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out of the box

ncp auf Diskette

Für Benutzer mit etwas Erfahrung im Umgang mit der Kommandozeile kommt hier noch ein Leckerbissen. Eine sehr nützliche Anwendung von ncp ist die Datenübertragung zwischen zwei Rechnern unter minimalen Voraussetzungen. Ich habe dazu die Mini-Linuxdistribution hal91 so angepasst, dass sie die Verbindung zweier Rechner über ein Nullmodemkabel erlaubt. Dazu muss lediglich hal91 auf beiden Rechnern von Diskette gebootet und die Verbindung mittels des Skripts ppp-nullmodem (das Sie ggf. anpassen müssen) aufgebaut werden:

#!/bin/sh
# Kompression für PPP (nicht zwingend notwendig)
insmod /tmp/bsd_comp.o
# PPP-Verbindung aufbauen
# Serielle Schnittstelle: /dev/ttyS0 oder /dev/ttyS1
# Als IP-Adressenpärchen angeben:
# Hier im Beispiel auf RechnerA: 192.168.0.1:192.168.0.2
# Auf RechnerB: 192.168.0.2:192.168.0.1
pppd /dev/ttyS1 115200 asyncmap 0 noauth persist local passive \
  nodefaultroute 192.168.0.1:192.168.0.2

Von einem Notebook, das nur acht MByte Arbeitsspeicher und keine Netzwerkkarte besitzt, können so Daten gesichert werden – sogar, wenn gar kein Linux darauf installiert ist.

Glossar

ftp

Das "file transfer protocol", ein weit verbreitetes Dateiübertragungsprotokoll. Da alle Daten einschließlich der Passwörter unverschlüsselt übertragen werden und daher "abhörbar" sind, setzt man es heute weniger für den Datentransport zwischen zwei echten Benutzeraccounts ein, sondern "nur" für Dateidownloads aus den (Software-)Archiven anonymer FTP-Server.

scp

"secure copy", ein Teil des Secure-Shell-Pakets ssh, mit dem Dateien verschlüsselt übertragen werden.

Server

Ein Programm, das einen bestimmten Dienst anbietet, den Client-Programme nutzen können, wenn sie sich mit dem Server verbinden. Beispiele für solche angebotenen Dienste sind WWW, ftp und finger.

bzip2

Die Alternative zum gzip, dem Standard-Komprimierungsprogramm auf Linuxsystemen. Oft komprimiert bzip2 besser als gzip.

tar

Der "tape archiver", das Standard-Archivierungsprogramm unter Unix. Mit ihm werden ganze Verzeichnisstrukturen zu einer einzelnen Datei verschmolzen, die z.B. auf Magnetband (daher der Name) geschrieben oder komprimiert werden kann.

Kompilieren

Ein "echtes" Programm ist in Quelltextform noch nicht vom Betriebssystem ausführbar. Erst durch das Kompilieren ("Übersetzen") mit einem Compiler wird daraus eine durch den jeweiligen Prozessor ausführbare Darstellung. Ein großer Vorteil der Quelltextform ist, dass sie sich auf verschiedenen Plattformen (Intel, Sparc, Alpha …) übersetzen lässt, wenn die Software ausreichend portabel programmiert wurde.

make

Programm zur Ablaufsteuerung beim Übersetzen von Quelltexten. Die Konfigurationsdatei von make (das Makefile) enthält dabei beispielsweise Informationen über Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Programmmodulen.

symbolischen Links

Auf Unix-Dateisystemen hat man die Möglichkeit, einer Datei mehrere Namen zu geben. Mit dem Kommando ln -s bla blubb wird die Datei bla auch unter dem Namen blubb erreichbar.

/etc

In diesem Verzeichnis sind die Konfigurationsdateien verschiedenster Programme auf Ihrem Linuxrechner unter gebracht. Um nach einem Plattencrash, einer unvorsichtigen Löschaktion als root oder bei einer Neuinstallation all die in diesen Dateien steckende Anpassungsarbeit nicht neu aufwenden zu müssen, lohnt es sich, /etc zu sichern.

absoluten Pfadnamen

Die komplette, vom Wurzelverzeichnis ausgehende (und systemweit eindeutige) Angabe, wo sich eine Datei befindet. Der absolute Pfad einer Datei logs/log.txt in meinem Homeverzeichnis lautet beispielsweise /home/chris/logs/log.txt.

Standardeingabe

Bei vielen Kommandozeilenprogrammen gibt es die Möglichkeit, den Namen der Eingabedatei wegzulassen. In diesem Fall liest das Programm von der Standardeingabe, die normalerweise mit der Tastatur verbunden ist. Wird der Name der Ausgabedatei weggelassen, geben viele Programme auf der Standardausgabe aus, also sichtbar aufs Terminal.

Standardausgabe

Bei vielen Kommandozeilenprogrammen gibt es die Möglichkeit, den Namen der Eingabedatei wegzulassen. In diesem Fall liest das Programm von der Standardeingabe, die normalerweise mit der Tastatur verbunden ist. Wird der Name der Ausgabedatei weggelassen, geben viele Programme auf der Standardausgabe aus, also sichtbar aufs Terminal.

|

Das Pipezeichen (steht für eine stilisierte Rohrleitung) verbindet die Standardausgabe eines Programms mit der Standardeingabe eines anderen. So lassen sich mehrere Programme zu einem Verarbeitungsschritt zusammen fassen.

hal91

Ein Mini-Linux, das von einer einzigen Diskette gebootet wird und ausschließlich im Arbeitsspeicher des Rechners abläuft. Die für Nullmodem angepasste Version ist unter http://home.tu-clausthal.de/~incp/hal91.html zu bekommen.

Nullmodemkabel

Ein Kabel zum direkten Verbinden von zwei Rechnern über die serielle Schnittstelle. Im Gegensatz zu normalen seriellen Kabeln sind hier die Sende- und Empfangsleitungen über Kreuz geschaltet.

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