards". karchiver nimmt Sie damit an die virtuelle Hand und hilft Ihnen beim Umgang mit Ihren Archiven.

Enthält die angewählte Datei beispielsweise die nötigen Daten zum Patchen eines Quellcode-Verzeichnisses, lassen Sie sich vom passenden Wizard einfach Schritt für Schritt anleiten. Eine andere, mit dem Wizard lösbare Aufgabe besteht darin, ein Quelltext-Archiv komplett zu installieren (sprich: alles auszupacken und danach den Linux-Installationsdreisatz configure, make und make install anzuwenden). Auch wer ein Archiv in ein anderes Format konvertieren möchte, wird hier fündig.

Wählen Sie zunächst die Archivdatei aus, die Sie bearbeiten wollen, und klicken Sie danach den Menüpunkt Archiv/Wizard starten an. Es erscheint ein Fenster wie in Abbildung 6, in dem Sie sich aussuchen können, was karchiver oder besser gesagt der Wizard als nächstes mit der entsprechenden Datei veranstalten soll.

Lassen Sie uns als Beispiel eine Datei in ein anderes Format konvertieren. Dazu klicken wir den Punkt Konvertiere Archiv-Format an. Nun gilt es, den Nächster-Button zu betätigen um fortzufahren. Im Fenster aus Abbildung 7 können wir nun auswählen, welches Format unsere Datei künftig haben soll. Wie wäre es mit einem .zip-Archiv für die Ex-Windows-User unter uns? Sie erhalten danach die Möglichkeit, dem Baby einen neuen Namen zu geben. Wollen Sie es beim alten Namen belassen, brauchen Sie gar nichts zu tun. Zum Abschluss fragt Sie karchiver dann noch, ob Sie das Ursprungsarchiv löschen wollen (Abbildung 8). Entscheiden Sie selbst. Sie sollten jetzt eine Datei gleichen Grundnamens, allerdings im Format und mit der Endung .zip auf Ihrer Platte finden.

Abbildung 6: Welcher Wizard darf es sein?

Abbildung 7: Gut gezipt ist halb gewonnen

Abbildung 8: Lieber doch nicht löschen?

Glossar

gzip

Dieses Tool komprimiert die von Ihnen angegebenen Dateien mit der Lempel-Ziv-Kodierung (LZ77). Die gepackte Datei wird dabei automatisch in Datei.gz umbenannt, wobei in der Regel Zugriffsrechte und Zeitmarken beibehalten, symbolische Links jedoch ignoriert werden.

bzip2

bzip2 erlaubt wie gzip die Komprimierung von Daten. Da sich auf Grund eines anderen Algorithmus' oft eine bessere Kompression erreichen lässt, wird diesem Programm in letzter Zeit immer häufiger der Vorzug gegeben. Mit bzip2 komprimierte Dateien erkennt man an der Endung .bz2.

Kompressionsstufen

Bestimmt Qualität und Geschwindigkeit der Kompression; der kleinste Wert "1" bewirkt eine schnelle Kompression, aber größere Dateien, "9" ist das Maximum und führt zu höheren/längeren Rechenzeiten, aber kleineren (weil besser komprimierten) Dateien.

$HOME

Die Umgebungsvariable HOME enthält den Ort, an dem sich Ihr Home-Verzeichnis befindet. Das $-Zeichen davor erlaubt (z. B. innerhalb einer Shell) den Zugriff auf den Variableninhalt.

Patchen

Mit sogenannten Patch-Dateien können Sie einen Versionswechsel von einer Progammversion zur nächsten vornehmen. Es handelt sich dabei um Textdateien, in denen genau beschrieben ist, an welchen Stellen die einzelnen Dateien des Quellcodes verändert werden müssen. Voraussetzung zum Patchen eines Programms ist, dass der vollständige und unveränderte Quellcode der jeweils vorherigen Version vorhanden ist. Der Vorteil der Patch-Dateien: Sie sind relativ klein und ersparen Ihnen so den teilweise recht großen und damit teuren Download einer neuen Programmversion, in der sich vielleicht nur eine Datei geändert hat.

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LinuxUser 06/2012

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