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Krandioses Office?

Office-Paket KOffice

01.12.2000 KDE 2.0 ist nicht nur eine Desktop-Umgebung, sondern bringt zusätzlich eine ganze Anzahl qualitativ hochwertiger Anwendungen mit. KOffice, das in einer Beta-Version bereits in KDE 2.0 enthalten ist, zählt derzeit sicherlich zu den vielversprechendsten KDE-Projekten. In diesem Artikel gibt Ihnen LinuxUser einen Überblick über den derzeitigen Stand dieses neuen Office-Pakets für Linux.

Als die Entwicklung von KOffice begann, besaß jede andere auf dem Markt erhältliche Anwendung ihr eigenes "Look & Feel". Große Software-Pakete, wie Applixware oder StarOffice, waren noch nicht kostenlos und schon schon gar nicht als Open-Source- Software erhältlich.Die Grundidee war damals also, ein Office-Paket zu entwickeln, das sich nahtlos in die KDE-Umgebung einpasst und den Mammutpaketen auch hinsichtlich Performance überlegen ist.

Derzeit umfasst KOffice folgende Komponenten: KWord (Textverarbeitung), KSpread (Tabellenkalkulation), KIllustrator (Vektormalprogramm), KChart (Diagramme, Visualisierung von Tabellen) und KPresenter (Präsentationsprogramm). Diese Programme sollen nach den Vorstellungen der Entwicklergemeinde aber nur den Anfang bilden. Weitere Komponenten, wie z. B. KImageShop (Bildbearbeitung, die vermutlich bald offiziell in Krayon umbenannt wird), Kivio (Geschäftsgrafiken und Organigramme) oder Katabase (Datenbank), sind bereits in Arbeit und sollen z. T. den Weg in eine der späteren Versionen des Office-Paketes finden.

Unsere ersten Gehversuche vollziehen wir in diesem Artikel anhand der "pre-BETA1", die übrigens auch SuSE-Linux 7 beiliegt. Dass es sich hierbei um eine BETA-Version handelt, spürt man noch deutlich: die einzelnen Programme verhalten sich instabil und stürzen häufig ab. Sichere Daten sollte man den Applikationen zum momentanen Zeitpunkt besser noch nicht anvertrauen. Unter http://www.koffice.org finden Sie die jeweils aktuellste Version des Programmpakets. Es ist recht wahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit eine erste stabile Final-Version vorliegen wird.

Wunderwaffe KParts

Die Integrationsfähigkeit der einzelnen Office-Komponenten ist das herausragendste Merkmal von KOffice. Dazu nutzen alle Bestandteile des Pakets das unter KDE 2 zum Einsatz kommende Komponentenmodell "KParts". Mit ihm wird es möglich, Teile einer Anwendung in anderen Programmen wiederzuverwenden. So können z. B. alle Teile der Tabellenkalkulation KSpread auch in KWord verwendet werden und umgekehrt.

KPart wurde extra für KDE 2 geschrieben. Obwohl die Anwendungen prinzipiell auch unter früheren KDE-Versionen oder unter GNOME laufen, kann man dort die besonderen KDE-Dienstleistungen, die KPart mit sich bringt, nicht nutzen. Zu diesen Besonderheiten zählen z. B. die automatische Übernahme des aktuell verwendeten Desktop-Themas oder Drag-and-Drop.

Flotter Start

Um ein Programm aus KOffice zu starten, haben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten: Sie können die benötigte Anwendung wie gewohnt direkt über das Startmenü aufrufen oder aber den KOffice Workspace verwenden. Bei Letzterem handelt es sich um eine Art Kommandozentrale, die in etwa dem Desktop aus neueren StarOffice-Versionen entspricht. Hier werden alle Hauptapplikationen unter einem Dach zusammengefasst und somit wird ein komfortabler Zugriff auf alle Anwendungen des Paketes geboten.

Der Start einer KOffice-Komponente erfolgt im Vergleich zu den bereits etablierten Office-Paketen erstaunlich schnell und auch die Lade- und Rechenzeiten während der Arbeit halten sich erfreulicherweise in Grenzen. Für jedes Dokument öffnet sich, wie bei Unix-Programmen allgemein üblich, ein eigenes Fenster. Der Aufbau der Menüs und Symbolleisten erinnert dabei etwas an Applixware Office.

Eine interessante Möglichkeit, gerade für große Dokumente, stellen die sogenannten "Views" dar. Dabei wird das aktuelle Dokument gleichzeitig in mehreren Fenstern geöffnet, so dass es auf verschiedene Arten und an verschiedenen Stellen gleichzeitig betrachtet und bearbeitet werden kann.

Die einzelnen Anwendungen kennen zur Zeit nur ihr eigenes Dateiformat (für alle interessierten Leser: es handelt sich dabei um ein "normales" tgz-Archiv, das XML-Dateien beinhaltet). Importfilter für die gängigen Microsoft-Formate, wie Word oder Excel sind zwar angekündigt, realisiert wurden sie bislang aber noch nicht.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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