WordPerfect Office 2000 Workshop

Funktionsmonster perfekt im Griff

In diesem Teil unseres WordPerfect Office 2000 Workshops soll es um das Programm "Presentations" gehen, das eigentlich den Funktionsumfang von zwei Programmen mitbringt. So dient es neben dem Erzeugen von professionellen Präsentationen auch zum Erstellen von Grafiken und der Nachbearbeitung von Bildern. Aus diesem Grund behandeln wir Presentations, wie auch schon die Textverarbeitung, in zwei getrennten Workshop-Teilen. In dieser Ausgabe soll es zunächst um den grafischen Teil gehen.

Workshop-Übersicht 

1. Textverarbeitung: Die Layout-Funktionen

2. Textverarbeitung: Serienbriefe und wissenschaftliche Texte

3. Tabellenkalkulation

4. Presentations: Grafik

5. Presentations: Präsentieren

Die Doppelfunktion macht sich schon direkt beim Starten der Anwendung bemerkbar. Hier wird immer der PerfectExpert aufgerufen, in dem Sie neben einigen Vorlagen auch die Wahl zwischen einer Grafik, einem Master-Layout oder einer Präsentation haben.

Abbildung 1: Der PerfectExpert.

Sicherlich werden Sie sich spätestens jetzt die Frage stellen, was Grafikfunktionen mit Präsentationen gemeinsam haben. Eine Präsentation ist eine Abfolge von Seiten, die nacheinander auf dem Bildschirm angezeigt oder auf Folie ausgedruckt werden. Diese Seiten, in Präsentationsprogrammen immer als "Dias" bezeichnet, können selbstverständlich auch umfangreiche Formatierungen und Zeichnungen zur Illustration enthalten. Man braucht also diese Grafikfunktionen nur auf ein Dia in der Größe einer Seite anzuwenden und schon erhält man ein Grafikprogramm.

Wir widmen uns also in diesem Teil zunächst den Grafikfunktionen und gehen erst beim nächsten Mal auf den Präsentationsteil ein, zu dem auch die Masterlayouts gehören.

Malen nach Zahlen

Die Zeichenfunktionen stelle ich Ihnen an einem kleinen Beispiel vor, bei dem wir ein lachendes Gesicht zeichnen werden. Zunächst aber etwas Allgemeineres zur Darstellung von Grafiken. Man kann Grafiken im Computer auf zwei verschiedene Arten erzeugen und darstellen. Zum einen, indem man ein Bild in Punkte aufteilt und diese dann entsprechend einfärbt. Der Nachteil dieser Methode offenbart sich beim Vergrößern: die einzelnen Punkte werden schnell sichtbar und das Ergebnis damit grob und unschön. Je höher dabei die Anzahl der Punkte ist - man spricht hier auch von der "Auflösung" - desto feiner und detaillierter wird das Bild. Diese Art der Darstellung, die im Allgemeinen als "Bitmap- oder Rastergrafik" bezeichnet wird, eignet sich deshalb besonders gut für Fotos. Die zweite Methode eine Grafik zu speichern, besteht darin, sie aus geometrischen Figuren zusammenzusetzen. Man spricht in einem solchen Fall von "Vektorgrafiken". Diese haben den Vorteil, dass man die entsprechende Grafik beliebig vergrößern kann. Allerdings lassen sich Fotos auf diese Weise nicht oder nur erschwert speichern. Man verwendet diese Art, Grafiken zu speichern, deshalb vorwiegend bei Illustrationen, Zeichnungen oder technischen Anwendungen. Presentations beherrscht beide Methoden, wobei wir uns zunächst die letztere, also die Zeichenfunktionen für Vektorgrafiken, näher anschauen.

Starten Sie Presentations und wählen Sie im PerfectExpert Presentations Zeichnung. Presentations öffnet nun eine neue, leere Zeichnung. Den größten Teil des Bildschirms nimmt in der Mitte die Zeichenfläche ein. Standardmäßig entspricht diese Fläche genau einer quergelegten DIN-A4-Seite, einstellbar über Datei/Seite einrichten. Auf der linken Seite finden Sie die sog. "Tool-Palette". In ihr befinden sich alle Werkzeuge, die zum Zeichnen eingesetzt werden können.

Zunächst sollten Sie das Lineal über Ansicht/Lineal einblenden. Mit ihm können gleich die Hilfslinien bequemer erstellt werden. Bereits standardmäßig aktiviert ist die automatische Ausrichtung am Raster. Das Raster ist nichts anderes als ein Haufen von regelmäßig angeordneten Hilfspunkten, die, ähnlich wie beim Kästchenpapier, in fest definierten Abständen über das Blatt gelegt werden. Diese Abstände können Sie unter Ansicht/Raster_Leitlinien_Ausrichten/Raster-_Leitlinien-_Ausrichtungsoptionen selbst festlegen. Ist die Ausrichtung am Raster aktiviert, können Sie eine viel genauere Positionierung Ihrer eingefügten Objekte vornehmen. Kommen Sie mit einem Objekt in die Nähe eines solchen Punktes, so wird das Objekt von diesem Punkt "angesaugt". Sie können sich dies anschaulich wie einen Magneten vorstellen. Standardmäßig sind die Rasterpunkte nicht sichtbar. Um Sie anzeigen zu lassen, wählen Sie Ansicht/Raster_Leitlinien_Ausrichten/Raster anzeigen. Sollten die Punkte dennoch nicht sichtbar werden, haben Sie möglicherweise als Hintergrundfarbe weiß eingestellt. Da die Rasterpunkte auch weiß gefärbt sind, verschwinden sie im ebenfalls weißen Hintergrund. Das Raster wird, ebenso wie die Hilfslinien, die übrigens unter Presentations unüblich als "Leitlinien" bezeichnet werden, nicht mit ausgedruckt. Sie dienen ausschließlich als Hilfe bei der Erstellung der Zeichnung. Für unser Beispiel legen Sie nun zwei Hilfslinien an, indem Sie mit der Maus auf eine der beiden Lineale klicken, die Maustaste gedrückt halten und dann die Hilfslinie einfach auf die Zeichenfläche "ziehen". Erzeugen Sie auf diese Weise eine horizontale und eine vertikale Hilfslinie, die sich ungefähr in der Mitte der Zeichenfläche schneiden.

Abbildung 2: Die zwei gekreuzten Hilflinien und das eingeblendete Lineal.

Beobachten Sie bei der Erstellung, wie das Raster die Positionen der Hilfslinie beeinflusst. Die erstellten Hilfslinien haben übrigens dieselbe Eigenschaft, Objekte anzusaugen.

Punkt, Punkt, Strich…

Für das Gesicht könnten wir es uns einfach machen und aus der Tool-Palette das Werkzeug für das lachende Gesicht auswählen. Um aber mit den Funktionen von Presentations etwas vertrauter zu werden, setzen wir hier das Gesicht aus einfacheren Elementen zusammen. Klicken Sie in der Tool-Palette auf den kleinen Pfeil neben dem Rechteck und wählen aus der Liste den Kreis aus. Fahren Sie mit dem Mauszeiger an die Stelle, an der sich die beiden Hilfslinien kreuzen. Drücken Sie die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Betätigen Sie nun die Tasten [Shift] und [Alt]. Dies sorgt dafür, dass das zu zeichnende Objekt rund wird und seinen Mittelpunkt dort hat, wo Sie mit dem Zeichnen des Objektes begonnen haben. Ziehen Sie zum Schluss mit der Maus den Kreis auf und lassen Sie anschließend die Maustaste wieder los. Wenn Sie vorher mit einem weißen Untergrund gearbeitet haben, werden Sie nun möglicherweise über den Kreis verteilte, weiße Punkte sehen. Hierbei handelt es sich um die eingangs erwähnten Rasterpunkte. Sie werden in Presentations, im Gegensatz zu anderen Programmen, immmer über allen Objekten angezeigt.

Im nächsten Schritt soll dem Kreis eine gelbe Farbe zugewiesen und die Umrisslinien etwas dicker gestaltet werden. Dazu finden Sie in der Tool-Leiste zwei Eimer-Symbole direkt untereinander. Mit einem Klick auf das Obere der beiden weisen Sie einem Objekt eine andere Vordergrundfüllfarbe zu. Zuvor müssen Sie aber noch das Gesicht markieren, indem Sie es mit der Maus anklicken. Wählen Sie für unser Gesicht einen Gelbton. Das Eimersymbol darunter legt die Hintergrundfarbe des Objektes fest. Diese Unterscheidung in Vorder- und Hintergrundfarbe ist bei Verläufen wichtig. Dort legt dann z. B. die Vordergrundfarbe die Start- und die Hintergrundfarbe die Endfarbe fest, in die dann die Startfarbe überblendet werden soll. Das genaue Füllverhalten können Sie mit dem farbigen Rechteck über den beiden Eimern in der Werkzeugleiste bestimmen. Übrigens: mit einem Klick auf das Symbol unterhalb der beiden Eimer können Sie Vorder- und Hintergrundfarbe schnell miteinander vertauschen.

Um eine Linie und damit auch die Umrisse des Gesichts in ihrer Form zu verändern, klicken Sie das vorletzte Symbol der Tool-Leiste an und wählen anschließend weiter. In dem nun angezeigten Fenster können Sie diesbezüglich sehr detaillierte Einstellungen vornehmen. Das X bei der Linienstärke bedeutet, dass die Linie nicht dargestellt wird. Verändern Sie die hier angezeigten Werte ruhig einmal probehalber. In den rechten beiden, kleineren Fenstern wird Ihnen eine Vorschau angezeigt. Erhöhen Sie für unser "Smilie"–Gesicht die Breite der Linie und klicken Sie auf OK.

Ihnen sind bestimmt bereits die kleinen Punkte um das selektierte Objekt, hier also um unseren Kreis, aufgefallen. Wie auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen dienen diese zum Vergrößern, Verkleinern, Stauchen und Strecken des entsprechenden Objektes - je nachdem, welchen der Punkte sie mit der Maus an eine andere Stelle ziehen. Möchten Sie das gesamte Objekt verschieben, so fahren Sie mit der Maus auf einen sichtbaren Teil des Objektes, bis sich der Mauszeiger in ein Kreuz aus Pfeilen verwandelt. Jetzt können Sie per "Drag and Drop" den Kandidaten an eine andere Stelle ziehen.

Doch nun zurück zu unserem Gesicht. Demarkieren Sie den Kreis, indem Sie auf eine leere Stelle auf dem Blatt klicken. Erstellen Sie nun auf dieselbe Art und Weise zwei kleinere Kreise, die Sie allerdings schwarz ausfüllen. Da diese beiden Kreise unsere Augen ergeben sollen, verschieben Sie sie, wie gerade schon erwähnt per "Drag and Drop", an ihre entsprechenden Positionen innerhalb des gelben Kreises. Möchten Sie zwei exakt gleiche Augen haben, sollten Sie die Kopierfunktion von Presentations verwenden. Markieren Sie dazu den schwarzen Kreis, den Sie vervielfältigen möchten. Wählen Sie dann Bearbeiten/Kopieren und anschließend Bearbeiten/Einfügen aus Zwischenablage. Der kopierte Kreis wird exakt an der Stelle eingefügt, an der er sich beim Aufrufen der Kopierfunktion befand. Typischerweise ist dies genau über dem alten, zu kopierenden Objekt.

Für die Nase verwenden wir eine einfache Linie. Klicken Sie in der Werkzeugleiste den kleinen Pfeil rechts neben der Linie in Z-Form an und wählen Sie aus dem Fenster die einfache Linie ganz links oben. Fahren Sie nun mit dem Mauszeiger an die Stelle im Gesicht, an der die Nase beginnen soll. Drücken Sie dann die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Bewegen Sie nun den Mauszeiger an die Stelle, an der die Nase enden soll, und lassen Sie anschließend die Taste los. Geben Sie der Nase auf die schon bekannte Art und Weise ebenfalls eine dickere Linie.

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