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Office für alle

StarOffice 5.1a - Workshop

01.10.2000 In diesem letzten Teil unseres StarOffice-Workshops soll zum Schluss noch ein Blick auf die kleineren, aber nicht minder nützlichen Programme in StarOffice geworfen werden. Es soll dabei um das Erstellen von Grafiken, den Formeleditor und den Terminplaner gehen.  

Workshop-Übersicht 

1. Installation und Desktop 

2. Textverarbeitung 

3. Tabellen und Diagramme 

4. Präsentationen 

5. Die kleinen Helfer 

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze, um Bilder im Computer zu speichern. Zum einen kann man ein Bild in viele einzelne Punkte zerlegen, die man dann als Pixel bezeichnet. Jeder Pixel erhält so einen individuellen Farbwert, der durch den Einsatz von verschiedenen Werkzeugen manipuliert werden kann. Die Anzahl der Pixel in einem Bild bezeichnet man als Auflösung. Diese Art, ein Bild darzustellen, eignet sich besonders gut für Fotos. Ein großer Nachteil dieser Methode: bei Vergrößerungen fallen schnell die einzelnen Bildpunkte ins Auge, wodurch der Gesamteindruck grobkörnig wirkt. Aus diesem Grund geht man gerade bei technischen Zeichnungen einen anderen Weg. Man kann Bilder nämlich auch aus vielen geometrischen Formen, wie z. B. Linien oder Kreisen erstellen. Setzt man auf diese Weise ein Bild zusammen, braucht man nur die einzelnen Eckpunkte der jeweiligen geometrischen Elemente zu speichern. Ein solches Bild bezeichnet man deshalb als Vektorgrafik. Übrigens: Aufgrund ihrer Eigenschaften eignet sich die Vektorgrafik auch für kleinere DTP-Aufgaben, wie z. B. das Erstellen von Broschüren.

Unter StarOffice gibt es für beide eben genannten Speicher-Ansätze ein eigenes Modul. Je nachdem, ob Sie mit Pixelgrafiken oder Vektorgrafiken arbeiten, müssen Sie entweder StarImage oder StarDraw verwenden.

StarImage

Zunächst zum pixelorientierten Grafikprogramm StarImage (aufrufbar z. B. unter Datei/Neu/Bild). Leider ist StarImage nicht besonders leistungsfähig und reicht mit seinen Funktionen gerade für die nötigsten Arbeiten aus. Ich empfehle Ihnen daher, dieses Modul nur für kleinere Nachbearbeitungen zu nutzen. Für komplexe Malaufgaben oder gar zur Foto-Bearbeitung verwenden Sie besser eine professionelle Bildverarbeitung, wie z. B. Gimp.

Nach dem Öffnen eines neuen Bildes werden Sie aufgefordert, die Auflösung in Bildpunkten (Pixel) einzugeben. Das wichtigste Element in StarImage ist die Werkzeugleiste am linken Bildschirmrand. Dort sind alle für die Bildbearbeitung zur Verfügung stehenden Werkzeuge aufgeführt. In der Objektleiste am oberen Rand werden, je nachdem, welches Symbol Sie aus der Werkzeugleiste ausgewählt haben, weitere Einstellmöglichkeiten für das zugehörige Werkzeug eingeblendet. Im Fenster der Arbeitsfläche sehen Sie ein weißes Rechteck vor einem grauen, karierten Hintergrund. Diese weiße Fläche repräsentiert Ihre Leinwand, d. h. nur dort ist ein Zeichnen erlaubt. Die einfachste Möglichkeit, auf ihr zu malen, ist, ein Malwerkzeug, wie z. B. den Stift, aus der Werkzeugleiste auszuwählen und dann bei gedrückter linker Maustaste die gewünschten Figuren direkt in das Bild zu zeichnen. Falls Sie den Stift auswählen, klappt zunächst ein Untermenü auf, indem Sie sich eine Stiftform aussuchen können. Die linke Auswahlbox der Objektleiste gibt Ihnen anschließend noch die Möglichkeit, die Stiftdicke in Punkten anzugeben. Möchten Sie die Farbe ändern, so können Sie die neue Farbe entweder aus derselben Leiste in der vierten Auswahlbox von links oder aus der Farbpalette am unteren Rand auswählen.

Bei den anderen grafischen Objekten wie Rechteck und Kreis können Sie zwischen einer ausgefüllten und einer Umriss-Variante wählen. Die ausgefüllten Formen haben immer sowohl einen Rand als auch eine Füllung, die jeweils voneinander verschiedene Farben besitzen dürfen. Die Linienstärke in der Objektleiste gibt dabei immer die Dicke des Randes an.

Das unterste Werkzeug in der Werkzeugleiste ist die Pipette. Mit ihrer Hilfe kann eine Farbe gegen eine komplett andere ausgetauscht werden. Nach der Auswahl des Werkzeuges öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie einfach auf das Feld vor einem noch nicht verwendeten Eintrag klicken. Sobald Sie nun mit der Maus über das Bild fahren, wird in dem kleinen Vorschaufenster neben dem Pipettensymbol die unter dem Zeiger liegende Farbe anzeigt. Haben Sie die richtige Farbe gefunden, brauchen Sie nur noch die linke Maustaste zu drücken und anschließend in besagtem Dialogfenster die neue Farbe aus der entsprechenden Auswahlbox zu selektieren. Auf diese Weise können Sie maximal vier Farben ein neues Gegenstück zuordnen. Um die Farbänderungen auf Ihr Bild anzuwenden, müssen Sie nur noch auf den Schalter Ersetzen klicken.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Menüs eingehen, die noch einige interessante Befehle beinhalten. Unter Farbe befinden sich häufig benötigte Funktionen, wie z. B. zum Anpassen der Helligkeit oder zum Ändern der Farbtiefe. Funktionen, die die Größe und die Lage des Bildes verändern, finden Sie unter dem Menüpunkt Ändern. Die Filter im Menü Effekte, die wegen ihrer Einfachheit einen fraglichen Nutzwert darstellen, sollten Sie vor einem Einsatz sicherheitshalber erst auf ein Probebild anwenden.

StarDraw

Das Vektorgrafikmodul StarDraw bietet im Gegensatz zu StarImage einen wesentlich höheren Leistungsumfang und kann, wie schon eingangs angesprochen, durchaus auch für kleine DTP-Arbeiten eingesetzt werden.

Im Folgenden werde ich die Funktionen an einem kleinen illustrativen Beispiel erläutern. Dabei werde ich zunächst ein einfaches Smilie-Gesicht zeichnen, welches anschließend in die Zeitschrift "Smilissimo - die ganze Welt der Gesichter" eingebaut werden soll.

Zum Mitmachen erzeugen Sie nun per Datei/Neu/Zeichnung ein leeres Dokument. In der linken Symbolleiste finden Sie, analog zu StarImage, alle Zeichenwerkzeuge, die Objektleiste enthält weitere Einstellungen für ein Werkzeug, und am unteren Bildschirmrand finden Sie auch hier die Farbpalette. Neu ist hingegen die Gestaltung der Arbeitsfläche. Der Bereich, in dem Sie zeichnen können, besteht hier nämlich immer aus einer ganzen Seite. Voreingestellt ist das hochkantige DIN-A4-Format (Format/Seite). Ebenfalls neu sind die beiden Lineale. Sie arbeiten analog zu den Linealen der Textverarbeitung (vgl. StarOffice Workshop Teil 2 in LinuxUser 07/2000), bieten aber darüber hinaus noch einige andere, an die Grafikfunktionen angepasste Eigenschaften.

Da wären zum einen die Hilfslinien, die unter StarOffice unüblich als "Fanglinien" bezeichnet werden. Diese Linien werden später nicht mit ausgedruckt und dienen lediglich zur besseren Orientierung auf dem Papier.

Für das Beispiel legen Sie nun bitte zwei Hilfslinien an, indem Sie entweder aus dem Menü Einfügen/Fanglinie wählen oder mit der Maus auf ein Lineal klicken und dann bei gedrückter Maustaste eine Hilfslinie auf Ihr Blatt Papier ziehen. Wenn Sie die Hilfslinien über das Menü erstellen, achten Sie bitte darauf, dass Sie durch das Markieren der entsprechenden Box auch wirklich eine Linie erstellen. Legen Sie auf eine der gerade genannten Arten je eine horizontale und eine vertikale Linie an, die sich ungefähr in der Mitte der Seite kreuzen. Übrigens: wenn nötig, können Sie die Maßeinheit der Lineale per Klick mit der rechten Maustaste anpassen.

Wählen Sie nun für unser Gesicht aus der Werkzeugleiste das gefüllte Kreiswerkzeug aus. Halten Sie dabei die Maustaste etwas länger gedrückt, damit sich ein Untermenü öffnet, aus dem Sie nun den Kreis auswählen. Fahren Sie jetzt mit dem Mauszeiger ungefähr zu der Stelle, wo sich die beiden Hilfslinien kreuzen. Halten Sie gleichzeitig die linke Maus- und die [Alt]-Taste gedrückt und ziehen Sie dabei mit der Maus einen Kreis auf. Dabei werden Sie feststellen, dass die Hilfslinien das neu gezeichnete Objekt automatisch "ansaugen", daher auch der Name "Fanglinie". Somit wird eine millimetergenaue Ausrichtung und Positionierung gewährleistet, was gerade bei technischen Zeichnungen eine sehr große Arbeitserleichterung darstellt.

Doch zurück zu unserem Kreis. Nachdem der Zeichenvorgang beendet ist, wird das Objekt, in unserem Fall also der Kreis, automatisch selektiert. Erkennbar ist dies an den grünen Punkten, mit denen Sie nun noch die Größe des Objektes verändern können. Da unser Smilie einen gelben Hintergrund erhalten soll, wählen Sie aus der Objektleiste einfach das Eimersymbol oder aus dem Menü Format/Fläche. Noch schneller geht die Farbzuweisung, wenn Sie aus der rechten Auswahlbox der Objektleiste die Farbe gelb anklicken. Um den schwarzen Rand etwas größer zu gestalten, wählen Sie unter Format/Linie eine größere Linienstärke. In diesem Dialogfenster können Sie auch die Art der Linie einstellen und dem Gesicht, z. B. über eine gepunktete Linie, einen ausgefransten Rand verpassen. Alternativ zu diesem Fenster stehen die meisten der dort enthaltenen Funktionen auch im linken Teil der Objektleiste zur Verfügung. Demarkieren Sie nun den Kreis, indem Sie auf irgendeinen leeren Punkt des Arbeitsbereichs klicken. Erstellen Sie nun auf dieselbe Weise zwei weitere, kleinere Kreise für die Augen, nur diesmal mit einer schwarzen Füllung. Möchten Sie die Augen an eine andere Stelle verschieben, so wählen Sie bei markiertem Objekt entweder Format/Position oder klicken Sie am Rand oder in der Mitte (der Mauszeiger "kippt", wenn Sie das Objekt verschieben können) und ziehen den Kreis einfach mit der Maus an die gewünschte Position.

Für die Nase wählen Sie in der Werkzeugleiste das achte Werkzeug Linien und Pfeile aus. Öffnen Sie auch hier wieder das Untermenü und wählen Sie dort die Linie aus. Pfeile sind übrigens nichts anderes als Linien, deren Enden mit einem Dreieck versehen sind. Sie können über die bereits oben angesprochenen Linieneigenschaften auch nachträglich jeder normalen Linie ein Pfeilende zuordnen. Um die Nase zu zeichnen, klicken Sie auf den entsprechenden Punkt der horizontalen Hilfslinie, halten die Maustaste gedrückt und ziehen die Linie in ihrer gewünschten Länge auf. Weisen Sie ihr anschließend ebenfalls eine dickere Linienstärke zu.

Für den Mund nimmt man am Besten eine sog. Bezierkurve. Wählen Sie dazu aus dem Untermenü des siebten Werkzeugs von oben in der Werkzeugleiste (Linie) das Symbol Kurve (links unten) aus. Fahren Sie nun mit dem Mauszeiger an die Stelle, an der der linke Mundwinkel beginnen soll. Halten Sie die Maustaste gedrückt und fahren Sie anschließend an die Stelle auf der vertikalen Hilfslinie, an der der Mund seinen tiefsten Punkt erreichen soll. Lassen Sie nun die Maustaste los und fahren Sie mit der Maus an die Position des rechten Mundwinkels. Dabei können Sie schon verfolgen, wie die Kurve später aussehen wird. Am rechten Mundwinkel klicken Sie einfach doppelt mit der linken Maustaste. Da das Simlie-Gesicht nun fertiggestellt ist, benötigen wir die Hilfslinien nicht mehr. Ziehen Sie sie einfach mit der Maus wieder auf die Lineale zurück.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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