History-Variablen und -Funktionen

Das grundlegende Verhalten der History-Funktionen wird über eine Reihe von Variablen gesteuert.

  • $HISTSIZE: Die Anzahl der Zeilen, die im Historybuffer gespeichert werden können. Voreingestellt sind 500 Zeilen. Die Eingabe der 501ten Zeile bewirkt, daß die 1te Zeile aus den Historybuffer verschwindet. Um den voreingestellten Zeilenspeicher zu verdoppeln reicht die folgende Befehlszeile aus:
$> export HISTSIZE=1000
  • $HISTFILE: Name und Pfad der Datei zum Speichern des Historybuffers (der History-Datei). Voreingestellt ist die Datei

.bash-historyim Home-Verzeichnis des Anwenders. Die Bash speichert den Inhalt des Historybuffers nicht ab, wenn diese Variable nicht gesetzt wurde.

  • $HISTFILESIZE: Die maximale Anzahl von Zeilen, die in der History-Datei gespeichert werden sollen. Voreingestellt sind 500 Zeilen.
  • $HISTCONTROL: Mit dieser Variablen wird gesteuert, welche Zeilen im Historybuffer aufgenommen werden. Enthält sie das Schlüsselwort ignorespace, dann werden Befehlszeilen, die mit einem Leerzeichen beginnen, ignoriert. Durch ignoredups werden Befehlszeilen nur einmal im Historybuffer gespeichert, auch wenn sie mehrmals hintereinander eingegeben wurden. ignoreboth kombiniert beide Möglichkeiten. Ist die Variable nicht gesetzt, dann zeichnet die History die Befehlszeilen genau so auf, wie sie eingegeben wurden.

Die folgenden Variablen sind nur für Spezialisten interessant:

  • $HISTIGNORE: Diese Variable stellt die wohl weitgehendsten Möglichkeiten zur Verfügung, Zeilen von der Aufnahme in den Historybuffer auszuschließen. In ihr können Ausschlußmuster definiert werden. Zeilen, die diesem Muster entsprechen, werden nicht im Historybuffer gespeichert. Mehrere Muster können durch Doppelpunkte getrennt angegeben werden; jedes Muster muß die gesammte Befehlszeile beschreiben. Normalerweise ist diese Variable ungesetzt.
  • $histchars: In dieser Variablen können bis zu drei Zeichen gespeichert werden, die für die History-Funktion besondere Bedeutung haben: Das erste Zeichen wird zum Einleiten der History-Expandierung verwendet. Voreingestellt ist das Ausrufungszeichen. Das zweite Zeichen dient zur Quick-Substitution. Voreingestellt ist das Hütchen (Caret) ^ . Als drittes kann ein Kommentarzeichen (voreingestellt: #) definiert werden. Alle nach diesem Zeichen auftretenden Zeichen werden in der Befehlszeile ignoriert.

Als letzte ist noch die Variable

  • $HISTCMDzu erwähnen: sie enthält die Nummer der Befehlszeile im Historybuffer.

Numerische Argumente

Der Interpreter für die Tastenfunktionen wertet numerische Argumente aus: Hinter diesem Ausdruck versteckt sich ein interner Zähler, der eine ganze Zahl aufnimmt. Diese Zahl wird dann als Argument für den folgenden Befehl verwendet. Voreingestellt ist natürlich 1, damit fällt dieses Feature normalerweise nicht auf. Die Wirkung zeigt sich erst, wenn eine andere Zahl verwendet wird. Numerische Argumente werden durch die Meta-Taste eingegeben:

[Meta][1] [Meta][2]
(arg: 12)

Bei gleichzeitig gedrückter linker Alt-Taste werden in diesem Beispiel die Ziffern 1 und 2 eingegeben. Der nächste Tastenbefehl wird dadurch 12mal ausgeführt. Nett, oder? Probieren Sie dies einmal in Verbindung mit den History-Funktionen.

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