Geht's auch im Internet?

Keine Frage, ein modernes Programm muss nicht nur eine schicke Oberfläche haben, es muss unbedingt auch über's Internet bedienbar sein. Daher kann man sich über den Connect-Button von LTOOLgui mit einem anderen Rechner verbinden, auf dem LREADjav läuft.LREADjav ist ein einfacher Server-Daemon, der TCP/IP- Anfragen der LTOOLgui in Aufrufe der LTOOLS-Kommandozeilenprogramme umsetzt und deren Ausgabe wieder über TCP/IP an LTOOLgui überträgt (Abb. 2). Auf diese Weise kann man also vom lokalen Rechner aus, auf dem LTOOLgui gestartet wird, auf die Linux-Dateien eines entfernten Rechners zugreifen, als ob sie auf der lokalen Festplatte wären. Im Augenblick ist das eher eine Spielerei, zumal es an einem vernünftigen Zugriffsschutz mangelt. In der Defaulteinstellung lässt LREADjav nur lokale Zugriffe zu, es kann aber beim Start so konfiguriert werden, dass bis zu 3 Benutzer mit bekannten IP-Nummern auch von fremden Rechnern aus zugreifen können. Eine echte Authentifizierung mit Passwortüberprüfung oder ähnlichem erfolgt aber nicht. Falls Sie, liebe Leser, wirklich einen sinnvollen Einsatz dafür haben, lässt sich das aber leicht nachrüsten.

Abbildung 2: LTOOLgui im Remote-Betrieb

Und was ist, wenn ich kein Java habe?

Gibt's solche Anwender eigentlich noch? - Na klar, vielleicht musste der Anwender ja die JVM und die Java Classfiles löschen, um das letzte Gigabyte seiner Festplatte für's neueste Office 2010-Update frei zu machen. Da genau dieser Anwender aber seinen Webbrowser ganz sicher nicht gelöscht hat, weil er ja sonst die notwendigen Service Packs nicht herunterladen könnte, kann leicht Abhilfe geschaffen werden. Starten Sie dazu das Programm LREADsrv und geben Sie als URL im Webbrowser http://localhost ein und schon sehen Sie Ihr Linux-Dateisystem im Webbrowser (Abb. 3). LREADsrv ist ein kleiner lokaler Webserver, der dynamische HTML-Dateien erzeugt und mit einem Pseudo-CGI-Interface den Zugriff auf die LTOOLS über's HTTP-Protokoll ermöglicht (Abb. 4). Auch das geht selbstverständlich sowohl lokal als auch remote; der Zugriffsschutz ist aber ähnlich rudimentär wie bei LREADjav.

Mit dem Webbrowser zu arbeiten ist nicht ganz so komfortabel wie mit der Java-Oberfläche, weil die Bedienung über HTML-Formulare mangels Drag- and-Drop und ähnlicher Annehmlichkeiten etwas umständlicher ist. Aber es funktioniert. Außerdem hatte ich für ein anderes Projekt ohnehin einen kleinen Webserver schreiben müssen. Und wenn man den Code schon einmal hat, …

Abbildung 3: Mit dem Internet Explorer in Linux-Dateien browsen
Abbildung 4: Zugriff auf Linux-Dateien über einen Webbrowser

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