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Surfin' on the commandline – lynx, links und w3m

Zu Befehl

Ab ins W3 mit <C>w3m<C>

Hier kommt ein ausgefeiltes Tool aus Japan – w3m steht für "WWW-to-Miru". Das ist Japanisch und bedeutet: "Schau das WWW an". Dieser Browser kann ebenso wie links mit Tabellen und Frames umgehen (s. Optionen-Menü). Anders als die ersten beiden Programme will w3m auf jeden Fall eine Zieldatei zum Programmstart wissen. Geben Sie entweder eine lokale HTML-Datei oder eine URL an, sonst beendet sich der Browser direkt wieder. Was hier auf den ersten Blick fehlt, ist eine Einblendung, wie es in die Hilfe geht oder wie man das Programm beendet. Schauen Sie sich dazu einfach in Tabelle 2 nach.

Tabelle 2: Steuerungskommandos für <C>w3m<C>

Kommando

Funktion

[Leertaste] Blättert in der Datei seitenweise nach vorne
b Blättert in der Datei seitenweise nach hinten
> Lässt die Anzeige ganz nach rechts wandern
< Lässt die Anzeige nach links wandern
g Geht zur ersten Zeile der Datei
G Geht zur letzten Zeile der Datei
[Tabulator] Springt zum nächsten Link
[Esc] [Tabulator] Springt zum vorherigen Link
[Return] Folgt dem Link
U Öffnet URL
u Zeigt die URL des Links unten im Fenster an
v Zeigt den HTML-Quelltext des Dokuments an
V Lädt eine neue lokale Datei
B Geht zur vorherigen Seite/Datei
a (nur im Link selbst) Speichert Link in Datei
[Esc] a Fügt die Seite den Bookmarks hinzu
[Esc] b Zeigt die eigenen Bookmarks an
R Lädt die Seite neu
s Zeigt die zuletzt besuchten Seiten in der History an
[Esc] s Speichert die Datei auf die eigene Festplatte
/ Sucht "vorwärts" nach einem Begriff
? Sucht "rückwärts" nach einem Begriff
H Ruft die Hilfe auf, liefert eine komplette Übersicht über die Tastaturkommandos
o Wechselt in das Optionen-Menü

Vorsicht bei den Bookmarks für

w3m

Wenn Sie das erste Mal ein Lesezeichen für diesen Browser setzen möchten, kann es sein, dass Sie die Fehlermeldung erhalten, die Datei ~/.w3m/bookmark.html könne nicht gefunden werden. Nach einigen Nachforschungen wurde klar, dass beim ersten Eintrag für Bookmarks unbedingt das Feld Section: [ ] ausgefüllt werden muss. Gehen Sie zu dem Texteintrag, drücken Sie [Return] und tragen eine Bezeichnung ein – erst danach kann w3m ordentlich weiter arbeiten, die Datei anlegen und darin schreiben.

Schauen Sie sich unbedingt das Optionen-Menü an, bevor Sie das erste Mal lossurfen. Wenn Sie die Option Automatic rendering of frame eingeschaltet haben, kann w3m prima mit Seiten mit Frames umgehen. Wenn Sie ein Terminal mit Farben haben, können Sie Display with color einschalten – angenehm, dass man hier auch noch auswählen darf, in welchen Farben die Links, Eingabefelder, Hintergrund, aktiver Link etc. dargestellt werden.

Um im Internet nach Informationen zu suchen, ist kein aufwendig gestalteter grafischer Browser mit 15 MB Dateigröße nötig – w3m, links und lynx können in vielen Fällen Web-Inhalte genauso komfortabel präsentieren wie ihre X-Window-Verwandten, und das in der Regel mit höherer Geschwindigkeit, da lästige Werbe-Banner erst gar nicht geladen werden.

Abbildung 3: w3m – komfortabler Kommandozeilen-Browser mit netten Features

Glossar

HTML

Steht für Hypertext Markup Language und bezeichnet das Format für Dokumente im WWW. HTML-Anweisungen, sogenannte Tags, sind in spitzen Klammern dargestellt, z. B. <H1>Text</H1> für eine Überschrift erster Ordnung.

Frame

Bedeutet "Rahmen", es handelt sich um eine Unterteilung des Browser-Fensters in weitere kleine Fenster. Jedes dieser Unterfenster kann unabhängig von den anderen Fenstern eigene Dokumente darstellen.

URL

Eine WWW-Adresse, die Abkürzung steht für Uniform Resource Locator. Jede dieser Adressen ist eine eindeutige Zuordnung zu einer Seite, die im Netz liegt, z. B.: http://www.linux-user.de/index.html. Die einfache Syntax ist: http://host/path, wobei host der Computer ist, zu dem eine Verbindung aufgebaut werden soll, und path das Dokument repräsentiert, das angezeigt wird.

Cookies

sind Informationen, die von einem Server an den Browser übergeben werden. Im Klartext heißt das, dass mit der Web-Seite ein spezieller Header mitgeliefert wird, welchen der Browser speichern kann oder nicht. Speichert man diese Informationen und greift erneut auf die WWW-Seite zu, sendet man den eigenen Cookie zusammen mit der Anfrage an den Server zurück. Dieser Mechanismus ermöglicht viele Dinge: Voreinstellungen der Benutzer können gespeichert und damit individuelle Web-Seiten für den Anwender gestaltet werden.

Header

Das Hypertext Transfer Protocol, mit dem im WWW Dokumente aller Art übermittelt werden, fügt einige Informationen zu diesen hinzu, die in Form von Merkmal-Werte-Paaren überliefert werden: Ein bestimmter Header erhält so einen bestimmten Wert. Wenn der Browser eine Web-Seite abruft, erhält er intern z. B. folgende Antwort: Date: Thu, 21 Dec 2000 15:58:10 GMT, Server: Apache/1.3.12 (Unix)… usw.

MIME-Type

Aufgeschlüsselt heisst das Multipurpose Internet Mail Extension. MIME-Types sind festgelegte Dateitypen mit genau definierten Dateiendungen. Dieser Mechanismus ermöglicht es, Dateitypen zu transportieren, z. B. über das WWW oder per E-Mail. Das funktioniert nur, wenn sowohl beim Sender als auch beim Empfänger diese Typen bekannt sind. Normalerweise werden diese Informationen in einer Datei namens mime.types abgelegt (bei den meisten Distributionen unter /etc/mime.types).

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LinuxUser 06/2012

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