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Virtuelle Maschinen

Nicht nur Windows sondern ein ganzer PC

Die Welt der Windows-Programme

Nun steht einer Installation beliebiger Windows-Programme nichts mehr im Weg – installieren Sie beispielsweise Microsoft Office 2000 (s. Abb. 8) und befreien Sie sich damit von allen Inkompatibilitäten. Für alle eingesetzten Programme und auch für das Betriebssystem selbst benötigen Sie natürlich eine Lizenz. Dass die Verwendung von Windows unter Linux grundsätzlich nicht zulässig wäre, brauchen Sie übrigens nicht befürchten – VMware verkauft sogar Bundle-Pakete, die neben VMware auch eine Windows-Lizenz enthalten.

Abbildung 8: Endlich: Word und Excel aus dem Office-2000-Paket unter Linux; dank den VMware-Tools auch in einer brauchbaren Auflösung (Linux: 1280x1024, Windows: 1152x864)

Suspend und Resume

Ein besonders nützliches Feature von VMware (ab Version 2.0) ist die Möglichkeit, den aktuellen Zustand des emulierten PCs jederzeit über den Suspend-Button einzufrieren: VMware speichert dann in einer Datei namens z. B. vmware/nt4/nt4.std den gesamten Hauptspeicher und einige weitere Daten und hält den PC an. Nun können Sie VMware beenden und beim nächsten Start über den Resume-Button diesen Zustand wieder laden: Sie können dann an der alten Stelle weiter arbeiten. Vorteil dieser Methode ist, dass Sie sich den Boot-Vorgang und das erneute Öffnen aller Anwendungen ersparen. Allerdings wird zum Abspeichern des Zustands eine Menge Plattenplatz benötigt.

VMware-Dateien

Jede von Ihnen konfigurierte virtuelle Maschine besitzt ein eigenes Verzeichnis (i. d. R. $HOME/vmware/os/, wobei "os" für den Namen des Betriebssystems steht, z. B. nt4 oder win2000). Dort finden Sie dann jeweils eine Konfigurationsdatei (nt4.cfg), die virtuelle Festplatte (nt4.dsk), eine Log-Datei (nt4.log), die BIOS-Konfiguration (nt4.nvram) sowie gegebenenfalls den letzten über Suspend gesicherten Zustand (nt4.std).

Glossar

Bridged Networking

Beim Bridged Networking erhält die virtuelle Maschine transparenten Netzwerkzugriff auf das gesamte Netzwerk, in dem sich Ihr Linux-Rechner befindet; so kann dann z. B. von außen auf einen Apache-Web-Server zugegriffen werden, der auf Ihrem unter VMware laufenden Windows NT installiert wurde. Andersrum können Sie vom VMware-Windows aus per Telnet oder über einen Web-Browser auf andere Computer im lokalen Netzwerk zugreifen. Diese Einstellung ist nur sinnvoll, wenn Sie auch tatsächlich ein lokales Netzwerk betreiben.

Host-only networking

Dies ist die meist sinnvollere Variante: Es wird nur eine (virtuelle) Netzwerkverbindung zwischen dem Linux-PC (Host) und dem virtuellen Rechner (Guest) aufgebaut; für ein evtl. vorhandenes lokales Netzwerk bleibt die virtuelle Maschine unsichtbar. Wenn Sie von Windows aus auf Ihre Linux-Dateien zugreifen wollen (wozu Sie einen SAMBA-Server konfigurieren müssten), ist dies die Option Ihrer Wahl. Benötigen Sie einen solchen Zugriff nicht, können Sie auch No networking auswählen.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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