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Auf die Minute

out of the box

Jobvermittlung

Diesen wollen wir einen weiteren hinzu fügen. Da ein At-Job selten aus dem Aufruf eines einzelnen Programms besteht, erzeugen Sie am besten eine Textdatei, die die gewünschten Kommandos enthält. Als Beispiel speichern Sie z.B. folgende Zeilen in einer Textdatei unter dem Namen findexec in Ihrem Homeverzeichnis:

cd $HOME
find . -type f -perm +111 > exec.log
echo "Ausführbare Dateien in exec.log gelistet."

Dieser Dreizeiler sucht vom Homeverzeichnis ausgehend alle ausführbaren Dateien und legt das Ergebnis in der Datei exec.log ab. Die Datei findexec benötigt keine Ausführungsrechte, da gatO ihren Inhalt an at übergibt.

In der rechten Hälfte des gatO-Hauptfensters stellen Sie nun von Command auf File um und klicken dann auf den "…"-Knopf in der selben Zeile. Es öffnet sich eine Auswahlbox für die Datei, deren Inhalt später von at ausgeführt werden soll. Alternativ können Sie den Dateinamen auch direkt in das Feld rechts neben File eingeben.

Den Zeitpunkt, zu dem der Job erledigt werden soll, stellen Sie mit den darunter liegenden Feldern ein. Falls die Checkbox neben Day unangekreuzt bleibt, bezieht sich die Zeitangabe auf den gleichen Tag, so dass nur Stunde und Minute eine Rolle spielen. Ist Day dagegen angewählt, können Sie auch hier den "…"-Knopf benutzen, um mit einem Minikalender (Abbildung 2) komfortabel das Datum einzustellen.

Abbildung 2: Kalender

Wenn Sie die Uhrzeit oder den Tag nicht als Zahlen eintragen wollen, stehen Ihnen über die beiden Specified-Buttons Angaben wie midnight, teatime oder tomorrow, mon, tue zur Verfügung. In diesem Fall werden die Zahlen darunter ignoriert. Sollte ein Job von sich aus nichts ausgeben, Sie aber trotzdem an einer Benachrichtigung per Mail interessiert sein, wählen Sie den "Mail notification"-Button. Schließlich klicken Sie rechts unten auf Add, um den Job in die Warteschlange aufzunehmen.

Vergesslich?

Wenn Sie schon mehrere Jobs eingetragen haben, aber nicht mehr wissen, was die einzelnen Aufträge tun, müssen Sie nur den passenden Eintrag auf der linken Seite markieren und auf den Knopf View klicken. Ein eigenes Fenster stellt dann die Kommandos dar, aus denen der Job besteht, wobei der erste Teil aus gato-internen Zeilen besteht und erst danach der eigentliche Job folgt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Jobanzeige

Natürlich lassen sich mit dem Knopf Del auch Aufträge aus der Warteschlange entfernen – zumindest solange sie noch nicht ausgeführt wurden. Der Refresh-Button dient dazu, die Jobliste neu darzustellen. Dabei verschwinden die Jobs aus der Liste, die seit dem letzten Refresh nicht mehr in der Warteschlage stehen, weil sie entweder gelöscht oder ausgeführt wurden. Über die Bedeutung des Exit-Knopfs muss hier wohl nichts gesagt werden.

Wenn Sie mit gatO gut zurecht kommen, gibt es noch eine gute Nachricht für alle, die im Übersichtsartikel "Auftragsersteller vom Dienst" in Heft 01/2001 kein geeignetes Programm zum Verwalten von Cron-Jobs gefunden haben: Antonio Luis Delgado Gonzalez schreibt ebenfalls an einem Programm in dieser Kategorie – gcrontab, zu finden unter http://www.arquired.es/users/aldelgado/proy/gcrontab/.

Glossar

cron

Dient zum regelmäßigen zeitgesteuerten Ausführen beliebiger Konsolenprogramme ("Cron-Jobs") und kümmert sich so unter anderem um die Aktualisierung der Datenbank für das locate-Kommando.

at

Im Gegensatz zu cron führt at seine Aufträge ("At-Jobs") einmalig zu einem festgelegten Zeitpunkt aus. Eventuelle Ausgaben des gestarteten Programms werden als Mail an den Besitzer des At-Jobs verschickt.

Raytracing

Verfahren zur fotorealistischen Berechnung dreidimensionaler Bilder, das sehr rechenintensiv ist.

GTK

Das "Gimp Toolkit" ist eine Programmierbibliothek, die das Erstellen von Menüs, Dialogboxen u.a. Fensterelemente unter X11 erleichtert. Sie wurde zunächst für das Grafikprogramm Gimp geschrieben, ist aber inzwischen Grundlage vieler anderer Programme.

autoconf und automake

Tools zur automatischen Erstellung eines configure-Skripts. Das Skript dient zum automatischen Auswerten von Eigenschaften des Systems, auf dem ein Quelltext kompiliert werden soll. So findet configure z.B. selbstständig heraus, welcher C-Compiler installiert ist. Mit Hilfe dieses Werkzeugs ist es möglich, plattformübergreifend geschriebene Software auf verschiedenen (meist Unix-) Systemen zu kompilieren, ohne per Hand Änderungen vornehmen zu müssen.

PATH

In dieser Variablen sind durch Doppelpunkt ("colon") getrennte Verzeichnisse aufgelistet. Diese werden von der Shell nach Kommandos durchsucht, die der Benutzer ohne Pfadangabe eingibt. So wird etwa ls als /bin/ls gefunden.

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LinuxUser 06/2012

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