Ein neuer lilo

Linuxconf und Webmin eignen sich für einen Großteil der Konfigurations- und Administrationsaufgaben, mit denen auch Primär-Anwender hin und wieder konfrontiert wird. Eine dieser gelegentlich anfallenden Aufgaben ist etwa die Neukonfiguration des Bootloaders. Dies ist immer dann erforderlich, wenn sich etwas an den zu bootenden Betriebssystemkernen ändert, wenn Sie also z. B. auf Ihrem Rechner neben Linux nachträglich ein weiteres Betriebssystem installieren oder wenn Sie einen neu kompilierten Kernel booten möchten. Unter Linux gibt es inzwischen zwar eine ganze Reihe von Bootloadern, der Linux-Loader lilo erfreut sich aber bei den Pinguinen immer noch größter Beliebtheit. Die grundlegende Vorgehensweise bei der Konfiguration von lilo ist eigentlich recht einfach. Für alle Betriebssysteme, dazu zählen auch verschiedene Linux-Kernel auf ein und derselben Distribution, die Ihnen von lilo kurz nach dem Anschalten Ihres Rechners zur Auswahl vorgelegt werden sollen, müssen zunächst in einer Konfigurationsdatei nähere Angaben gemacht werden. Damit die vorgenommenen Änderungen an der bestehenden Lilo-Konfiguration beim nächsten Reboot wirksam werden können, müssen sie abschließend noch mit dem Befehl

lilo /etc/lilo.conf

in den Master Boot Record (MBR) geschrieben werden.

Grundlagen

Die zentrale Konfigurationsdatei von Lilo heißt standardmäßig /etc/lilo.conf. Sie unterteilt sich in einen Einführungs-Abschnitt, in den Optionen eingetragen werden können, die für alle zu bootenden Betriebssysteme Geltung besitzen, und einen Definitionsabschnitt, in dem diese dann näher spezifiziert werden können. Wenn Sie die Neukonfiguration von Lilo nicht mit Hilfe eines Texteditors direkt an der Konfigurationsdatei vornehmen wollen, dann bieten Ihnen unsere beiden Allround-Konfigurationstools alternativ jeweils mehr oder weniger komfortable Frontends für die Erstellung, Änderung und Aktivierung der Inhalte von /etc/lilo.conf.

Abbildung 1: Lilo-Konfiguration per Frontend: die GUI-Variante von Linuxconf

Bei Linuxconf finden Sie die entsprechende Config-Sektion unter boot mode/Lilo. Die globalen Einstellungen (Abschnitt 1) können über den Unterpunkt Configure LILO Defaults, bereits bestehende Booteinträge über die Unterpunkte Configure LILO linux configuration bzw. Configure LILO other OS configuration verändert werden. Darüber hinaus hält Linuxconf auch noch zwei spezielle Unterpunkte für die Einbindung weiterer Linux-Kernels sowie einen eigenen Unterpunkt zur Festlegung des Default-Betriebssystems (Default boot configuration) bereit. Die ggf. vorgenommenen Änderungen werden bei Linuxconf grundsätzlich erst beim Verlassen bzw. durch explizites Aufrufen des Menüpunkts File/Act_Changes und durch explizites Bestätigen durch den Systemadministrator wirksam. Sie werden dabei von Linuxconf genauestens über die geplanten Änderungen informiert und können diese ggf. auch ablehnen.

Abbildung 2: Webmin führt Sie per Formulare, Buttons und Links durch die Lilo-Konfiguration

Webmin hält die Lilo-Konfiguration unter Linux Boot Konfiguration im Register Hardware für Sie bereit. Die einzelnen Menüpunkte sind dank deutscher Sprache und übersichtlicher Gliederungen weitgehend selbsterklärend. Dort, wo das Tool von Ihnen einen expliziten Eintrag erwartet, hält es für Sie ein Eingabeformular bereit, wie Sie es von anderen Webseiten auch gewohnt sind. Stehen prinzipiell nur einige wenigen Einträgen zur Wahl, finden Sie bei Webmin in der Regel eine Auswahlliste, aus der Sie den gewünschten Eintrag per Maus auswählen können. Ansonsten können Sie sich natürlich wie bei anderen Webseiten auch durch die einzelnen Links hindurchnavigieren.

Damit Sie mit den Einstellungsoptionen der Frontends klarkommen, ist ein Einblick in den prinzipiellen Aufbau der Datei /etc/lilo.conf sinnvoll. Aus Platzgründen kann ich Ihnen im folgenden aber nicht alle denkbaren Parameter vorstellen, sondern muss mich auf die Vorstellung derjenigen beschränken, mit denen Sie normalerweise in der Praxis konfrontiert werden. Wie oben bereits erwähnt beginnt die Lilo-Konfigurationsdatei mit einer Reihe von global wirksamen Einstellungen.

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