StarOffice 5.2 Workshop - Die Neuerungen

Noch mehr Office für alle

Anknüpfend an unseren fünfteiligen Workshop zu StarOffice 5.1a möchten wir Ihnen diesmal, sozusagen als Ergänzung, die neuen Funktionen aus StarOffice 5.2 etwas näher bringen.

Die Modifikationen in StarOffice 5.2 bestehen hauptsächlich in Detailverbesserungen, so dass Sie unseren Workshop zur Version 5.1a fast ohne Einschränkungen auch auf das neue Office-Paket anwenden können. Da die meisten Leser bereits mit StarOffice 5.1a gearbeitet haben, werden im Folgenden gewisse Grundkenntnisse im Umgang mit dem Office-Paket vorausgesetzt. Wenn Sie zum ersten Mal mit StarOffice in Kontakt kommen, sollten Sie vor einer Lektüre dieses Artikels zunächst auf unseren Workshop in den vergangenen Ausgaben des Linux-Users zurückgreifen.

Bezugsquelle

Wie schon für die Version 5.1a gibt es auch für StarOffice 5.2 mehrere Bezugsquellen. Zum einen können Sie das Office-Paket kostenlos von der Internetseite http://www.sun.com/staroffice herunterladen. Allerdings benötigen Sie für die fast 100 MB große Datei eine relativ lange Download-Zeit, was sich letztendlich auch in den Online-Kosten widerspiegelt. Deshalb könnte die zweite Möglichkeit für Sie kostengünstiger sein: der Kauf eines der vielen Magazine, die StarOffice auf ihrer Heft-CD beilegen oder Sie erwerben gleich eine aktuelle Linux-Distribution, die StarOffice 5.2 standardmäßig mitliefert. Natürlich bleibt Ihnen schließlich die Möglichkeit, die Original StarOffice-CD zu bestellen. Diese kostet zwar ca. 80 DM, enthält dafür aber auch zusätzlich ein gedrucktes Handbuch und weitere, internationale Sprachmodule, die laut Sun nicht im Internet erhältlich sind.

Drucken unter StarOffice

In der neuen StarOffice-Version wurde die Drucker- und Schriftartenunterstützung verbessert. Da die Einrichtung eines Druckers im Workshop etwas kurz gekommen ist, hier ein kleiner Schnelldurchgang: Als Druckausgabe dient unter StarOffice, wie unter den meisten anderen Linux-Office-Paketen auch, ausschließlich das PostScript-Format. Sofern Sie keinen Drucker besitzen, der dieses Format direkt verstehen kann, müssen Sie einen entsprechenden Filter einrichten. In den meisten Distributionen wird zu diesem Zweck automatisch das Programm ghostscript installiert.

Um Ihren Drucker und die Schriftarten einzurichten, müssen Sie das Programm spadmin starten. Im oberen Teil des neu geöffneten Fensters sehen Sie nun die von StarOffice verwendeten Druckertreiber und in der Liste darunter alle "installierten" Drucker. Installiert bedeutet hier nur, dass alle in der Liste aufgeführten PostScript-Drucker StarOffice zwar bekannt sind, bei der Arbeit mit dem Office-Paket aber nicht verwendet werden. Über die Schaltfläche Als neuen Drucker hinzufügen können Sie einen in der unteren Liste markierten Drucker zu den verwendeten hinzufügen. Fehlt Ihr PostScript-Drucker in der Liste, sollten Sie prüfen, ob ihm eine sog. "PostScript Printer Definition" (kurz: PPD) Datei beigelegt wurde. Diese enthält alle technischen Daten über Ihren Drucker und kann mit einem Klick auf Neuen Treiber installieren in StarOffice eingelesen werden. Haben Sie keinen PostScript-fähigen Drucker, so müssen Sie den in der Regel schon standardmäßig aktivierten Treiber Generic Printer wählen.

Sun wirbt, wie schon erwähnt, auch mit einer verbesserten Schriftartenunterstützung. Diese ist aber bei weitem nicht so gelungen, wie man sie sich wünschen würde. So können, im Gegensatz zu anderen Office-Pakten, nur Schriftarten im sog. "Type1-Format" ausgedruckt werden. Die Einrichtung dieser Schriftarten erfolgt ebenfalls über das bereits angesprochene Programm zur Druckereinrichtung. StarOffice durchsucht dabei immer nur ganze Pfade nach Schriftarten diesen Typs. Um ein neues Verzeichnis in StarOffice anzumelden, klicken Sie im Programm spadmin auf den Schalter Schriften hinzufügen.

Im nun neu geöffneten Fenster können Sie über Durchsuchen ein neues Verzeichnis direkt angeben. Alternativ können Sie StarOffice auch veranlassen, mittels Schriften hinzufügen ein Verzeichnis zunächst nach neuen Schriften zu durchsuchen und die dort gefundenen Schriften anschließend in ein anderes Verzeichnis zu kopieren. Haben Sie alle Verzeichnisse ausgewählt, so werden diese in der Liste angezeigt. Über den Punkt Pfade initialisieren lassen sich übrigens alle Verzeichnisse anzeigen, die bereits in Ihrem X-Window-System vorhanden sind, von StarOffice also schon genutzt werden. Wenn Sie fertig sind, genügt ein Klick auf OK und das Programm fügt die neu angegebenen Pfade den schon bekannten hinzu. Eine Liste aller installierten Schriften finden Sie hinter Schriftattribute einstellen.... Dort können Sie bei Bedarf noch weitere Einstellungen zu den jeweiligen Schriftarten vornehmen. Sollte es zu Problemen beim Ausdrucken einer Schriftart kommen, so liegt dies meistens daran, dass die entsprechende Schriftart nicht mit Ihrem Drucker kompatibel ist. Sollte unter StarWrite eine Schrift "kantig" erscheinen, so handelt es sich bei der Schriftart um eine sog. Pixelgrafik. Dieses Verhalten ist normal und lässt sich nur durch die Installation einer anderen Schriftart beheben.

Falls Sie mit TrueType-Schriften arbeiten wollen, führt der sicherste und beste Weg über eine Konvertierung in das Type-1-Format. Sun rät hier zum Einsatz des Kommandozeilenwerkzeugs ttf2ptl, das Sie sich aber ggf. zusätzlich aus dem Internet besorgen müssen. Wenn es Ihnen ausreicht, TrueType-Schriften nur auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, können Sie auch auf einen TrueType-fähigen Font-Server, wie z. B. xfstt, zurückgreifen. Übrigens: den WordPerfect Office 2000 beiliegenden Schriftenmanager ignoriert StarOffice hartnäckig.

Die Textverarbeitung

Die wichtigste Neuerung unter StarWrite ist die erweiterte Wörterbuch-Unterstützung und die damit verbundene Integration der neuen deutschen Rechtschreibung. Detaillierte Einstellungen können Sie hierzu unter Extras/Optionen/Linguistik vornehmen.

Alle installierten Wörterbücher können in StarWrite wie normale Textattribute gehandhabt werden. Dazu ein Beispiel: Schreiben Sie einen Satz in Deutsch und darunter einen Satz in Englisch. Sofern Sie die Autokorrektur eingeschaltet haben, sollte der englische Text rot unterstrichen werden. Ist dies nicht der Fall, so starten Sie die Rechtschreibkorrektur über Extras/Rechtschreibung/Prüfen manuell. Auch sie sollte nun über die englischen Worte stolpern. Um auch diese Worte in Ihrer Sprache als "korrekt" erkennen zu lassen, markieren Sie den englischen Satz und wählen anschließend aus dem Menü Format/Zeichen. In dem angezeigten Fenster finden Sie nun unten in der Mitte eine Aufklappbox mit der Bezeichnung Sprache.

Wählen Sie hier nun "Englisch" aus. Ab sofort wird der englische Satz mit der englischen Rechtschreibkorrektur korrigiert und dessen Wörter somit nicht mehr als "Falsch" erkannt.

Zusätzliche Wörterbücher liegen, wie im Kasten "Bezugsquelle" bereits erwähnt, nur exklusiv auf der Original StarOffice-CD bei. Sie verstecken sich dort im Ordner addins. Hier soll nun beispielhaft gezeigt werden, wie Sie das italienische Modul installieren. Die Installation anderer, auch von Fremdanbietern bezogener, Sprachmodule verläuft analog. Mounten Sie zunächst die StarOffice-CD und wechseln Sie darauf in das Unterverzeichnis /addon/dict/. Wählen Sie die zu installierende Sprache, in unserem Fall "italian", und wechseln Sie in das so benannte Verzeichnis. Dort sollten Sie drei Dateien antreffen, die Sie nun einfach in das Unterverzeichnis /share/dict Ihrer StarOffice-Installation kopieren. Ab sofort steht Ihnen das italienische Wörterbuch automatisch zur Verfügung und kann auf dieselbe Weise wie das oben bereits angesprochene englische Wörterbuch verwendet werden.

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