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Explorer-Feelings mit dem Kruiser

Migration

Endlich wieder doppelklicken!

Sie gehören zu den Anwendern, die den Windows-Doppelklick derart verinnerlicht haben, dass Sie unter KDE stets zwei Editoren öffnen, zwei mal Netscape starten oder ein im Dateimanager kfm gefundenes Bild gleich zweifach betrachten, weil der Einfachklick einfach zu "widernatürlich" erscheint? Jetzt wird alles gut…

Die Navigation durch die Verzeichnisse ist beim (KDE-) Kruiser und beim (Windows-) Explorer identisch: zum einen gibt es links den bekannten Tree-View (Abb. 2 und 3), dessen Unterverzeichnisse sich per Mausklick auf das vorangestellte Plus- (bzw. Minus-) Symbol auf- (oder zu-) klappen lassen. Zum anderen können Sie per Doppelklick auf einen Verzeichnisnamen in der rechten Fensterhälfte in das so angesprochene Unterverzeichnis wechseln. Eine Ebene zurück wechseln Sie (wiederum in beiden Programmen) durch Drücken der [Backspace]-Taste (über der [Return]-Taste) oder eben durch manuelle Auswahl des höher liegenden Verzeichnisses im Tree-View.

Abbildung 2: Tree-Views unter Windows sind genauso …

Abbildung 3: … wie ihre Pendants im Linux-Kruiser

Der Doppelklick dient natürlich nicht nur dem Verzeichniswechsel; Hauptanwendung ist sicher das Öffnen eines Dokumentes mit dem zugehörigen Programm. Für die meisten Dokumenttypen hat der Kruiser eine Standardanwendung registriert – falls er keing geeignetes Programm kennt, öffnet sich ein wiederum beim Explorer "abgekupferter" Dialog, in dem Sie ein Programm zum Öffnen auswählen können (Abb. 4 und 5).

Abbildung 4: Original (Windows) …

Abbildung 5: … und Fälschung: Mit welchem Programm öffnen?

Versuchen Sie Ihr Glück mit einer unbekannten Datei (im Test kannte Kruiser zum Beispiel keine png-Dateien) – falls Sie in der Auswahlliste kein passendes Programm finden aber den Befehlsnamen eines geeigneten Tools kennen, können Sie diesen einfach oben in das freie Feld eingeben.

Übrigens: Auch den langsamen Doppelklick gibt es beim Kruiser. Wenn Sie mit ausreichendem Abstand zwei mal auf einen Datei- oder Verzeichnisnamen klicken, dann wird dieser editierbar: mit den Cursor-Tasten können Sie jede Position des Namens erreichen und ihn verändern.

Sollten Sie den Einfachklick von KDE doch zwischenzeitlich gern gewonnen haben, können Sie auch den Kruiser darauf umstellen – rufen Sie dazu mit Bearbeiten | Einstellungen die Konfiguration des Kruisers auf, wechseln auf die Seite Verschiedenes und kreuzen dann das Kästchen Mit Einfachklick öffnen (wie bei KFM) an.

Drag & Drop-Schwäche

Der Kruiser ist nur begrenzt Drag & Drop-fähig: Dateien lassen sich innerhalb eines Kruiser-Fensters kopieren und verschieben, indem Sie sie aus dem aktuell angezeigten Verzeichnis per Drag & Drop in eines der Verzeichnisse im Tree-View auf der linken Seite ziehen. Wenn Sie mehrere Kruiser-Fenster geöffnet haben, können Sie die Dateien auch direkt aus einem Fenster in das andere ziehen. Beim Loslassen des Objektes erscheint jeweils ein Menü, in dem Sie zwischen Verschieben, Kopieren und Verweis wählen können – Verweis legt dabei einen symbolischen Link an.

Andere Drag & Drop-Aktionen, zum Beispiel zwischen Kruiser und dem Desktop oder dem Standard-Dateimanager kfm sind leider zur Zeit nicht möglich: Beim Versuch, ein Objekt aus dem Kruiser heraus zu ziehen, wird nur dauerhaft das "Parkverbot"-Logo angezeigt. Auch die andere Richtung funktioniert nicht.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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