Aus einem Guss
Allround-Konfigurations-Tools
Globales…
Lilo möchte zunächst einmal wissen, für welchen Datenträger Sie den Bootloader erstellen wollen, genauer, auf welchem Datenträger sich der Bootsektor (boot=/dev/???) befindet, den Sie verändern wollen. Hier sollten Sie den Namen des Linux-Devices angeben, auf dem Sie Lilo einrichten möchten, z. B. /dev/hda für die erste IDE-Festplatte, /dev/sda für die erste SCSI-Platte oder /dev/fd0 für das 1. Diskettenlaufwerk. Weiterhin interessiert sich Lilo natürlich dafür, welches Betriebssystem Sie in Zukunft bevorzugt (default=label) startet werden, nachdem eine bestimmte Zeit (delay) verstrichen ist, oder im Falle eines festen Prompt, welches Betriebssystem gestartet werden soll, nachdem am Bootprompt lediglich die Eingabetaste gedrückt wurde. Manchmal stehen Ihnen bei den globalen Einstellungen auch noch einige Optimierungsoptionen (insbesondere compact oder linear) zur Auswahl. Da manche Laufwerke jedoch bei diesen Optionen Probleme bereiten können, sollten Sie diese nur dann aktivieren, wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Laufwerk damit zurechtkommt.
…und Lokales
Im zweiten Abschnitt der /etc/lilo.conf muss nun für jeden zu bootenden Linux-Kernel bzw. für jedes zu bootende andere Betriebssystem ein eigener Unterabschnitt eingetragen werden. Dabei wird ein Unterabschnitt für einen zu bootenden Linux-Kernel mit image=, gefolgt von dem exakten Dateinamen (und dessen Verzeichnisbaum) des zu bootenden Linux-Kernels (z. B. /boot/vmlinuz), eingeleitet. Handelt es sich bei dem zu bootenden System hingegen um ein anderes Betriebssystem als Linux, dann wird der Unterabschnitt mit other=, gefolgt von dem exakten Device-Namen (z. B. /dev/hda1 für die erste Partition der ersten IDE-Festplatte oder /dev/fd0 für das erste Diskettenlaufwerk), begonnen.
Nun muss das zu bootende Betriebssystem noch einen sinnvollen Namen (label=) erhalten. Da Sie diesen in Zukunft am Bootprompt eingeben müssen (es sei denn, sie booten das Default-Betriebssystem), empfiehlt es sich an dieser Stelle, einen relativ kurzen, aber dennoch eindeutigen Namen, z. B. win für Windows oder new1 für einen neuen Linux-Kernel, zu vergeben.
Handelt es sich um einen Linux-Eintrag erwartet Lilo darüber hinaus noch, dass Sie ihm mitteilen, welches Device (z. B. /dev/hda3) er im Zweifelsfall als Root ("/") einhängen soll und ob dieses zunächst nur lesbar (read-only) oder auch beschreibbar (read-write) ge"mount"ed werden soll. Wenn Sie bei der Linux-Installation Ihre Linux-Partition mit dem Standard-Dateisystem von Linux (Second Extended Filesystem, ext2) formatiert haben, dann empfiehlt es sich, das root-Dateisystem zunächst read-only zu mounten, weil normalerweise bei jedem Bootvorgang das Dateisystemprüfprogramm e2fsck bzw. fsck gestartet wird. Diese Programme, die ähnlich wie ihr Windows-Kollege SCANDISK die vorhandenen Linux-Partitionen auf Fehler prüft, erwartet nämlich vor dem Prüfvorgang ein Read-only-gemountetes root-Dateisystem. Aber keine Angst: nachdem der Prüfvorgang abgeschlossen ist, wird das (hoffentlich "saubere") root-Dateisystem automatisch als read-write gemountet, so dass Sie im Zweifelsfall Ihre Daten wieder darauf ablegen können. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dem zu bootenden Linux-Kernel mit der Option append= noch einige Parameter zu übergeben, etwa wenn er die richtige Größe Ihres Arbeitsspeichers (RAM) von selbst nicht richtig erkennt (z. B. append="mem=128M") oder Sie in einen "sicheren" Modus (append="failsafe") booten möchten.
Handelt es sich dagegen um einen Lilo-Eintrag für ein anderes Betriebssystem, so müssen Sie diesem (wie im Falle von Windows) u. U. noch mitteilen, auf welcher Festplatte es die für den Bootvorgang erforderliche Partitionstabelle findet (bei Windows z. B. table=/dev/hda für die erste IDE-Festplatte).
Die vorgestellten Konfigurationstools bieten z. T. noch einige weitere Konfigurationsoptionen an. Wenn Sie sich nicht sicher sind, worum es sich dabei genau handelt, dann empfehle ich Ihnen, die Standard-Einstellungen zu übernehmen. Wenn Sie schließlich mit der Neukonfiguration des Lilo fertig sind, dann müssen diese Änderungen noch in den Master Boot Record geschrieben werden. Dies können Sie entweder mit den entsprechenden Bestätigungs-Buttons von Linuxconf oder Webmin veranlassen oder, im Falle einer manuellen Änderung, durch Aufruf von lilo /etc/lilo.conf. Beim nächsten Reboot begrüßt Sie nun (hoffentlich) ein neuer Lilo-Prompt mit den geänderten Auswahloptionen.



